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SV Babelsberg 03

  • 11.09.2017
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03: Test in Abwehrkunde

von Peter Könnicke

Bester Babelsberger. Mike Eglseder (l.) spielte eine starke Abwehrrolle. Foto: B. Feller

Gegen den ambitionierten FSV Wacker Nordhausen präsentierte sich der SV Babelsberg 03 in seinem Fußball-Regionalligaspiel stark kämpferisch. Dadurch wurde ein torloses Remis erarbeitet. Ein Punktgewinn - und das trotz mehr als einer halben Stunde in Unterzahl.

So ein Spiel kann zur Schweißnaht für den künftigen Teamzusammenhalt werden. „Unglaublich“, nannte Manuel Hoffmann die Leidenschaft, mit der sein SV Babelsberg 03 am gestrigen Sonntagnachmittag gegen den FSV Wacker Nordhausen ein 0:0 erkämpft hat. „Eine super Teamleistung“, befand auch sein Nulldrei-Spielerkollege Kubilay Büyükdemir, „jeder ist für jeden gelaufen.“ Er zollte ein „Riesenlob an die Abwehr“, in der Innenverteidiger Erdal Akdari nach seiner Rückkehr gleich sein erstes Regionalliga-Saisonspiel absolvierte.

Die Gäste transferierten ihre Ambitionen, auch in diesem Jahr um die Meisterschaft in der Nordost-Staffel mitzuspielen, von Beginn an auf den Rasen. Ball und Spiel hatte die Mannschaft von Volkan Uluc sofort unter Kontrolle gebracht. Sein Kollege Almedin Civa auf der Babelsberger Seite war auf den offensiven Fußball aus Nordhausen eingestellt: Abwehrarbeit stand am Sonntagnachmittag auf dem Lehrplan für seine junge Mannschaft. Am Ende der intensiven 90 Minuten verteilte der Nulldrei-Trainer seinen Spielern gute Noten: „Sie haben sehr gut in der Defensive gearbeitet.“ Die Doppelstunde hatte für seine Elf einen „hohen Lerneffekt“, resümierte Almedin Civa. Die Lektion war nicht einfach: Mit Wacker Nordhausen gastierte ein offensiver und spielfreudiger Gegner am Babelsberger Park, der eine gute Spielanlage auf den Rasen projizierte und dem SVB in der ersten halben Stunde kaum Luft zum Atmen gab. Aggressiv eroberten die Gäste den Ball und zwangen den SVB zu Fehlpässen und Fehlern in der Ballannahme. „Wirkliche Torgefahr entwickelten wir aber nicht“, haderte Uluc nach Spielschluss – im dritten Auswärtsspiel der Saison blieb Nordhausen ohne Treffer – nicht zuletzt weil die Babelsberger Vierkette nicht viel zuließ, davor Leonard Koch und Sven Reimann als Räumkommando einen guten Job machten sowie Tino Schmidt mit unglaublich viel Laufbereitschaft so manchen Passweg durchkreuzte.

Gelb-Rote Kate für SVB-Torjäger Andis Shala

Ende der ersten Halbzeit setzte der SVB selbst erste spielerische Akzente, auch nach der Pause lief der Ball wesentlich besser durch die Babelsberger Reihen. Doch sollte ab der 55. Minute der Test in Abwehrkunde eine Zusatzaufgabe bekommen. Nach einer Ecke ging SVB-Torjäger Andis Shala wuchtig zum Kopfball, Wacker-Torwart Kevin Rauhut und Tobias Becker (mit Gehirnerschütterung ins Krankenhaus) gingen zu Boden und mussten behandelt werden. Schiedsrichter Rasmus Jessen schickte den bereits vorbelasteten Shala mit Gelb-Rot vom Platz.

„Doch der Platzverweis hat uns nicht gut getan“, bemerkte Wacker-Trainer Uluc: Denn er aktivierte beim SVB noch mehr Laufbereitschaft und Aggressivität in den Zweikämpfen. „Gegen zehn Mann müssen wir es einfach besser machen“, haderte Uluc, dass sich seine Elf nur noch eine nennenswerte Chance erspielte. Civa indes lobte: „Wir haben Charakter und Qualität gezeigt.“ Und er zeigte sich erfreut über das Bemühen seiner Equipe, in der zunehmenden Abwehrschlacht die Bälle nicht nur nach vorn zu schlagen, sondern spielerische Lösungen zu finden. Und fast hätte Manuel Hoffmann Wacker-Keeper Rauhut überrascht, als er in der 90. Minute einen Freistoß nicht – wie von seinen Mitspielern gefordert – in den Strafraum flankte, sondern aufs Tor zirkelte. Rauhut klärte mit Mühe zur Ecke. „Das wäre was gewesen, wenn der reingeht“, grinste Hoffmann. 

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