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  • 22.09.2017
  • von Tobias Gutsche

Basketball beim RSV Eintracht und USV Potsdam: Herausforderungen unter den Körben

von Tobias Gutsche

Funktion als Punktesammler und Mentor. US-Boy Josh Smith (l.) soll zusammen mit seinem Landsmann Michael Holton Jr. den jungen, unerfahrenen RSV-Akteuren helfen. Foto: Julius Frick

Die neue Basketballsaison startet für die beiden besten Mannschaften aus der brandenburgischen Landeshauptstadtregion. Stark verjüngt geht der RSV Eintracht 1949 Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf in die 2. Bundesliga ProB - der USV Potsdam wiederum maximal selbstbewusst in die 2. Regionalliga.

Als dominanter Aufsteiger beziehungsweise eigentlicher Absteiger starten am Wochenende die beiden besten Basketballmannschaften von Brandenburgs Landeshauptstadtregion in die neue Saison. Während der USV Potsdam seine Rückkehr auf das Parkett der 2. Regionalliga Ost daheim in der Uni-Sporthalle Golm gegen den SV NoBa Greifswald bestreitet (Samstag, 18.30 Uhr), empfängt der RSV Eintracht 1949 Teltow/Kleinmachnow/Stahnsdorf tags darauf den MTV Herzöge Wolfenbüttel (17.30 Uhr/BBIS-Sporthalle Kleinmachnow) zum Nordstaffelduell in der 2. Bundesliga ProB.

Auch im elften Jahr der ProB-Historie ist der RSV also wieder mit von der Partie. Ein Alleinstellungsmerkmal des mittelmärkischen Klubs. Allerdings ist er 2017/18 nur wegen für ihn günstiger Fügungen mit dabei, denn wie schon zwei Spielzeiten zuvor darf die Eintracht teilnehmen, obwohl sie in der vorangegangenen Saison den Klassenerhalt verpasst hatte. Analog zu 2015 erhielt der RSV einen Nachrückerplatz, nachdem anderen Vereinen keine Zweitligalizenz erteilt worden war.

Entwicklungspotenzial beim RSV-Team

Die Gewissheit über die aktuelle Ligazugehörigkeit bestand erst Ende Juli, was für die Eintracht-Verantwortlichen eine „große Herausforderung“ darstellte, wie der sportliche Leiter Vladimir Pastushenko erklärt: „Die Sache war lange Zeit in der Schwebe. Daher konnten wir die Kaderplanungen nicht so vorantreiben wie gewünscht. Viele Spieler, die wir gerne gehalten oder geholt hätten, sprangen ab, suchten sich was anderes. Von der Bestätigung – ja, wir sind immer noch in der ProB – bis zum Saisonauftakt blieben uns nur knapp zwei Monate.“

Im Eiltempo wurde das Team zusammengestellt. Zu zwei Dritteln erhielt es, verglichen mit dem Vorjahr, ein neues Gesicht. Vor allem ein jüngeres. „Wir haben viele Nachwuchsakteure hochgezogen und so den Altersdurchschnitt weit gesenkt. Auf etwa 22 Jahre“, berichtet Pastushenko. Er sehe Potenzial in der Mannschaft, sie sei „frisch und hungrig“, aber eben auch weitestgehend unerfahren auf diesem Niveau. Durchaus ein Wagnis. „Wir sind von den Jungs überzeugt. Sie sollen sich bei uns entwickeln und reifen.“ Wichtige Hilfestellungen als „Mentoren“ sollen dabei besonders die gestandenen US-Amerikaner Michael Holton Jr. und Josh Smith leisten.

USV möchte sich langfristig etablieren

Während sich die von Denis Toroman und Michael Wende trainierte Eintracht auf einen neuerlichen, schweren Kampf um den Klassenverbleib einstellt, sieht sich der USV Potsdam nicht im tabellarischen Keller der 2. Regionalliga Ost. „Wir peilen einen Platz im vorderen Mittelfeld an“, sagt USV-Trainer Konstantin Mau, dessen Truppe maximal selbstbewusst als amtierender Oberliga-Brandenburg-Meister nun eine Etage höher antritt. All ihre Spiele gewannen die Potsdamer vorige Saison, teilweise siegten sie mit mehr als 100 Punkten Vorsprung. „Wir werden uns wieder an andere Verhältnisse gewöhnen müssen“, meint Mau. „Das ist jedoch auch eine tolle Herausforderung, sich gegen stärkere Teams zu behaupten.“

Darum geht es dem USV auch perspektivisch, denn er möchte sich in der 2. Regionalliga etablieren. „Über die vergangenen zehn bis 15 Jahre hinweg sind die Brandenburger Mannschaften fast immer nach einem Jahr oder zwei Jahren gleich wieder abgestiegen“, erklärt der Coach. Sein Verein hatte es selbst erlebt, als er 2014 emporkletterte und 2016 wieder hinabstürzte. „Wir haben uns jetzt ein stabiles Kadergeist aufgebaut, das länger tragen soll. Für die neue Saison haben wir uns auch noch gut verstärkt.“ Unter anderem mit David Herwig, der vom RSV Eintracht gekommen ist und beim Uni-Club in Person von Erik Müller einen weiteren Ex-RSV-Akteur an seiner Seite hat. Beide konnten sich in der Vorbereitung mit ihrem früheren Verein bei einem Testspiel duellieren. Sehr gut boten die Potsdamer Paroli, führten während des dritten Viertels sogar, mussten sich letztlich jedoch der nicht überzeugenden Eintracht geschlagen geben. Ob es ein Fingerzeig war, dass dem USV diese Saison einiges zuzutrauen ist und der RSV es schwer haben wird, bleibt abzuwarten.

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