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Turbine Potsdam

  • 04.10.2017
  • von Fritz Könnicke

Turbine Potsdam: Fußballkunde und Autogrammjagd

von Fritz Könnicke

Ab in den Parcours. Etwa 80 Mädchen übten während des Trainingsnachmittags an verschiedenen Stationen – zum Beispiel wurde am Dribbling gefeilt. Foto: Fritz Könnicke

Anlässlich des Weltmädchentages initiierten die AOK Nordost, Plan International Deutschland sowie Turbine Potsdam ein ganz besonderes Erlebnis für Nachwuchskickerinnen: den Mädchenfußballtag in Stahnsdorf. Dabei wurden der Platz und die Turbine-Stars in Beschlag genommen.

Dribbeln, tricksen, Tore schießen – und das vor Augen professioneller Fußballerinnen. Das stand auf dem Programm für etwa 80 Mädchen im Alter zwischen sechs und 14 Jahren am vergangenen Freitag. Anlässlich des Weltmädchentages veranstalteten bereits zum fünften Mal die AOK Nordost und Plan International Deutschland sowie der Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Turbine Potsdam einen Trainingsnachmittag für fußballbegeisterte Mädchen auf dem Zille-Sportplatz in Stahnsdorf.

Frisch eingekleidet mit einem T-Shirt mit dem Aufdruck „Because I’m a girl“ wurde der Lärmpegel der aufgeregt wild durcheinanderredenden Mädchenschar erst einmal heruntergedreht, indem acht Gruppen gebildet wurden, die sich im Rotationsprinzip in Slalomdribbeln, Lauf-ABC, Ballannahme oder Passspiel übten. Betreut wurden sie an den verschiedenen Stationen von Nachwuchsspielerinnen der B- und C-Junioren von Turbine Potsdam und dem RSV Eintracht. Diese schlüpften in die Rolle des Trainers, zu dessen Aufgabe es auch immer wieder gehörte, bei den kleinsten Kickerinnen die Schuhe zuzubinden oder nach einem Sturz auch mal Tränen zu trocknen.

„Die Mädchen freuen sich so sehr und lernen was dabei“

Während die ganz Kleinen noch über den Ball stolperten oder diesen zaghaft anstupsten, bewiesen manch ältere Mädchen schon ein relativ souveränes Ballgefühl – möglicherweise motiviert von Turbine-Präsident Rolf Kutzmutz, der zu Beginn des Trainingsnachmittags meinte: „Mit einem Auge schaut man ja hier auch auf mögliche Talente im Nachwuchs.“ Der Präsident stand dann aber doch eher etwas abseits und fachsimpelte mit RSV-Vereinschef Michael Grunwaldt über solch Erwachsenenthemen wie Sponsorenakquise für Bundesligateams, Erfolgsdruck und Saisonetats.

Höhepunkt des Nachmittags war die Autogrammstunde der Turbine-Bundesliga-Spielerinnen, deren Ankunft mit kreischendem Jubel der Mädchen begleitet wurde. Im Akkord schrieben Johanna Elsig, Svenja Huth und Co. ihre Namen auf Autogrammkarten und T-Shirts. „Die ganze Veranstaltung ist eine tolle Sache“, befand Turbine-Torhüterin Lisa Schmitz. „Die Mädchen freuen sich so sehr und lernen was dabei.“ Sie selbst habe als junges Mädchen nur unter Jungs trainiert.

Turbine-Unterschriften wurden wie Trophäen präsentiert

Während die meisten für gut eine halbe Stunde von der Ball- zur Autogrammjagd wechselten und dann stolz ihren Mamas und Papas die Unterschriften der Turbine-Spielerinnen wie Trophäen präsentierten, saß ein Mädchen auf dem Geländer am Spielfeldrand und ließ die Beine baumeln. Sie mag lieber spielen als Autogramme sammeln, sagte sie und prophezeite ihrem Vater: „Irgendwann hol’ ich dich ein und bin besser als du.“ „Wenn du Autogrammkarten verteilst, biste besser“, erwiderte dieser.

Angekündigt waren für den Mädchentag auch wichtige Tipps zu einer gesunden Ernährung. Es gab Waffeln und Gummibärchen als Pausensnack und die eine oder andere Bundesliga-Kickerin kam auf dem Weg vom Autogrammtisch zurück zum Parkplatz nicht ohne Stopp am Bratwurststand vorbei. Aber auch das ist ja irgendwie eine wichtige Lektion: Bratwurst und Fußballplatz gehören eben zusammen.

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