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  • 08.11.2017
  • von Tobias Gutsche

Fußball in Werder: Hecht-Sprung auf die Insel

von Tobias Gutsche

Abschied vom Jahn-Sportplatz. Über 14 Jahre hinweg war Ingo Hecht (r.) beim Teltower FV aktiv - als Spieler und Trainer. Nun geht er als Coach nach Werder. Foto: Benjamin Feller

Nach dem kurzfristigen Abgang von Sven Thoß zum FSV 63 Luckenwalde musste sich Fußball-Brandenburgligist Werderaner FC einen neuen Trainer suchen - und ist fündig geworden. Ingo Hecht übernimmt die Aufgabe, wodurch zugleich eine Ära in Teltow endet.

Der Rücktritt von Ingo Nachtigall als Trainer des Regionalligisten FSV 63 Luckenwalde hat einen Dominoeffekt im Fußball der hiesigen Region ausgelöst. Luckenwalde brauchte einen neuen Coach – fand ihn in Sven Thoß. Dadurch wurde aber der Posten beim Brandenburgliga-Vertreter Werderaner FC frei, der nun mit Ingo Hecht besetzt wurde. Dessen Ära beim Landesklasse-West-Team Teltower FV, wo sein bisheriger Assistent Holger Wünsche übernimmt, endet somit.

"Ich hinterlasse ja keine verbrannte Erde"

Wildes Vereinshopping ist gewiss nicht das Ding von Ingo Hecht. „Ich bin da ein treuer, loyaler Typ“, sagt der Mann, der 2003 als Spieler nach Teltow kam und ab 2009 zugleich die Mannschaft coachte. „Die Zeit war klasse, der Zusammenhalt beim TFV ist etwas Besonderes. Und ich war dort auch grundsätzlich zufrieden. Allerdings ärgert es mich, dass es nicht gelungen ist, aus unserem hochtalentierten Team den Erfolg rauszuholen, der eigentlich darin schlummert. Doch bei einigen Spielern fehlte leider der nötige Ehrgeiz“, erzählt Ingo Hecht und fügt hinzu: „Daher bin ich zuletzt bei dieser Truppe an meine Grenzen gestoßen und bekam das Gefühl, dass es dann Zeit ist, was Neues zu machen.“ Dennoch sei es ihm „sehr, sehr schwer“ gefallen, Abschied vom Jahn-Sportplatz zu nehmen, zumal der Zeitpunkt mitten in der Saison „katastrophal“ sei. Aber beim Blick auf das Potenzial des Teams und den gegenwärtigen soliden sechsten Tabellenplatz findet der meinungsstarke Charakterkopf: „Ich hinterlasse ja keine verbrannte Erde.“

Solche findet er bei seinem Hecht-Sprung auf die Insel hin zum Werderaner FC auch nicht vor. Mit Klaus-Dieter Bartsch, dem Vereinspräsidenten der auf Rang zwölf von 16 liegenden Blütenstädter, pflegt Ingo Hecht seit vielen Jahren ein gutes Verhältnis, weshalb er nach dessen Anfrage bezüglich des Trainerjobs zusagte. „Da stimmt die Basis“, sagt Hecht. Stets betont er, neben der Grundtugend Kampf auch einen „ästhetischen Anspruch an den Fußball“ zu haben. Leidenschaftlich und attraktiv soll es demnach unter seiner Regie beim neuen Klub werden, betont der frühere Oberligakicker der SG Bornim, der einst auch selbst für die Werderaner auflief, ehe er nach Teltow ging. Dorthin hatte ihn der damalige TFV-Coach Sven Thoß gelotst. Ihn beerbt er nun beim WFC als Trainer. 

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