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  • 20.06.2018
  • von Tobias Gutsche

OSC Potsdam: Wasserballer auf dem Trockenen?

von Tobias Gutsche

Foto: dpa

Die Wasserballabteilung des OSC Potsdam berichtet von einer Absage der Stadt für Trainingszeiten im Sportbad blu während der Sommerferien. Die OSC-Vereinsverantwortlichen üben daher Kritik. Aus dem Rathaus wird beschwichtigt.

Großer Frust bei der Wasserballabteilung des OSC Potsdam: Ihr Antrag auf Trainingszeiten während der Sommerferien im Sportbad blu erhielt von der Stadt eine Ablehnung, teilte der Verein mit. Als Begründung sei angegeben worden, dass man nur Athleten, die in den Monaten Juli, August und September internationale Wettkämpfe haben, auch zur Ferienzeit im blu trainieren lassen wolle. „Das ist in vielerlei Hinsicht absolut lächerlich“, hadert André Laube, sportlicher Leiter der OSC-Wasserballer. Vonseiten der Stadt heißt es jedoch, der Vergabeprozess für die Trainingszeiten sei noch gar nicht abgeschlossen. Gespräche würden laufen.

Der OSC hatte derweil von einer telefonischen Absage durch den städtischen Sport-Fachbereich berichtet und ging daher mit einer Pressemitteilung in die Offensive. André Laube betont die Notwendigkeit des Ferientrainings. Einerseits müssten die für Nationateameinsätze vorgesehenen OSC-Athleten auch im heimischen Mannschaftsverbund an ihrer Form arbeiten. Zum anderen bedürfe es der Einheiten zur Vorbereitung des Clubs auf die nächste Saison. „Um im Herbst erfolgreich zu spielen, können wir nicht erst Mitte August mit dem Training beginnen“, so Laube. Als Dritter der abgelaufenen Bundesligasaison werden etwa die Potsdamer Männer voraussichtlich bereits im September die Champions-League-Qualifikation bestreiten. „Selbst das interessiert offenbar niemanden“, wettert OSC-Wasserball-Abteilungsleiter Andreas Ehrl. Er ärgert sich über ein Hin- und Herschieben der Verantwortung: „Die Stadt sagt, dass die Bäderlandschaft Potsdam etwas dagegen hat, die Bäderlandschaft spielt den Ball wieder zurück und verweist auf die Entscheidung durch die Stadt.“ Ehrl fordert ein Umdenken bei den Entscheidungsträgern oder alternative Vorschläge. Aus dem Rathaus wird beschwichtigt: Man gehe davon aus, dass am Ende des Vergabeprozesses die Wasserballer sehr gute Trainingsmöglichkeiten erhalten. „Aufgrund der Hallensituation wahrscheinlich aber nicht so viele Zeiten, wie pauschal beantragt worden ist.“ 

Antrag: sechs Trainingsblöcke in letzten zwei Ferienwochen

Der zur deutschen Wasserballspitze gehörende OSC hat für die letzten beiden Ferienwochen sechs Trainingsblöcke am Abend mit je zwei bis drei Stunden beantragt. Für diese Zeit müssten im blu die Leinen lediglich auf Kurzbahnbetrieb geändert werden. Das sei nicht zu viel verlangt und keine große Einschränkung, findet die Clubführung. „Wenn wir trainieren, können auch alle anderen Nutzergruppen rein“, erklärt Laube. Davon ausgehend, dass der Antrag abglehent worden sei, nennt Ehrl das städtische Verhalten eine „Schikane“. 

Für den OSC wären die zwei Ferien-Trainingswochen am Brauhausberg insofern von großer Bedeutung, weil auf ihn – und die restliche Potsdamer Schwimmsportgemeinschaft – anschließend ohnehin schon große Abstriche zukommen. Ab Anfang Juli wird die Schwimmhalle am Luftschiffhafen voraussichtlich neun Monate wegen aufwendiger Sanierungsarbeiten geschlossen. Die Aktiven von dort müssen dann vorrangig ins blu ausweichen. Folglich fallen Trainingskapazitäten weg. Auch für die OSC-Wasserballabteilung. „Das ist absolut okay. Alle müssen zusammenrücken“, sagt Laube, dessen Club für die Luftschiffhafen-Schließzeit auch die Anfrage nach Training im blu an Wochenenden gestellt hat. Noch wartet der OSC auf eine konkrete Antwort.

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