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  • 09.03.2018
  • von Tobias Gutsche

Paralympischer Sport: Agil im Rollstuhl

von Tobias Gutsche

In Stahnsdorf findet wieder ein integratives Basketballturnier statt. Zuvor trafen sich Top-Kanuten aus Potsdam im Rahmen einer neuen Initiative zu einem Spiel mit dem Rollstuhlbasketball-Team des RSV Eintracht. Mit dabei waren auch SCP-Volleyballerinnen, die vor einem Abschlusskampf stehen.

Sie sind Olympiahelden und Weltmeister. Dazu sympathisch. Wahre Vorbilder. In dieser Rolle wollen die Kanuten des KC Potsdam nun mit einem neuen Projekt ihr gesellschaftliches Engagement weiter stärken. „ChampionsShip“ heißt es – das Schiff der Sieger. Menschen sollen bewegt und Respekt vermittelt werden. Zum Auftakt der Initiative trafen sich Ronald Rauhe, Sebastian Brendel sowie Jan Vandrey mit den Rollstuhlbasketballern des RSV Eintracht 1949 und wurden dabei von den Potsdamer Bundesliga-Volleyballerinnen Denise Imoudu, Ivona Svobodnikova und Ann-Marie Knauf unterstützt.

Beeindruckt von der anspruchsvollen Sportart

Das dazugehörige Video wurde diese Woche auf Facebook verbreitet – ein perfekter Zeitpunkt. Denn am Sonntag führt der Rotary Club Kleinmachnow von 13 bis 18 Uhr sein zweites integratives Rollstuhlbasketball-Event in der Sporthalle der Stahnsdorfer Zille-Grundschule durch. Neben einem Spiel des RSV Eintracht gegen das Team vom Berliner Verein Pfeffersport findet ein Turnier mit Mannschaften aus Schulen und Vereinen der Region statt – Menschen mit und ohne Handicap treten gemeinsam an. Zudem bietet ein Sportparcours die Möglichkeit, die eigene Geschicklichkeit im Rollstuhl auszutesten.

Wie Kanu-Ass Ronald Rauhe beim Match gegen den RSV feststellen musste, ist die Bewegung darin eine große Herausforderung. Völlig beeindruckt zeigte er sich vom reaktionsschnellen und agilen Umgang der Eintracht-Akteure mit dem Rollstuhl. „Da hätten sie Kreise um uns herumfahren können, ehe wir überhaupt die richtig Richtung eingeschlagen haben“, sagte der vierfache Olympiamedaillengewinner hochachtungsvoll – „riesengroßen Respekt“. Den zollte auch Volleyballerin Denise Imoudu. Sie nannte Rollstuhlbasketball eine „echt coole Sportart“, sie sei technisch enorm anspruchsvoll.

SCP-Frauen kämpfen um bessere Position

Davon kann sich übermorgen in Stahnsdorf überzeugt werden. Der Rotary Club Kleinmachnow, der die Veranstaltung initiiert, setzt sich bereits seit vielen Jahren für integrativen Sport in der Region ein. Bei der Premiere des Turniers im Vorjahr gelang es, durch diverse Spenden insgesamt 8500 Euro zu sammeln. Dadurch konnte je einer der teuren Sportrollstühle für die Baketballmannschaften vom RSV und Pfeffersport angeschafft werden. Gerade vor dem Hintergrund der hohen Kosten freue sich Ronald Rauhe, mit der Aktion ein bisschen Werbung für Rollstuhlbasketball machen zu können. Und obendrein, betonte Denise Imoudu, kam der eigene Spaß nicht zu kurz.

Den möchte sie mit ihrem Team auch am morgigen Samstag in der MBS-Arena haben. Vor allem aber wollen die Damen des SC Potsdam dann Erfolg. Einen klaren Erfolg. Zum abschließenden Duell der Bundesliga-Hauptrunde empfangen sie die Roten Raben Vilsbiburg (Beginn: 19.30 Uhr) und haben die Chance, in der Tabelle noch auf Platz sieben zu klettern, was eine bessere Playoff-Ausgangsposition bedeuten würde. Das Spiel sei ein „kleines Finale“, meint SCP-Cheftrainer Davide Carli. Für den Sprung nach oben ist ein 3:0- oder 3:1-Sieg nötig. 

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