Foto: Gerhard Pohl
Der Potsdamer Geher Nils Brembach strebt bei der U 20-WM in Barcelona einen vorderen Platz an
Die am Dienstag in Barcelona beginnenden U 20-Leichtathletikweltmeisterschaften werden für den Potsdamer Geher Nils Brembach der erste internationale Höhepunkt in seiner Alterskasse sein. Dabei betreibt er seine Disziplin erst seit knapp anderthalb Jahren. Zuvor war er Lang- und Mittelstreckenläufer, doch trotz harten Trainings blieben die großen Erfolge aus. „Das hat mich auch dazu bewogen, die Disziplin zu wechseln“, sagt der für den SC Potsdam startende Athlet. „Ich wollte mir eine neue Perspektive eröffnen und habe meine jetzige Trainerin Manja Berger um ein Probetraining gebeten.“ Diese Eigeninitiative lohnte sich, denn im Bahngehen ist Brembach bereits Dritter der Weltrangliste seiner Altersklasse.
Zum Leistungssport kam er jedoch mehr durch einen Zufall. „Früher habe ich Tennis und Fußball gespielt, aber ohne große Ambitionen. Beim Fußball konnte ich zum Beispiel immer gut laufen, aber hatte mit der Technik meine Probleme", erzählt der 19-Jährige. Und so beschloss der aus Falkensee stammende Nachwuchssportler, bei einem Leichtathletikwettkampf teilzunehmen, um sein läuferisches Können zu testen. Beim selbstständigen Training mit seinem Vater wurde er schließlich von dem Leichtathletiktrainer Uwe Grasnick entdeckt, der an der Sportschule Potsdam als Lehrer tätig ist.
Beim jährlichen Sichtungswettkampf am Potsdamer Luftschiffhafen bekam er zwei Jahre später eine Einladung für eine weitere Sichtungsmaßnahme in Kienbaum. „Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Dieser Wettkampf war für mich ein ganz normaler, bei dem man sein Bestes gibt. Umso glücklicher war ich über die Einladung“, erinnert sich Brembach. Auch das Sichtungstrainingslager sollte für ihn erfolgreich enden, denn schließlich wurde er an die Sportschule berufen.
Als Lang- und Mittelstreckenläufer trainierte er viel und intensiv, doch letztendlich hatte er das Gefühl, auf der Stelle zu treten. Also wurde Brembach Geher – die Erfolgsgeschichte nahm ihren Lauf. „Mein vorheriges Training hat mir natürlich eine sehr gute Grundlagenausdauer verschafft, von der ich als Geher von Anfang an profitiert habe“, erklärt er. „Die Technik zu erlernen hat mir keine großen Probleme bereitet.“
In seinem Sport sah er allerdings schon immer mehr als das Medaillensammeln. Das Laufen hat ihn geformt. Es hat ihm Selbstvertrauen gegeben, ehrgeizig werden lassen und Durchhaltevermögen gelehrt. „Das sind alles sehr wichtige Werte, die einen nicht nur im Sport weiterbringen, sondern das ganze Leben über bedeutsam bleiben. Auch diszipliniert zu sein gehört dazu“, betont der Potsdamer Leichtathlet.
Disziplin, Ehrgeiz, Selbstbewusstsein und Durchhaltevermögen muss Brembach auch ab kommender Woche wieder an den Tag legen. Im Hinblick auf den großen Wettkampf zeigt sich der ambitionierte Athlet optimistisch. „Mein Ziel ist es, unter die Top Ten zu kommen.“ Für Ausdauersportler wird es in Barcelona allerdings aufgrund der Wärme und der hohen Luftfeuchtigkeit besonders schwer. „Das ist zwar ein Nachteil, aber wir haben alle mit den gleichen Bedingungen zu kämpfen, sodass es ein fairer Wettkampf wird, auf den ich mich sehr freue.“
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