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  • 11.07.2018
  • von Peter Könnicke

„Berlin Throwdown“ in Potsdam: Könige der Fitness

von Peter Könnicke

Foto: Peter Könnicke/PNN

Europas CrossFit-Elite begann den „Berlin Throwdown“ in Potsdam – ohne Potsdamer allerdings. Aber auch hier tut sich Einiges.

Was zählt ist Kraft. Aber auch Wendigkeit, Schnelligkeit, Ausdauer, Geschicklichkeit, Balance, Koordination und Genauigkeit sind Attribute, die die Könige des Fitness auszeichnen und sie zu sportlichen All-Roundern machen. Im CrossFit können sich die Fitnesskönige im Wettkampf messen. Deutschlands größter internationaler CrossFit-Wettkampf fand am vergangenen Wochenende auch in Potsdam statt. 300 Teilnehmer des „Berlin Throwdown“ machten zum Auftakt des dreitägigen Wettstreites einen Ausflug in die märkische Landeshauptstadt. Sie wurde zur ersten Prüfungsstation von insgesamt zwölf Workouts, die Europas beste CrossFitter zu bewältigen hatten.

Auf der Laufbahn des Trainingsstadions im Sportpark Luftschiffhafen bot sich am Freitag ein imposantes Bild. Eindrucksvoll drehten muskulöse Damen und Herren ihre Runden, anschließend kurbelten sie ihre kräftigen Oberarme durchs Havelwasser. Trotz ihrer komplexen Fähigkeiten war für die europäische Fitness-Elite die Prüfung in Potsdam durchaus eine Überraschung: Laufen und Schwimmen sind eher die Ausnahme bei den Aufgaben, die die Athleten gestellt bekommen. Möglichst viele Kraftübungen wie Kniebeuge mit Gewichten, Klimmzüge, Liegestütze, Seilsprünge – es gibt die verschiedensten Variationen – in einer vorgegebenen Zeit zu schaffen, sind gewöhnlich die Herausforderungen eines CrossFit-Wettkampfes.

Welche Prüfungen es gibt, erfahren die Teilnehmer erst unmittelbar vor dem Start. „Ich musste schon gut schlucken, als ich gehört habe, dass wir laufen und schwimmen müssen“, gestand Marcel Lamée, als er am Freitag pustend aus der Havel kletterte. Der Athlet aus dem rheinischen Frechen betreibt seit sechs Jahren CrossFit und betreut als Personal Trainer nicht nur junge Athleten. „Viele denken bei all den jungen, gestählten Athleten, dass CrossFit nichts für ältere Menschen ist. Aber das stimmt nicht“, sagt Lamée. „Auch als Reha- und Präventionssport ist CrossFit geeignet. Es liegt an den Trainern, wie sie die Übungen anleiten“, meint der Rheinländer.

2000 Meter laufen, durch ein Hindernis kriechen und rund 700 Meter schwimmen mussten die CrossFitter in Potsdam. Der schnellste aller Teilnehmer war Odo Federolf aus Ulm. 22:56 Minuten benötigte der 22 Jahre alte Medizinstudent für die gesamte Distanz. 100 Punkte gibt es für ein gewonnenes Workout – am Ende der drei Tage kam Federolf auf den neunten Gesamtplatz des „Berlin Throwdown“. Drei Plätze dahinter rangierte Marcel Lamée. „Es sind die Vielfalt und Intensität, die mich am CrossFit so faszinieren“, sagt der Rheinländer, dem sich während des Schwimmens im Templiner See jedoch vor Anstrengung kurz die Sinnfrage stellte. „Das war hart“, sagt er.

Auch, wenn am vergangenen Wochenende keine Potsdamer CrossFit-Athleten am Start waren, boomt die Sportart auch in der Landeshauptstadt. „Es ist längst keine Trendsportart mehr, sondern hat sich fest etabliert“, sagt Jakob Herold, der in der Wetzlarer Straße seit 2013 Brandenburgs einzige CrossFit-Box betreibt. So werden die Studios genannt, weil das gesamte Equipment an Hanteln, Gewichten und Geräten in einen Container passen würde. „Jetzt müssen und wollen wir uns vergrößern, weil die Platzkapazität nicht mehr ausreicht“, beschreibt Herold den Zuspruch für das vielfältige Fitnesstraining. Seit einem halben Jahr gibt es in seiner Box keine Probetrainings mehr, weil für neue Mitglieder kein Platz mehr ist.

Ab dem 19. August wird sich das ändern, denn dann eröffnet Herold auf dem Gelände der Autowaschanlage an der Neuendorfer Straße eine neue Box: Eine über 800 Quadratmeter große CrossFit-Fläche mit einer eigenen Tartanbahn und brandneuem Equipment, mit modernen Umkleiden und einem Barbereich. „Es ist eine extra nach unseren Wünschen und Vorstellungen gebaute Halle“, schwärmt Herold. Ganz CrossFit-Deutschland beneide ihn darum, denn die Boxen in anderen Städten sind meist in bestehenden leerstehenden Gebäuden untergebracht.

Investor der neuen Sportstätte ist der Potsdamer Autohaus-Unternehmer Andreas Ehrl, zugleich Präsident der Wasserballer des OSC Potsdam, die häufig in der CrossFit-Box trainieren. „Wir sind Andreas Ehrl sehr dankbar für sein Engagement“, sagt Jakob Herold, der als Pächter die Box betreiben wird. Zu dessen Trainerteam gerhören durchaus bekannte Potsdamer Sportgrößen – wie Ex-Nulldrei-Fußballer und Sportwissenschaftlicher Daniel Feller, der ehemalige Rugby-Nationalspieler Michael Krenz oder der einstige UJKC-Judoka Karl Schöneburg.

Unter die europäische Konkurrenz des „Berlin Throwdown“ haben sich die Potsdamer CrossFitter am vergangenen Wochenende zwar nicht gemischt. Doch am 21. Juli tritt in Hamburg ein Potsdamer Team zum Regionalliga-Vergleich mit den besten CrossFit-Athleten Norddeutschlands an. Die jeweils vier besten Teams jeder Region qualifizieren sich für den Showdown der ersten Saison der neuen Fitness-Bundesliga. Für die Regional Battles haben sich die Teilnehmer über Vergleichskämpfe der einzelnen Boxen qualifiziert. Die meisten Punkte erkämpfte sich dabei Hendrik Senf. Der gebürtige Potsdamer, der heute für CrossFit Aorta Berlin startet, führt das bundesweite Liga-Ranking von 150 Athleten an. Im vergangenen Jahr gewann er den Titel „Beast of Berlin“ – einen internationalen CrossFit-Wettkampf. Der steht Ende September wieder auf dem Plan – mit dabei sein wird auch ein Team aus Potsdam.

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