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Brandenburg läuft

  • 29.11.2017
  • von Matthias Schütt

Brandenburg läuft: Potsdamer Laufclub: Ein Brückenschlag

von Matthias Schütt

Laufstar vergangener Tage. PLC-Mitbegründer Jürgen Straub holte zu seiner aktiven Zeit als Mitglied des ASK Vorwärts Potsdam Silber bei Olympia in Moskau. Foto: Matthias Schütt

Der Potsdamer Laufclub feierte im Luftschiffhafen mit Olympiaprominenz sein 20-jähriges Vereinsjubiläum. Die Wurzeln des Vereins liegen jedoch viel weiter zurück. Im Rahmen des Festaktes wurde der Blick nach hinten und nach vorne gerichtet.

Brauner Baumwoll-Trainingsanzug, gelb-rote Streifen auf dem Ärmeln und der leuchtend-gelbe „ASK“-Schriftzug für den Armeesportklub auf dem Rücken. So präsentierte sich jüngst bei lautstarker Marschmusik Jürgen Straub in der Mensa der Sportschule im Luftschiffhafen, wo der Potsdamer Laufclub (PLC) sein 20-jähriges Vereinsjubiläum feierte. „Die Wurzeln des Potsdamer Laufclubs liegen ja im Luftschiffhafen und im ASK Vorwärts Potsdam“, erklärte der 64-jährige Straub. „Ich wollte mit meinem alten Trainingsanzug einen Brückenschlag zwischen der alten und aktuellen Zeit des Potsdamer Laufsports schaffen.“

"Adresse für Laufbegeisterte in Potsdam und der Umgebung"

Als Dritter nach den Potsdamer Laufikonen Ulrike Bruns und Olaf Beyer hatte das PLC-Gründungsvorstandsmitglied den mit vielen Erinnerungen dekorierten Raum betreten. Überall hingen Wandtafeln, Chronologien, Teilnehmer-Shirts, Startnummern, Medaillen, Pokale. Und der gebürtige Thüringer hatte eine Überraschung unter seinem Outfit versteckt: Erst präsentierte der Olympia-Silbermedaillengewinner von Moskau 1980 das blaue Aufwärmshirt der damaligen DDR-Nationalmannschaft – danach entledigte sich Jürgen Straub auch dessen und stand im Original-Leibchen seines famosen 1500-Meter-Silberlaufs im Blickpunkt der mehr als 100 Gäste. „So etwas hat man noch in der Ecke rumzuliegen. Es war ein schöner Anlass, diese Erinnerungen rauszukramen und den Leuten zu zeigen“, sagte der einstige Mittelstreckenläufer, dessen Zielsprint in Moskau parallel dazu über einen Beamer auf eine Leinwand projiziert wurde und spontan Beifall auslöste. „Da erinnert man sich noch an jeden Schritt zurück und ist immer wieder ein kleines bisschen stolz.“

Nachdem die Athleten von einst ihren großen Auftritt hatten, standen die verschiedenen Laufgruppen des PLC im Fokus. Immerhin bietet der Verein, der sich 1997 im Alt Drewitzer Lindenhof gegründet hatte, ein Dach für rund 370 Sportler mit verschiedensten Leistungsklassen. „Wir sind die Adresse für Laufbegeisterte in Potsdam und der Umgebung“, sagte Vereinschefin Cirsten Schulz, die seit 2016 im Amt ist.

Breiten- und Leistungssportgedanken im Blickpunkt

Doch wie geht es für den Verein in die Zukunft? „Wo wollen wir hin?“, fragte denn auch Schulz und beantwortete im gleichen Atemzug: „Wir wollen allen Läufern weiterhin eine Plattform geben. Es ist uns aber auch wichtig, Talentförderung und Talententwicklung mit dem Stützpunktverein SC Potsdam voranzutreiben.“ Das freundschaftliche Verhältnis beider Vereine zeigte sich bereits in den Räumlichkeiten der Mensa, als die „Red Eagles“, die Cheerleadertruppe des SCP, mit einem kleinen Programm aufwarteten und es nur kurzzeitig nicht um den Laufsport ging. Im Anschluss gab es aber wieder nur ein Thema: Die Fortbewegung über eine Strecke mit zwei Beinen.

Wie seit der Gründung stehen weiterhin Breiten- und Leistungssportgedanken im Blickpunkt des Vereins mit den blau-weißen Farben, der auch künftig an seinen eigenen Veranstaltungen in der brandenburgischen Landeshauptstadt festhalten will. „Erfolge brauchen aber Zeit. Da gehört kontinuierliche Arbeit dazu. Man muss viel investieren – und das vermisse ich heutzutage etwas bei den jungen Sportlern“, sagt sich Olympiaheld Jürgen Straub, der, als die Feierlichkeit nach vielen Worten und Reden so richtig begann, schon von Baumwoll-Trainingsanzug zu Jackett, Hemd und Jeans gewechselt hatte. Eben ein ganz Schneller, wie einst auf der Bahn im Luschniki-Stadion.

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