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SV Babelsberg 03

  • 12.03.2018
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03: Hin- und hergerissen

von Peter Könnicke

Glücklich und ungekrönt. Abdulkadir Beyazit erzielte das 2:2, vergab aber auch die Chance zum Sieg. Foto: Sebastian Gabsch

Der SV Babelsberg 03 verpasste im Auswärtsspiel gegen Union Fürstenwalde zunächst eine klare Führung und erkämpfte sich in letzter Minute ein 2:2-Untenschieden. Und nach dem späten Ausgleich war für Nulldrei sogar noch mehr möglich.

Er war es irgendwie nicht wirklich – der Mann des Spiels beim SV Babelsberg 03: Adulkadir Beyazit rettete seiner Mannschaft mit dem 2:2 (0:1) in der 90. Minute gegen den FSV Union Fürstenwalde das Remis. Doch so wirklich freuen konnten sich weder Torschütze, seine Mitspieler, noch sein Trainer Almedin Civa nach dem Schlusspfiff. „Ich weiß gar nicht, wie ich das Unentschieden bewerten soll“, gestand Sven Reimann dann auch nach dem kurzfristig angesetzten Nachholspiel am gestrigen Sonntag, nachdem die regulär terminierte Partie gegen Altglienicke am vergangenen Freitag ausgefallen war.

Grund des Hin- und Hergerissen-Seins: Zur Halbzeit hätte der SVB 3:0 führen müssen, „dann wäre es ein anderes Spiel geworden“, so Reimann. Kollektiv trauerten sie beim SVB den zwei hundertprozentigen Möglichkeiten nach, die jedoch ungenutzt blieben. In der 27. Minute war es Farid Abderrahmane, der sich im Zusammenspiel mit Tino Schmidt bis vors Fürstenwalder Tor gedribbelt hatte und schließlich an Union-Torhüter Niklas Bolten scheiterte. Und gut zehn Minuten später kam nach guter Vorarbeit von Lukas Knechtel Beyazit zentral vor dem Tor aus 13 Meter frei zum Schuss, den wiederum Bolten mit tollen Reflex klärte.

"Schlitzohr" Schmidt zireklte Ball ins Tor

Zu diesem Zeitpunkt führten die Babelsberger bereits 1:0. Sie hatten sich gegen den druckvoll spielenden Gastgeber zunächst schwergetan, ihren Rhythmus zu finden und in die Partie zu kommen. Doch als die ersten Ballstafetten gelangen und der SVB offensiv erste Akzente setze, nutzte Schmidt einen Freistoß aus halbrechter Position zur Führung: Alles wartete auf eine Hereingabe, doch „Schlitzohr“ Schmidt zirkelte den Ball ins Tor. Fortan an spielte der SVB „lockerer und klarer“, wie Civa später befand, ohne dass sich seine Elf mit Toren belohnte.

Diese gelangen den Hausherren, die nach dem Seitenwechsel wesentlich energischer und zielstrebiger in der Balleroberung waren und die Nulldrei-Abwehr unter Druck setzten. „Wir haben noch einmal neu justiert, hatten eine neue Körpersprache“, beschrieb Union-Trainer Matthias Mauksch die Wirkung seiner Pausenansprache. „Das hat uns durchaus beeindruckt“, gestand Nulldrei-Torjäger Andis Shala, der nach knapp einer Stunde eingewechselt wurde. Der Fürstenwalder Offensivdrang zahlte sich aus. Nach 55 Minuten fand eine schöne Flanke von Danny Breitenfelder Rico Gladrow, der zum 1:1 einköpfte. Und neun Minuten später klärte die SVB-Abwehr nach einem Freistoß nicht konsequent genug und ermöglichte Awassi die FSV- Führung. So sicher die Babelsberger Defensive in Halbzeit eins stand, so sehr haderte Civa mit ihr bei den Gegentoren: „So ein Abwehrverhalten kenne ich von meiner Mannschaft nicht.“

Babelsberger beweisen starke Moral

Was er jedoch kennt, ist die Moral seiner Spieler. „Ich bin froh, dass wir noch einmal zurückgekommen sind“, zeigte er sich nach Abpfiff erleichtert, wenn auch nicht zufrieden. „Was meine Mannschaft spielerisch gezeigt hat, genügt nicht“, kritisierte er und lobte im Gegenzug den FSV „Die haben spielerisch was drauf“, attestierte er dem märkischen Kontrahenten, dessen Qualität vielleicht die meistunterschätzte in der Regionalliga Nordost ist. Und hätte Rico Gladrow in der 75. Minuten einen Freistoß nicht an den Pfosten gesetzt, sondern das 3:1 gemacht – wer weiß, ob der SVB dann noch einmal die Moral aufgebracht hätte.

So aber wies Nulldrei sein Markenzeichen, nicht aufzugeben, vor 608 Zuschauern nach und hätte schon vor der 90. Minute ausgleichen können. Doch zweimal vergab Beyazit, einmal misslang Shala ein Kopfball, den er gewöhnlich verwandelt. „Solche Tore machen wir im Training fast im Schlaf“, ärgerte sich Reimann. „Den schwersten Ball macht er dann rein“, kommentierte Civa den Ausgleichstreffer, den Beyazit in unübersichtlicher Situation aus dem Gewühl heraus markierte. Und der SVB-Stürmer hätte mit der letzten Aktion zum Mann des Spiels werden können, als er einen langen Ball erlief, in den Union-Strafraum stürmte und statt auf den mitgelaufenen Manuel Hoffmann abzulegen, den Ball Zentimeter am langen Pfosten vorbeischob. So bleiben am Ende dieses Sonntags zwei Attribute für Beyazit und SVB: Glücklich und ungekrönt.

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