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SV Babelsberg 03

  • 22.09.2017
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03: Laut wie auf dem Pausenhof

von Peter Könnicke

Beim Regionalligisten SV Babelsberg 03 ist die derzeitige Freude am Fußball hörbar. Diese Saison präsentiert sich der Kiezklub bislang variabel, wodurch er zuletzt vier Spiele in Folge ungeschlagen blieb. Die Serie soll gegen Aufsteiger VSG Altglienicke fortgesetzt werden.

Akustisch klang es auf dem Trainingsplatz des SV Babelsberg 03 am vergangenen Dienstagnachmittag wie auf einem Schul-Pausenhof. Laut! Beim Trainingsspiel der Regionalliga-Fußballer ging es engagiert zur Sache – ganz nach dem Geschmack von Chefcoach Almedin Civa, der sich selbst ein grünes Leibchen übergestreift hatte und munter mitkickte.

Drei Tage zuvor, nach dem 4:3-Spektakel des SVB bei Viktoria Berlin hatte Civa etwas irritiert auf die Frage eines Journalisten reagiert, was er denn mit seiner Mannschaft gemacht hätte: Die sei ja völlig heiß und aufgedreht gewesen. „Die Spieler sind im Schnitt 23 Jahre alt“, antwortete Civa schließlich, „wenn ich die heiß machen muss, läuft was verkehrt.“ Seine Spieler seien jeden Tag bereit, zu lernen und würden das immer schneller umsetzen, sodass seine Idee vom Fußball mehr und mehr zu erkennen ist.

Nulldrei-Kader bietet gute Alternativen

Zudem motiviert der Konkurrenzkampf, der sich durch den Kader ergibt, den Civa in seiner Doppelfunktion als Trainer und sportlicher Leiter zusammengestellt hat. Denn neben vielen jungen Spielern hat er die Auswahl so getroffen, dass Positionen variabel besetzt werden können – vor allem offensiv. Sieben Punkt- und zwei Pokalspiele sind in der laufenden Saison absolviert – und immer wieder überraschte Civa mit einer anderen Aufstellung. Nicht aus Experimentierfreude. Mit seinem Personal kann Civa flexibel auf den jeweiligen Gegner reagieren – und auch auf Umstände wie Verletzungen und Sperren.

Als eine solche Torjäger Andis Shala vergangenen Samstag absitzen musste, war Civa um eine Alternative nicht verlegen und vertraute auf Abdulkadir Beyazit. Und der ging so motiviert und engagiert zur Sache, wie es Civa einem 21-jährigen Fußballer in der vierten Liga unterstellt und wie er es von ihm erwartet. Ähnlich Farid Abderrahmane, der als eine der letzten Neuverpflichtungen die Konkurrenz in der SVB-Kreativabteilung mit Kubilay Büyükdemir wesentlich erhöht und am vergangenen Samstag einfach nur froh war über die Chance, das Babelsberger Spiel zu leiten. Und es war Andis Shala, der den 20-Jährigen von der Tribüne aus beobachtete und ihm nach Ende der Partie motivierend attestierte: „Er war der beste Mann auf dem Platz.“

„Die wollen halt guten Fußball spielen“

Und auch disziplinarische Maßnahmen kann sich Civa leisten, was der einstige Fußballprofi allerdings auch tun würde, wenn seine Auswahl an Spielern nicht so groß wäre. Aber als zu Beginn der Saison zwei seiner jungen Schützlinge meinten, sich um das Lauftraining im Babelsberger Park drücken zu können, strich Civa sie kurzerhand aus dem Kader und verbannte sie auf die Tribüne.

Wie viel Ehrgeiz und Vermögen zur Selbstkritik in der Truppe steckt, zeigten die erste Reaktionen nach dem 4:3-Sieg gegen Viktoria. 3:0 hatte der SVB bereits geführt, dann drei Gegentreffer zum zwischenzeitlichen 3:3 kassiert. Und während die Nulldreier nach dem Schlusspfiff ganz beseelt vom Sieg waren, „musste ich meine Jungs erstmal aufbauen, weil sie unzufrieden waren“, sagt Civa und meint: „Die wollen halt guten Fußball spielen“ – auch am heutigen Abend, wenn um 19 Uhr Aufsteiger VGS Altglienicke im Karl-Liebknecht-Stadion gastiert. 

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