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SV Babelsberg 03

  • 04.05.2018
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03: Einiges auf der Haben-Seite

von Peter Könnicke

Gekommen, um zu bleiben. Farid Abderrahmane spielt auch in der kommenden Saison beim SV Babelsberg 03. Da kann was wachsen. Foto: Jan Kuppert

Der SV Babelsberg 03 macht sich gut auf der Zielgeraden der aktuellen Saison. Trainer Almedin Civa schaut jedoch schon aufs nächste Spieljahr. Während sich der SVB derzeit munter durch die Fußball-Regionalliga siegt und in Top-Form für das Landespokalfinale kommt, ist dessen Anstoßzeit nun bekannt.

Es passt alles. Der Satz, mit dem Farid Abderrahmane begründet, weshalb er nicht lange überlegen musste, ein weiteres Jahr beim SV Babelsberg 03 Fußball zu spielen, kommt auch der aktuellen Verfassung des Regionalligisten ziemlich nahe. Mit dem 3:1 (2:0)-Erfolg gegen den FC Viktoria 1889 Berlin verbuchte der SVB den vierten Sieg in Folge. In den 90 Minuten sah vieles nach Qualitätsfußball aus, die Tore waren gut herausgespielt, auch wenn zwischendurch und am Ende in der nunmehr fünften englischen Woche die Konzentration fehlte. „Aber die Fehler, die wir vor einem halben Jahr gemacht haben, machen wir nicht mehr“, analysierte Trainer Almedin Civa zufrieden.

Es ist genau das, was er zu Saisonbeginn von seiner jungen Mannschaft erwartet hat: Dass sie lernt. Er erlaube seinen Spielern Fehler, „aber sie müssen daraus lernen“, sagte Civa. Intensive Fehleranalysen gibt es nach wie vor nach jedem Spiel, aber sie bewegen sich auf einem anderen Niveau.

Beyazit hat sich in den Fokus geschossen

Farid Abderrahmane ist dafür das beste Beispiel. „Ich spiele viel lockerer und selbstsicherer“, reflektiert der 22-jährige Mittelfeldspieler seine Entwicklung beim SVB seit vergangenem August. Da kam er ausgemustert von den Amateuren von Hertha BSC ziemlich verunsichert an den Babelsberger Park, „mit der Angst, lieber nicht zum Ball zu gehen und einen Fehler zu machen“, sagt Abderrahmane. „Jetzt mache ich zwar auch noch Fehler, aber ich traue mir wieder was zu“, beschreibt er seinen ganz eigenen Veränderungsprozess, der zugleich die Entwicklung des SVB widerspiegelt. Für den gebürtigen Oranienburger soll diese Entwicklung weitergehen – in Babelsberg.

Auch das hat Almedin Civa im Sinn – sowohl als Trainer als auch als sportlicher Leiter des SVB: Eine Mannschaft aus jungen Spielern formen, deren Qualität und Charakter sich noch entwickeln lassen. Am Ende seiner ersten Saison im Traineramt resümiert Civa: „Da entsteht was.“ Dass dies auch anderen nicht verborgen bleibt, gehört zur Natur des Fußball-Geschäfts. Abdulkadir Beyazit zum Beispiel, der zehn seiner elf Saisontreffer in der Rückrunde erzielte, dürfte durch seine Leistungsexplosion mit Sicherheit auf dem Zettel anderer Vereine stehen. Genauso wie weitere Leistungsträger des SVB. „Die Situation ist wie jedes Jahr“, bestätigt Civa, bei einigen Spielern heiße es „warten und hoffen“. Das Gros des aktuellen Kaders möchte er im Kiez halten, „das wäre optimal“, sagt Civa. Mit fast allen Spielern habe er bereits gesprochen. „Gute, lockere Gespräche waren es“, sagt der 46-Jährige. „Es gibt einige, die gern bleiben und zurückgeben wollen, was sie hier bekommen haben“, verrät Civa. Und es gibt Spieler wie Torhüter Marco Flügel,23 Jahre, der seit der E-Jugend im Verein kickt und in den letzten Spielen zwischen den Pfosten stand: „Unser Junge“, wie Civa nahezu väterlich sagt und für den er sich wünscht, „dass er die nächsten Schritte bei uns macht“.

Civa prophezeit: Regionalliga wird viel stärker

Marco Flügel steht für das, was Civa „unseren Weg, unsere Linie“ nennt. Spieler aus den eigenen Nachwuchsreihen mindestens auf Viertliga-Niveau bringen. Auch Tobias Dombrowa ist so ein Nulldrei-Eigengewächs – 18 Jahre alt und so etwas wie ein offensives Versprechen des SVB. Auch Abderrahmane gehört dazu, Nader El-Jindaoui, Lionel Salla oder der 18-jährige Cem Polat, der im Winter nach Babelsberg kam und nun für mindestens ein weiteres Jahr bleiben wird. Für sie kann die kommende Saison eine absolute Reifeprüfung werden, „weil die Liga wird viel stärker und ausgeglichener werden“, prophezeit Civa.

Denn: In der kommenden Saison steigt der Regionalligameister aus dem Nordosten direkt – ohne Relegation – in die dritte Liga auf. Die insolventen Clubs Chemnitzer FC und FC Rot-Weiß Erfurt wollen nach ihrem Abstieg in die vierte Liga sofort wieder eine Etage höher. Regionalligaklubs wie der BFC Dynamo, Lok Leipzig, Wacker Nordhausen und der Berliner AK füttern ihre Drittliga-Ambitionen dem Vernehmen nach in der kommenden Saison erneut mit reichlich viel Geld. Das gibt es beim SV Babelsberg 03 bekanntlich nur in überschaubarer Dimension. Die Währung, die Civa prägen will: „Charakter und Disziplin“. Laut Farid Abderrahmane ist davon bereits einiges auf der Haben-Seite. „Ich hoffe, es bleiben noch einige Spieler, der Großteil der Mannschaft zusammenbleibt. Das passt sehr gut.“

+++ Pokalfinale um 17 Uhr +++

Für das Finale im AOK-Fußballlandespokal zwischen dem SV Babelsberg 03 und Energie Cottbus am 21. Mai im Karl-Liebknecht-Stadion wurde die Anstoßzeit festgelgt. Ab 17 Uhr wird der Ball rollen. Zur nächsten Regionalligapartie reist der SVB am morgigen Samstag. Die Nulldreier sind beim BFC Dynamo im Jahn-Sportpark zu Gast (Beginn: 13.30 Uhr). Nicht dabei sein wird Andis Shala. Der SVB-Torjäger war am Mittwoch heftig mit einem Gegenspieler von Viktoria Berlin zusammengeprallt und musste nach zehn Minuten verletzt vom Platz getragen werden. Shala erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und wurde im Klinikum „Ernst von Bergmann“ stationär behandelt. 

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