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Turbine Potsdam

  • 31.03.2018
  • von Matthias Schütt

Turbine Potsdam: Eiersuche im „Karli“

von Matthias Schütt

Beruhigend. Viktoria Schwalm machte gegen Duisburg alles klar. Foto: Jan Kuppert

Turbine Potsdam bestreitet das österliche Bundesliga-Spitzenspiel gegen den VfL Wolfsburg. Zuvor haben sich die Potsdamer Fußballerinnen in der Nachholpartie gegen den MSV Duisburg vor magerer Kulisse zum Sieg gezittert.

Pflicht erfüllt, jetzt kann die Kür kommen. Das 2:0 (1:0) der Frauen von Fußball-Bundesligist Turbine Potsdam im Nachholspiel am Mittwoch gegen den MSV Duisburg war der sechste Sieg in Serie. Die diese Saison in der Liga weiterhin ungeschlagenen Potsdamerinnen kletterten dadurch auf den vierten Tabellenplatz. Nun fiebern sie dem Spitzenspiel entgegen: Am morgigen Sonntag ist Tabellenführer VfL Wolfsburg zu Gast (Beginn: 15 Uhr/Karl-Liebknecht-Stadion). „Unsere Serie ohne Niederlage in der bisherigen Spielzeit soll auch nach der Partie noch Bestand haben. Dafür werden wir alles in die Waagschale werfen“, sagte Turbine-Coach Matthias Rudolph nach dem achten Saisonsieg im 14. Ligamatch.

Auf die Gewinnerstraße war Turbine gegen Duisburg frühzeitig abgebogen. Die Rudolph-Elf fand gut in die Partie, hatte eine Reihe von Chancen und führte bereits nach elf Minuten. Einen klugen Pass von Amanda Ilestedt erspurtete Teamkollegin Anna Gasper auf der Außenbahn und deren Hereingabe verwertete Nina Ehegötz direkt. Auf der rechten Seite betrieb Ehegötz jede Menge Eigenwerbung und bot sich nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Tabea Kemme als echte Alternative an. Einsatz, Spielverständnis und Torgefahr stimmten – die im vergangenen Sommer von Ligakonkurrent Bayer Leverkusen gekommene 21-Jährige erledigte ihre Aufgabe gut. In der 77. Minute wurde sie ausgewechselt. Durch mangelnde Chancenverwertung stand es zu diesem Zeitpunkt aber nur 1:0 für die Gastgeberinnen.

Schlechteste Zuschauerresonanz seit 2010

Mit zunehmender Spieldauer agierte Turbine immer unkonzentrierter, verhalf dem Gegner gar zu mehreren guten Möglichkeiten und musste also selbstverschuldet zittern. „Mit der ersten Halbzeit kann ich zufrieden sein, mit der zweiten nicht so sehr“, meinte Matthias Rudolph. Auch die Fans haderten nicht bloß mit dem ungemütlichen Wetter. Aus den Reihen der 672 Zuschauer – schlechteste Resonanz auf ein Turbine-Bundesligaheimspiel seit 2010 – wurde unruhig gefordert: „Wacht endlich auf.“ Der Weckruf kam kurz vor Abpfiff an. Svenja Huth schüttelte die komplette gegnerische Abwehr ab, passte klug in die Mitte zu Viktoria Schwalm, die zum 2:0-Endstand einschob (87. Minute). „Wir wollten früh die Entscheidung suchen, wurden aber in Halbzeit zwei immer nervöser“, urteilte Potsdams Coach. Und Führungstorschützin Nina Ehegötz wusste: „Wir müssen am Sonntag schon noch einiges drauflegen, um gegen Wolfsburg zu bestehen.“

Nach dem Oster-Duell gegen den aktuellen Deutschen Meister und Pokalsieger aus der Autostadt legt die Frauen-Bundesliga schon wieder eine Pause ein, da Qualifikationsspiele für die Weltmeisterschaft 2019 in Frankreich anstehen. Horst Hrubesch, Interims-Nachfolger der geschassten Steffi Jones, hat für die deutsche Nationalmannschaft mit Abwehrspielerin Johanna Elsig und Stürmerin Svenja Huth auch zwei Turbine-Kickerinnen für die Partien gegen Tschechien (7. April) und Slowenien (10. April) nominiert. Ob sie als einzig ungeschlagene Bundesligaspielerinnen der Saison im Auswahltross stehen werden, entscheidet sich morgen im „Karli“. 

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