• 04.03.2004
  • von Von Michael Meyer

Zwillings-Forschung

von Von Michael Meyer

Nancy und Julie Augustyniak aus Peachtree City trafen Torsten und Uwe Augustiniak aus Ketzin

Nancy und Julie Augustyniak aus Peachtree City trafen Torsten und Uwe Augustiniak aus Ketzin Von Michael Meyer Trotz einiger weniger Sprachschwierigkeiten verstanden sich die vier auf Anhieb; warum auch nicht. Vielleicht sind sie ja sogar verwandt – die beiden Augustiniaks aus Ketzin und die beiden Augustyniaks aus Peachtree City im US-Bundesstaat Georgia. Immerhin führen die Ahnengalerien beider Familien nach Polen … Ähnliche Gedanken hatte Helmut Augustiniak aus Ketzin, als er in den PNN von den US-Zwillingen Nancy und Juliy Augustyniak vom US-Profiligaklub Atlanta Beat las, die am 11. Februar beim Frauenfußball-Bundesligas-Spitzenreiter FFC Turbine Potsdam eintrafen und deren Ururgroßvater aus Polen stammt. „Auch meine Familie hatte ihre Vorfahren in Polen, die 1915 nach Deutschland kamen, und schrieb sich bis 1940 mit Ypsilon, ehe daraus im Zuge der sogenannten Arisierung ein I wurde“, erinnerte sich der 63-Jährige Rentner – und Vater von Zwillingen. Torsten und Uwe Augustiniak sind allerdings keine 25 mehr wie die beiden US-Girls, sondern haben inzwischen 40 Lebensjahre hinter sich. Sportlich waren sie in ihrer Jugend aber auch. Weniger auf dem Fußballplatz wie ihr Onkel Friedrich, der einst als schnellster Mittelstürmer Ketzins galt, sondern mehr in der Leichtathletik. Als Kurzstreckenläufer hatten sie das Sprinterblut ihres Vaters – einst Oberschulmeister Nauens, Rathenows und Falkensees – geerbt. Daher war ihnen die Atmosphäre in der Leichtathletik-Halle des Potsdamer Luftschiffhafens, in der sie sich in dieser Woche mit Hilfe der PNN mit Nancy und Julie Augustyniak trafen, auch noch ein wenig vertraut. „Hier, unsere Familie stammt aus der Gemeinde Grodziec im Kreis Konin, Wojewodschaft Posen“, zeigte Helmut Augustiniak den jungen Kickerinnen die Ergebnisse seiner Ahnenforschung, die er bis 1830 zurückverfolgen konnte. „Well, das ist interessant“, zeigten sich die Amerikanerinnen erfreut, und Julie versprach, telefonisch bei den Eltern daheim in Peachtree City nachzufragen, ob man dort noch Näheres über die Wurzeln ihrer Familie in Polen weiß. Shakehands, ein kurzer Smalltalk und einige Fotos – dann mussten die beiden Mittelfeldspielerinnen zum Training. „Nette Mädels“, meinte Torsten, der fünf Minuten ältere der Augustiniak-Zwillinge. Während sein Bruder Uwe, Angestellter bei der Bundesbahn, nach kurzem Ausflug zum Judo keinen Sport mehr trieb, ist er immer noch begeisterter Pferdesportler. Wenn es die Zeit erlaubt, sattelt der Finanz- und Versicherungsmakler im Reitverein Luisenhof in Paretz auf; vor allem „Dancing Diamand“. Nun wird das Ergebnis der Zwillings-Forschung abgewartet – die Antwort auf die Frage, ob Nancy und Julie Augustyniak in Potsdam nicht nur eine erfolgreiche Mannschaft, sondern sogar entfernte Verwandte gefunden haben. Ihr nächstes Treffen könnte es schon bald geben; die Ketziner überlegen, nun vielleicht auch mal zum Frauenfußball zu gehen – am Sonntag zum Spitzenspiel Turbine – FFC Frankfurt.

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