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Turbine Potsdam

  • 08.12.2017
  • von Peter Könnicke

Turbine Potsdam: Der lange Weg zurück

von Peter Könnicke

Geballte Faust. Bianca Schmidt ist eine Kämpfernatur. Foto: Jan Kuppert

Bei Fußballerin Bianca Schmidt entstanden aufgrund gesundheitlicher Probleme Zweifel. Aber dann wurden diese vom starken Glauben an sich selbst ausgeräumt. Inzwischen hat die Abwehrspielerin von Turbine Potsdam es wieder ins Nationalteam geschafft und möchte weiter im Verein überzeugen.

Es war ein langer Weg zurück, den Bianca Schmidt gehen musste, um Ende November wieder im Kader der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft zu stehen. Zwei Jahre kämpfte sich die Abwehrspielerin von Turbine Potsdam zunächst zurück in den Bundesliga-Alltag und über diesen wieder in die DFB-Auswahl. Als für das Länderspiel gegen Frankreich von Bundestrainerin Steffi Jones der Anruf kam, „habe ich mich wahnsinnig gefreut“, sagt Bianca Schmidt und gesteht zugleich: „Zwischendurch habe ich fast selbst daran gezweifelt, ob ich es überhaupt noch einmal schaffe“.

Mit der Rückkehr vom 1. FFC Frankfurt im Sommer 2015 nach Potsdam begann die wohl schwierigste Zeit ihrer bisherigen sportlichen Laufbahn. Rückenprobleme setzten sie in der damaligen Saison die komplette Rückrunde außer Gefecht. „Es gab nur Therapie und Reha“, erinnert sie sich. Der Traum von den Olympischen Spielen in Rio platzte, die zweifache Europameisterin (2009 und 2013) musste daheim zuschauen, wie ihre Vereinskolleginnen Tabea Kemme und Svenja Huth mit der Nationalmannschaft olympisches Gold gewannen.

Heimspiel gegen Hoffenheim

Während für die anderen Gold glänzte, gewann für Bianca Schmidt etwas anderes wieder an Stärke: Der Glaube an sich selbst, es noch einmal zu schaffen, wieder zum alten Leistungsvermögen zurückzukommen und damit die Gewissheit zu erlangen, auch wieder in die Auswahl der besten deutschen Kickerinnen zu gehören. Sie sei nicht ungeduldig gewesen, sagt sie, vielmehr zielstrebig und fokussiert, Schritt für Schritt zu gehen. „Anfangs habe ich mehr gegen die Schmerzen gekämpft als gegen oder für alles andere“, sagt sie. Als die Probleme endlich in den Griff bekommen wurden, sie schmerzfrei trainieren und spielen konnte, avancierte sie in der vergangenen Saison zunächst bei Turbine wieder zur Stammspielerin. „Ich habe fast jedes Spiel gemacht, aber auch gemerkt, dass ich deutlich mehr an Rehabilitationszeit brauche als alle anderen meiner Mitspielerinnen“, sagt sie. Die Vorbereitung im vergangenen Sommer wurde zum nächsten wichtigen Baustein fürs Comeback auf die Nominierungsliste von Steffi Jones. „Mein Körper hat mir gezeigt, dass er es packt – und auch will“, sagt Bianca Schmidt.

In der schwierigen Zeit der Zweifel und Selbstzweifel war es indes die mentale Stärke, die die 51-fache Nationalspielerin nicht aufgeben ließ, an ihr Comeback zu glauben. „Sportsgeist und der Hunger auf Erfolg haben mich immer motiviert und angetrieben“, sagt die gebürtige Thüringerin. Dies werden auch künftig die Triebfedern sein, um sich für Einsätze in der DFB-Auswahl zu empfehlen – natürlich gepaart mit der nötigen Leistungsstärke. „Wenn ich bei 100 Prozent meiner Leistung bin, sehe ich mich auch in der Nationalmannschaft“, sagt die 27-Jährige mit zurückerlangtem Selbstbewusstsein, das auch hilft, um trotz einer Serie von Unentschieden mit Turbine in der Bundesliga vom aktuell fünften Platz auf die sieben Punkte weit entfernte Tabellenspitze zu schauen. Für die TSG Hoffenheim als nächster Gegner im Heimspiel am kommenden Sonntag (Beginn: 14 Uhr/Karl-Liebknecht-Stadion) „sind wir bereit“, sagt Bianca Schmidt. 

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