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SV Babelsberg 03

  • 06.11.2017
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03: Remis ist kein Lohn

von Peter Könnicke

Sven Reimann (l.) war bester SVB-Akteur gegen Meuselwitz. Foto: Jan Kuppert

Zum neunten Mal in dieser Saison endete ein Fußball-Regionalligaspiel des SV Babelsberg 03 unentschieden. Nach dem 0:0 gegen den ZFC Meuselwitz wurde daher wieder gehadert - damit, zwei Punkte verloren zu haben, aber auch damit, dass es derzeit nicht über gute spielerische Ansätze beim SVB hinaus geht.

„Nächste Woche wird es kein Unentschieden geben“, blickte Almedin Civa voraus. Es war keine trotzige Prophezeiung, die der Trainer des Fußball-Regionalligisten SV Babelsberg 03 am vergangenen Freitagabend nach dem 0:0 gegen den ZFC Meuselwitz und somit neunten Saison-Remis des SVB abgab. Es liegt schlicht am Charakter des Landespokalspiels, das der SVB am kommenden Samstag beim Oberliga-Spitzenreiter Optik Rathenow (Beginn: 13 Uhr) bestreitet, dass es spätestens nach dem Elfmeterschießen einen Sieger gibt.

Wie sich der Gewinn eines Fußballspiels anfühlt, haben die Regionalliga-Kicker des SVB nun schon eine ganze Weile nicht mehr erlebt. Auch gegen Meuselwitz konstatierte Sven Reimann enttäuscht: „Es sind zwei Punkte zu wenig.“ Viel Aufwand, den Nulldrei vor allem in der unterhaltsamen zweiten Halbzeit betrieb, blieb unbelohnt. Dabei war der Mittelfeldakteur an diesem Abend das beste Beispiel, dass Nulldrei guten Fußball spielt. Der 23-Jährige machte eine seiner bislang besten Saisonpartien, war stark in den Zweikämpfen, gewann nahezu jedes Kopfballduell und agierte als passsicherer Ballverteiler mit gutem Auge.

 „Das ist inzwischen eine Kopfsache“

Den spielerischen Ansatz seiner gesamten Mannschaft lobte auch Civa: „Wir haben über das ganze Spiel vielleicht zweimal den Ball weggeschlagen, ansonsten immer spielerische Lösungen gefunden.“ Nur eben da nicht, wo finale Lösungen zum Erfolg führen: vor dem Meuselwitzer Tor. „Da treffen wir seit Monaten die falschen Entscheidungen“, hadert Civa. Egal ob Kubilay Büyükdemir, Lukas Knechtel, Manuel Hoffmann oder Tino Schmidt: Die durchaus zahlreichen Möglichkeiten waren in der Konsequenz und im Abschluss nicht gut genug oder ZFC-Keeper Steven Braunsdorf wehrte sie ab. „Das ist inzwischen eine Kopfsache“, schwant Civa, „Angst vor der eigenen Courage“. Was im Training klappt, misslingt im Spiel.

Der SVB hat Punkte verloren, ist aber auch nicht einfach zu besiegen. Auch wenn der aktuell zehnte Tabellenplatz das die Gäste scheinbar glauben und siegesmutig in den Kiez kommen ließ. „Wir wollten hier gewinnen“, meinte ZFC-Trainer Heiko Weber, was zuvor schon andere seiner Kollegen beim Gastspiel im Karl-Liebknecht-Stadion gesagt hatten. Nun können Gästeteams mit einem Remis auswärts meist besser leben als die Heim-Mannschaft, was auch am vergangenen Freitag der Fall war. „In der vergangenen Saison wurden wir hier vorgeführt. Jetzt sind wir auf Augenhöhe. Das macht uns stolz“, erklärte Weber. Civa war natürlich mit dem Ertrag eines Punktes alles andere zufrieden. Mindestens genauso ärgerte ihn der wenig taugliche Vergleich des aktuellen SVB-Personals mit dem Kader der vergangenen Saison. Daran lässt er sich nicht messen, sondern an der Entwicklung seiner jungen Mannschaft, die selbst einen kritischen Maßstab anlegt. „Nur gute Ansätze reichen nicht, um vor dem gegnerischen Tor gefährlich zu werden und Spiele zu gewinnen“, sagt etwa Sven Reimann. Auch kommenden Samstag in Rathenow nicht. „Unentschieden können wir da nicht spielen“, wiederholt Civa doppelsinnig. 

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