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SV Babelsberg 03

  • 12.01.2018
  • von Peter Könnicke

Nach Skandalspiel Babelsberg gegen Cottbus: DFB schaltet sich in Causa Cottbus ein

von Peter Könnicke

Der Nordostdeutsche Fußballverband hat seine zweite Strafe gegen Energie Cottbus nach dem Skandal-Derby gegen den SV Babelsberg 03 zurückgenommen. Dieses Vorgehen sorgt für Bedenken beim Deutschen Fußball-Bund, der eine eigene Prüfung ankündigt.

Fußball-Regionalligist FC Energie Cottbus hat sich erfolgreich gegen eine nachträgliche Strafe des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) nach dem Skandal-Derby im vergangenen April gegen den SV Babelsberg 03 gewehrt. Wie der Lausitz-Klub auf seiner Homepage mitteilt, hat der NOFV der Berufung des Vereins gegen das Urteil vom vergangenen November im vollem Umfang stattgegeben. Der FC Energie Cottbus wurde zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt, außerdem sollte er in präventive Maßnahmen investieren und bis Ende Februar ein „Konzept zur Vermeidung von demokratiefeindlichen Verfehlungen“ beim NOFV vorlegen. Dieses Urteil wurde nun vollständig aufgehoben.

Hintergrund des Rechtsstreits waren massive fremdenfeindliche und rassistische Ausschreitungen im Cottbuser Fan-Block während des Regionalliga-Derbys. Diese blieben in einem Sportgerichtsverfahren des NOFV zunächst ungeahndet, der Verband verhängte gegen den FC Energie lediglich eine Strafe wegen eines versuchten Platzsturms und des Abbrennens von Pyrotechnik. Auch der SV Babelsberg 03 wurde wegen derartigen Fehlverhaltens seiner Fans zu 7000 Euro Strafe verurteilt – zudem begründet der NOFV das SVB-Urteil mit „Nazischweine raus“-Rufen aus dem Babelsberger Fanblock. Der SVB wehrt sich seitdem gegen das Urteil, wandte sich dabei in einem Offenen Brief an den Vorsitzenden des Deutschen Fußball-Bundes. Dieser forderte daraufhin den NOFV auf, die damaligen Vorgänge im Cottbuser Fan-Block in einem erneuten Verfahren zu untersuchen und zu bewerten, was schließlich im vergangenen November zu dem Urteil gegen den FC Energie führte.

"Es wäre ein fatales Signal"

Der reagierte „mit großer Verwunderung“ und hinterfragte das Vorgehen: „Werden nach mehr als sechs Monaten neue Erkenntnisse und Sachlagen aufgrund von offenen Briefen anderer Vereine oder gar deren Rechtsstreitigkeiten mit Verbandsgerichten zutage gefördert oder gibt es sachliche Gründe für ein derartiges Handeln?" Der Verein habe intensiv geprüft, ob er Berufung einlegen soll und sieht sich nunmehr bestätigt. „Es war nicht nachvollziehbar, weshalb wir ein zweites Mal bestraft werden sollen“, so Vereinssprecher Stefan Scharfenberg.

Währenddessen äußert DFB-Vizepräsident Rainer Koch „erhebliche Bedenken an der Rechtmäßigkeit der Entscheidung des NOFV-Verbandsgerichts". Gegenüber dem „Kicker“ kündigte er an, dass er den DFB-Kontrollausschuss gebeten habe, diesen Fall eingehend zu prüfen und gegebenenfalls Revision beim DFB-Bundesgericht einzulegen. Koch: „Rassismus und Diskriminierung haben im Fußball keinen Platz, und deshalb wäre es ein fatales Signal, wenn Vorfälle dieser Art ungeahndet bleiben würden."

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