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SV Babelsberg 03

  • 01.12.2017
  • von Matthias Schütt

SV Babelsberg 03: Spaßfaktor Fußball

von Matthias Schütt

Treffsicher. In den vergangenen beiden Ligapartien gegen den VfB Germania Halberstadt und BFC Dynamo erzielte SVB-Offensivspieler Tino Schmidt, der im Sommer von der zweiten Mannschaft des 1. FC Kaiserslautern kam, drei Treffer. Mannschaftsintern ist er mit insgesamt vier Toren hinter Andis Shala (fünf Treffer) nun zweitbester Torschütze. Foto: Jan Kuppert

Mit seinen erst 24 Jahren hat Tino Schmidt schon reichlich fußballerische Erfahrung gesammelt. Im Sommer kam er gefrustet aus der Pfalz zum SV Babelsberg 03 und ist dort nun Leistungsträger. Als Nächstes tritt sein SVB bei einem Auswärtsspiel ganz in der Nähe an.

In einem Café in der Potsdamer Innenstadt: Fußballer Tino Schmidt rührt den Honig in seinen Ingwer-Tee und denkt genüsslich an die 73. Spielminute im Regionalliga-Prestigeduell zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem BFC Dynamo am vergangenen Samstag im Karl-Liebknecht- Stadion. Nach einer Hereingabe von Teamkollege Manuel Hoffmann ließ BFC-Keeper Bernhard Hendl den Ball nach vorne abprallen – Sommerneuzugang Schmidt schaltete blitzschnell und knipste völlig freistehend zur zwischenzeitlichen Babelsberger 1:0-Führung.

Für den SVB laufen momentan die "Berliner Wochen"

Aus rund zehn Metern schoss er überlegt mit dem rechten Fuß in die rechte obere Ecke – sein vierter Saisontreffer und das dritte Tor in den vergangenen beiden Partien. „Ich bin seit dieser Saison wieder auf dem aufsteigenden Ast. Da helfen natürlich solche persönlichen Erfolgserlebnisse, auch wenn sich das 1:1 am Ende wie eine Niederlage anfühlte“, sagt der gebürtige Nordhäuser. „Das Unentschieden gegen den BFC ist aber abgehakt. Wir wissen um das Potential in unserer jungen Mannschaft und sind voll fokussiert auf das nächste Spiel.“

„Berliner Wochen“ stehen weiter an. Am Sonntag geht es für die Babelsberger gegen den Berliner AK (Beginn: 13.30 Uhr/Poststadion). Danach müssen die Kiezkicker noch bei den Hertha-„Bubis“, der zweiten Mannschaft des Berliner Bundesligisten, antreten. Zum Abschluss des Kalenderjahres reist Lok Leipzig in die brandenburgische Landeshauptstadt an. „Maximal neun Punkte sind noch in diesem Jahr möglich. Für uns ist in jedem Spiel was drin“, meint Schmidt.

Einmal durfte Schmidt kurz Zweitligaluft schnuppern

Im Blick ist nun zunächst der BAK, gegen den der SVB seit dem Drittliga-Abstieg 2013 auswärts noch nichts geholt hat. Alle vier Gastspiele im Poststadion gingen verloren. „Der BAK ist eine spielstarke Mannschaft. Der wollen wir so schnell wie möglich den Spaß am Fußball nehmen und selbst das Spiel kontrollieren“, sagt der 24-Jährige vor dem Duell beim direkten Tabellennachbarn. Beide Teams haben 22 Zähler auf dem Konto. Der SVB steht aber als Achter einen Rang vor den Bundeshauptstädtern. Einige Plätze zu schlecht, wie Tino Schmidt findet. „Da waren unsere ganzen Unentschieden suboptimal, um besser da zu stehen“, erklärt er. In 16 Partien spielten die Landeshauptstädter bisher zehnmal remis – Spitzenwert aller 92 Regionalligateams in den fünf Staffeln.

Tino Schmidt kennt den kommenden Gegner noch aus seiner Zeit beim FC Carl Zeiss Jena. Dort spielte er neun Jahre, sowohl im Nachwuchs- als auch im Herrenbereich. Wie er selbst sagt, schlug er mehrere Drittliga-Angebote aus und entschied sich im Sommer 2015 zu einem Wechsel in die Regionalliga Südwest zum 1. FC Kaiserslautern II. „Die zwei Jahre in der Pfalz waren eine schwierige Zeit. Da hilft mir auch nicht die eine geile Erinnerung an ein Zweitligaspiel mit dem FCK bei RB Leipzig“, meint der Offensivakteur. „Ich wurde fünf Minuten vor dem Ende eingewechselt, durfte vor 35.000 Zuschauern spielen und rannte um mein Leben. Letztlich gewannen wir auch noch mit 2:0.“ Seine Hoffnung, Fuß in der ersten Mannschaft der Lauterer und damit im Profifußball zu fassen, erfüllt sich aber nicht. „Der Wechsel dorthin war eine falsche Entscheidung, die ich gerne aus meiner Karriere streichen möchte.“

Schnell, lauf- und dribbelstark sowie mit guter Übersicht

Beim SV Babelsberg hat Tino Schmidt nun aber ein gutes Gefühl. Zur aktuellen Saison schloss er sich den Nulldreiern an und gewann den Spaß am Fußball zurück. Aktuell ist er zweitbester SVB-Saisontorschütze, mannschaftsintern ist nur Andis Shala mit fünf Treffern besser. Er sei fokussiert und will mit der nötigen Professionalität vorangehen, sagt Tino Schmidt. Mit gerade Mitte 20 hat er bereits über 160 Regionalliga-Partien hinter sich – in dem mit einem Durchschnittsalter von 23 Jahren zweitjüngsten Team der gesamten Nordost-Staffel zählt er schon zu den Erfahrensten. „Ich habe klare Prinzipien und ordne dem Fußball alles unter. Da gehören auch schon mal Extraschichten im Kraftraum oder nach dem Training auf dem Platz dazu. Auch ist mir die Ernährung sehr wichtig“, bemerkt der SVB-Kicker mit der Trikotnummer 27. Er war einer von acht Babelsberger Neuzugängen in diesem Sommer und unterschrieb für ein Jahr. „Tino ist ein lauf- und beidfüßig technisch starker Spieler. Er wird unsere Offensive weiter voranbringen“, war sich SVB-Trainer Almedin Civa bei der Verpflichtung sicher. Damit sollte er Recht behalten.

Denn der 1,74 Meter große Kreativspieler überzeugte von Beginn an. Schmidt stand bisher in allen 20 Pflichtspielen dieser Saison auf dem Rasen, setzte mit seiner Schnelligkeit, Laufbereitschaft, den Dribblings sowie der Spielübersicht für Akzente. Und auch außerhalb des Spielfeldes hat er sich bereits einen Überblick verschafft. Schmidt erkundet seine neue Heimat mit dem Auto, ist viel in der Umgebung unterwegs. Aber – wichtig ist ja bekanntlich auf dem Rasen! Und dort wusste er zuletzt haargenau, wo er zu stehen und vor allem zu treffen hat. „Ich will weiter meine Leistung abrufen und mich etablieren“, betont Tino Schmidt und sieht dafür beim SVB eine wichtige Voraussetzung gegeben: Fußball ist für ihn am Babelsberger Park wieder ein Spaßfaktor.

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