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VfL Potsdam

  • 26.02.2018
  • von Peter Könnicke

VfL Potsdam: Panzer nicht zu knacken

von Peter Könnicke

Alter schützt vor Leistung nicht. Der 45-jährige Ex-Potsdamer Ariel Panzer präsentierte sich stark zwischen den Pfosten der niedersächsischen Mannschaft. Zahlreiche Paraden gelangen ihm. Foto: Julius Frick

Im Drittliga-Heimspiel gegen den MTV Braunschweig scheiterten die Handballer des VfL Potsdam am eigenen Anspruch - und am Braunschweiger Torhüter Ariel Panzer. Der gebürtige Argentinier stand einst auch zwischen den VfL-Pfosten und raubten den Spielern seines Ex-Klubs nun die Nerven.

Es war eine Mischung aus Anstrengung, Anspannung und Alter, die Ariel Panzer gestern Nachmittag völlig fertig auf einen Stuhl in der MBS-Arena sacken ließ. Auch Minuten nach Spielschluss war der 45 Jahre alte Handball-Torwart des MTV Braunschweig noch außer Atem, sodass es ihm schwerfiel, zu erklären, wie er den Spielern des VfL Potsdam den letzten Nerv geraubt hatte. 26:28 (13:16) hatten die Hausherren gegen den Tabellenvorletzten aus Niedersachsen verloren und es damit verpasst, an den furiosen Heimsieg aus der Vorwoche gegen Altenholz anzuknüpfen und in der Tabelle der 3. Liga Nord weiter zu klettern. Doch wenn es an diesem schwachen Tag für den VfL eine Siegmöglichkeit gab, machte sie Panzer zunichte. Das Prädikat des Matchwinners wollte der gebürtige Argentinier, der von 2008 bis 2010 auch in Potsdam spielte, aber nicht annehmen: „Das war eine wahnsinnige kämpferische Leistung der gesamten Mannschaft“, lobte er den MTV.

VfL-Adler ließen nötige Leidenschaft vermissen

In der Tat brachten die Gäste mehr Kampfgeist auf die Platte als der VfL, der zu keinem Zeitpunkt die spielerische Qualität aus dem Altenholz-Spiel erreichte. Mit einfachen Angriffsmustern kamen die Braunschweiger leicht zu Abschlüssen und Toren, offensiv rannten sich die Adler meist in der MTV-Abwehr fest. Von der umjubelten Euphorie und Leidenschaft eine Woche zuvor war nicht viel übriggeblieben. Den Stimmungswandel machte VfL-Kapitän Yannik Münchberger dann auch als Problem des gestrigen Tages aus. „Während wir gegen Altenholz top motiviert waren und uns auf deren hohes Niveau eingestellt hatten, ließen wir uns heute lediglich auf das Braunschweiger Niveau ein“, resümierte Münchberger. Er wolle damit keineswegs die Qualität des Abstiegskandidaten diskreditieren, „aber die haben nicht die Güte der Topteams der Liga. Und wir haben es nicht geschafft, unser besseres Niveau abzurufen“, haderte der Kapitän.

Und das galt gestern für alle Mannschaftsteile. Spielmacher Matti Spengler fehlte diesmal die ruhige, ordnende Hand, Torhüter Angelo Grunz kam gegen seinen Ex-Verein nicht auf die Quote parierter Bälle, die ein Spiel entscheiden können – diese Rolle hatte diesmal ganz klar sein Gegenüber Ariel Panzer inne. Defensiv bekam der VfL Philipp Moritz Krause nicht in den Griff: 16 Tore warf der Braunschweiger Rückraumspieler. Auf Potsdamer Seite war zwar Christian Schwarz mit sieben Treffern erfolgreich, doch ließ der Kreisspieler auch zahlreiche Chancen ungenutzt.

Beide Saisonspiele gegen Braunschweig verloren

„Zu wenig Tore gemacht und zu viel bekommen“, so Münchbergers treffende und einfache Formel, die vor allem in der ersten Halbzeit ihre Anwendung fand. Zwischenzeitlich lag Potsdam mit vier Toren zurück. Dieser Rückstand erwies sich als zu große Hypothek, da der VfL kein wirklich erfolgreiches Mittel fand, um diese abzulösen. „Da waren wir einfach nicht clever genug“, so Münchberger. Auch der Versuch von Torhüter Grunz, nach einer erfolgreichen Parade das Publikum zu lautstarker Unterstützung zu animieren, war nicht wirklich nachhaltig erfolgreich, weil es wirkliche Animation für Jubel und Begeisterung zu selten gab: Tore. Selbst als sich zum Ende der Partie doch noch die Chance auftat, zumindest ein Remis zu schaffen, blieb sich das Spiel seinem Muster treu: Zweimal parierte Panzer einen Konter des VfL und sicherte seiner Mannschaft wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt.

Somit verloren die Potsdamer beide Saisonspiele gegen den MTV Braunschweig, was Yannik Münchberger in seiner Meinung bestätigte, dass „die Liga in dieser Saison sehr nah beieinander ist“. Daher würden sich einige Prozente weniger Einstellung sofort bemerkbar machen. „Einmal zu wenig Charakter zeigen – das kann man sich in dieser Liga nicht leisten“, zeigte er sich äußerst kritisch. Zum nächsten Charaktertest geht es am Samstag auswärts bei der SG Flensburg-Handewitt II. 

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