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SV Babelsberg 03

  • 24.11.2017
  • von Matthias Schütt

Fußball im Nordosten: Ringen um die Regionalliga

von Matthias Schütt

Beim DFB-Bundestag im Dezember steht die Strukturreform der vierthöchsten deutschen Fußball-Spielklasse inklusive der Drittliga-Aufstiegsregelung auf dem Plan. Dazu hat der Nordostdeutsche Fußballverband nun zwei eigene Anträge gestellt, um sein Territorium zu verteidigen.

„Meister müssen aufsteigen.“ Mit dieser Forderung der Vereine und Fans muss sich der Deutsche Fußball-Bund (DFB) seit der Einführung der fünfgleisigen Regionalliga zur Saison 2012/2013 immer wieder beschäftigen. Denn aktuell qualifizieren sich aus den fünf Staffeln (Nord, Nordost, West, Südwest und Bayern) sechs Vereine (jeweils die Meister sowie der Zweitplatzierte aus dem Südwesten) zunächst nur für die Relegation, in der nach Ablauf der regulären Saison dann die drei Aufsteiger in die 3. Liga ausgespielt werden. Eine Ungerechtigkeit, wie seit Jahren angemerkt wird.

Antrag für Eigenständigkeit der Nordost-Staffel

Auf dem Außerordentlichen Bundestag des DFB am 8. Dezember in Frankfurt am Main wird die Struktur der Regionalligen und 3. Liga inklusive der Auf- und Abstiegsregelung zwischen diesen beiden Spielklassen behandelt werden. Im Vorfeld verständigten sich die Dritt- und Regionalliga-Vereine aus dem Gebiet des Nordostdeutschen Fußballverbandes (NOFV) nach drei Beratungen zu einer gemeinsamen Linie. Das große Ziel lautet: Die Regionalliga-Meister müssen aufsteigen.

Das passiert aber nur, wenn die derzeitigen fünf Regionalliga-Staffeln auf vier reduziert werden, da die Drittliga-Vereine nur eine Erhöhung von aktuell drei auf vier Absteiger zustimmen, wenn alle vier Regionalliga-Meister direkt hochkommen. Zudem fordern die NOFV-Vereine in diesem Zuge eine eigenständige Nordost-Staffel. Diese drei Punkte stehen in Antrag Nummer eins, den der NOFV nun offiziell für den DFB-Bundestag stellt.

NOFV stellt nur 22 von 140 Stimmberechtigten

Gerade um die Zukunft der Nordost-Gruppe hatte es zuletzt viele hitzige Debatten gegeben. Bei einer Reduzierung auf vier Regionalliga-Staffeln war die Zerschlagung der Nordost-Spielklasse erwogen worden. Dem Vorschlag nach sollen die Clubs aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit der Bayern-Staffel verschmelzen. Die Teams aus Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern würden dann wiederum in die Nord-Gruppe wechseln. Wegen höherer Reisekosten für seine Vereine und zugleich sinkender regionaler Identifikation wehrt sich der NOFV aber vehement gegen eine solche Aufsplittung seines Territoriums.

Deshalb hat er zur Absicherung noch einen zweiten Antrag gestellt. Demnach soll es bei fünf Regionalligen bleiben, aber zumindest vier Aufsteiger geben: drei auf direktem Wege – aus welcher Staffel wird vorher in einem Fünf-Jahres-Zyklus ausgelost – sowie ein weiterer über die Relegation zwischen den anderen beiden Anwärtern. Folglich würde am Ende aber wieder ein Meister nicht aufsteigen. Die Entscheidung zur Neu-Regelung soll beim DFB-Bundestag Anfang Dezember fallen. Dazu liegen auch noch andere Anträge vor – neben denen des NOFV, der in Frankfurt am Main nur 22 von 140 stimmberechtigten Mitgliedern stellen wird. 

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