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  • 22.12.2017
  • von Tobias Gutsche

Potsdamer Sportförderung: Wie fördert Potsdam seinen Sport?

von Tobias Gutsche

Auf breiter Brust. Dort tragen etwa die VfL-Handballer das Logo der EWP als einem der wichtigsten Sportförderer der Stadt. Foto: Julius Frick

Potsdam genießt den Ruf als Sportstadt. Um diesen Status zu sichern, wurden vergangenes Jahr fast 16 Millionen Euro investiert. Veranstaltungen und Vereine mit überregionaler Ausstrahlung bekommen die meiste Unterstützung von der Stadt und ihren kommunalen Unternehmen.

Von der Breite bis in die Spitze – Potsdam hat sportlich enorm viel zu bieten. Laut dem aktuellsten Sportförderbericht der Brandenburger Landeshauptstadt, der vor Kurzem veröffentlicht wurde, waren 2016 insgesamt 162 Vereine mit 30.603 Mitgliedern im Potsdamer Stadtsportbund organisiert. Die Anzahl der Aktiven macht demnach etwa 17,8 Prozent der Stadtbevölkerung aus. Nicht gerade wenige von ihnen gehören europa- und weltweit zu den Besten ihrer Zunft, weshalb in dem Bericht satte vier engmaschig strukturierte A4-Seiten zur Auflistung der internationalen Erfolge des vergangenen Jahres benötigt werden. Auch mannschaftlich ist Potsdam top, denn gut ein Dutzend hiesiger Mannschaften sind in der höchsten Liga Deutschlands vertreten. Ob nun Kinder-, Jugend-, Freizeit- oder Leistungssport – alle Bereiche brauchen finanzielle Unterstützung, um für die entsprechenden Zielgruppen attraktiv zu sein. Das wirft die Frage auf: Wie fördert Potsdam seinen Sport?

Allein über neun Millionen Euro flossen in Luftschiffhafen

Zunächst einmal vor allem mit der kostenfreien Nutzung der Sportstätten für Vereine. Darüber hinaus wurden 2016 aus dem Stadthaushalt rund 15 Millionen Euro zum Wohle des Sports aufgewandt – davon allein über neun Millionen Euro als Zuschuss für den Luftschiffhafen, weitere 2,7 Millionen Euro flossen in die Bäderlandschaft und etwa zwei Millionen Euro entfielen auf den Kommunalen Immobilienservice.

Als finanzielle Sportfördermittel wurden annähernd 290.000 Euro bereitgestellt, was fast zehn Euro pro Stadtsportbundmitglied entspricht. Zwei Drittel dieses Betrages, der unter anderem Zuschüsse für Übungsleiter, Projektmittel und Anschaffungskosten für Sportgeräte beinhaltet, richtet sich auf die Kinder- und Jugendarbeit. Ergänzend kommen sogenannte Sportstadtmittel hinzu. Damit werden besonders bedeutungsvolle Veranstaltungen und Vereine gestärkt. Von den 194.800 Euro wurden 104.000 Euro für den internationalen Turbine-Hallencup (30.000), den Kanu-Kanalsprint (26.000), den Schlösserlauf (20.000), rbb-Lauf (13.000), für das Stabhochsprung-Meeting (8000) und für das Volleyball-Masters (7000) investiert. Der Rest ging an Clubs der ersten Bundesliga: SC Potsdam (Volleyball/30.000), 1. FFC Turbine (Fußball/25.000), OSC (Wasserball/15.000), UJKC (Judo/10.000), Triathlon Potsdam (7800), Potsdamer SV im OSC (Schwimmen/3000).

EWP und Pro Potsdam sponserten annähernd 800.000 Euro

Die Vergabe von Haushaltsmitteln der Stadt für den Sport beurteilt Andreas Gerlach als gut. Der Potsdamer Sportfunktionär weiß in seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer des Landessportbundes Brandenburg einzuschätzen: „Die Richtlinien sind klar und transparent. In Potsdam ist die Praxis stimmig. Jeder Verein kann seine Anträge stellen und hat auch seine Chance.“

Anträge auf Unterstützung können auch an die zwei großen kommunalen Unternehmen, die dem Sport als wichtiger Partner zur Seite stehen, gerichtet werden: Pro Potsdam sowie Energie und Wasser Potsdam (EWP). Für ihr Sponsoring-Engagement haben beide Richtlinien und Kriterien erarbeitet. Auf deren Grundlage verteilten Pro Potsdam und EWP 2016, wie aus den Sponsoringberichten hervorgeht, zusammengerechnet rund 784.000 Euro an Vereine oder Projekte mit Sportbezug.

EWP-Änderung: Gleichberechtigung zwischen SVB, SCP und Turbine

Die EWP förderte zwölf Clubs und ein Handball-Botschaftsturnier der Republik Türkei mit einem Gesamtvolumen von 624.000 Euro. Am meisten erhielten Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 (210.000), Frauenvolleyball-Bundesligist SC Potsdam (155.000) und Frauenfußball-Bundesligist Turbine (92.400). Für das zu Ende gehende Jahr 2017 hatten die Stadtwerke im vergangenen Frühjahr die Höhe der Förderung – zur Überraschung und zum teilweisen Unmut der Vereine kurzfristig – reduziert: Die drei großen Vereine bekommen gleichberechtigt jeweils 130.000 Euro überwiesen, was in die bereits feststehenden Budgets von SVB und SCP eine durchaus große Lücke riss, die nur teilweise und mit viel Mühe geschlossen werden konnte.

Deutlich weniger in der Gesamtsumme, dafür aber mehr Begünstigte: So lässt sich das 2016er-Sponsoring der Pro Potsdam im Vergleich zur EWP zusammenfassen. Fast 160.000 Euro gingen an 24 Sportprojekte oder -vereine. Mit 15.000 Euro wurde der Schlösserlauf bedacht, bei dem die Pro Potsdam Namenspatron ist. Die gleiche Summe erhielt die Handball-A-Jugend des VfL Potsdam. Und während die SCP-Volleyballerinnen 25.000 Euro Förderung genossen, unterstützte das Unternehmen den 1. FFC Turbine mit 40.000 Euro – verbucht unter „Wohnraum für Sportlerinnen“.

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