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  • 13.07.2018
  • von Matthias Schütt

Da geht noch mehr

von Matthias Schütt

Pause. Für die Potsdamer Footballer um John Kenyon (links) und Demetrius Steed (rechts) steht bis Anfang August jede Menge freie Zeit auf dem Programm. Dann erst geht es für die Royals im Ligabetrieb weiter. Foto: Gerhard Pohl

Royals-Chefcoach Michael Vogt zieht zur Halbzeit der Football-Saison positives Zwischenfazit

Die American Footballer der Potsdam Royals haben in ihrer ersten Saison in der German Football League (GFL) 1 bereits neun Spiele absolviert. Der Aufsteiger aus der brandenburgischen Landeshauptstadt steht mit vier Siegen auf einem respektablen fünften Tabellenplatz. Die „Königlichen“ von Headcoach Michael Vogt, die während der laufenden Spielzeit zudem mit dem Sieg in der European Football League (EFL) ihren ersten internationalen Titel in der Vereinsgeschichte holten, haben bis zum nächsten Saisonspiel Anfang August daheim gegen New Yorker Lions Braunschweig Sommerpause.

Die erste Saisonhälfte

Mit ein bisschen Abstand sieht Vogt die Hinrunde sehr positiv. „Den Gewinn des Titels in der European Football League kann uns keiner mehr nehmen. Das Finale in Mailand war so sensationell, dass wird sicherlich keiner vergessen“, so der Cheftrainer. In der German Football League 1 hätte er gern ein, zwei Spiele mehr gewonnen. „Wir sind aber nicht unzufrieden, stehen auf einem gesicherten Platz im Mittelfeld und haben mit dem Abstieg nichts zu tun“, führt er aus.

Kritik äußerte Vogt am Spielplan in der GFL 1. Aufgrund der unterschiedlichen Anzahl der bisher absolvierten Spiele gebe das Bild der Tabelle nicht unbedingt den richtigen Stand wieder. Von den acht Teams der Liga haben Dresden, Kiel und Hamburg bereits zehn Spiele, Braunschweig hingegen erst acht. Auch der unkonstante Spielrhythmus für einige Teams sei nicht förderlich, so Vogt.

Die vierwöchige Sommerpause bis Anfang August kommt der Mannschaft aufgrund einer Vielzahl verletzter Spieler, darunter ein Großteil der Offensive, gelegen. „ Auch geistig sind wir am Limit“.

Luftschiffhafen und Trainingsstätte

Ins Stadion im Luftschiffhafen, dem „Home of the Royals“, kamen zu den vier Heimpartien insgesamt 5 840 Zuschauer. „Es ist immer toll“, so Vogt, „man merkt, dass in der neuen Saison noch mehr Zuschauer dabei sind. Das macht Spaß. Unsere Fans stehen hinter uns wie eine Wand, auch wenn wir in der GFL und EFL jeweils nur einen Sieg bisher zuhause holen konnten und keine Feinkost geliefert haben.“ Dennoch steige das Interesse am American Football in der Landeshauptstadt und somit die öffentliche Wahrnehmung des Vereins, der auch abseits des GFL1-Teams mit anderen Mannschaften Erfolge aufweist. Die Trainingsbedingungen hingegen seien immer noch nicht so, wie sie die Royals gerne hätten. „Das hat noch nichts mit der 1. Liga zu tun, aber ist schon deutlich besser als noch 2017“, konstantiert Vogt. Aktuell haben die Footballer einen Trainingsplatz in Potsdam, einen Platz in Kleinmachnow und dazu drei verschiedene Lagerstätten sowie eine Garage. Das bedeute einen enormen logistischen Aufwand. Daher fände es Vogt „schön, wenn wir in Zukunft eine Art Heimat für alles bekommen könnten. Das würde auch dem Nachwuchs helfen“.

Liga-Konkurrenz und Neuzugänge

Den Unterschied zwischen GFL 2 und GFL 1 bezeichnet Vogt wie Tag und Nacht. Vor allem das Niveau der Gegner aus Braunschweig oder Dresden nennt er Wahnsinn. „Macht man da einen kleinen Fehler, werden diese eiskalt vom Gegner bestraft. Das war in der vergangenen Saison noch nicht so der Fall“, schätzt der Headcoach ein. Doch werden die „Königlichen“ in ihrer Premierensaison im deutschen Oberhaus wahrgenommen. Vogt: „Zum Anfang der Saison hatten wir noch den ‚Makel' des Aufsteigers. Jetzt haben wir uns aber den Respekt erarbeitet, da wir auch einige Teams geschlagen haben, womit nicht jeder gerechnet hätte.“

Neuzugänge während der aktuellen Spielzeit sind eher unwahrscheinlich. „Wir sind mit unserem Team und dem bisher Erreichten zufrieden. Da müssen wir uns nicht unnötig ins Zeug legen“, sagt Vogt.

In der restlichen Hauptrunde wollen die Potsdamer möglichst noch viele Spiele gewinnen und vor allem vor den Heimfans siegen. „Über die Playoffs brauchen wir nach der Hildesheim-Niederlage zuletzt nicht sprechen. Da sind wir jetzt erstmal geerdet und gucken nun von Spiel zu Spiel“, meint Vogt.

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