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  • 06.09.2017
  • von Tobias Gutsche

Rugby beim USV Potsdam: Neue Kaliber entwickeln

von Tobias Gutsche

Neuer Spielmacher. Robert Westphal (am Ball) ersetzt Jan Krauzig. Foto: Verein

Rugby-Zweitligist USV Potsdam muss die Abgänge erfahrener Leistungsträger kompensieren. Der Umbruch verlangt Geduld, weshalb der Verein sein großes perspektivisches Ziel nach hinten verschieben muss. Die neue Saison in einer dezimierten Liga begann für den USV erfolgreich.

Dezimierte Spielklasse, personeller Umbruch – und ein Heimsieg zum Saisonauftakt: Der USV Potsdam steckt wieder im Spielbetrieb der 2. Rugby-Bundesliga Ost. Am Samstag gewannen die Adler auf dem Uni-Sportgelände am Neuen Palais mit 47:14 gegen den USV Jena, wodurch sie sich vorerst an die Tabellenspitze setzten.

Wechsel auf der Spielmacherposition

Das Klassement weist dabei nur noch sechs Mannschaften auf. Da sich die Rugbyunion Hohen Neuendorf aus der zweiten Liga zurückgezogen hat und der ehemalige stärkste Konkurrent aus Berlin, die Grizzlies, in Liga eins aufgestiegen sind, wurde das Teilnehmerfeld kleiner. Neben Potsdam und Jena sind der Berliner RC II, Berliner SV 92, RC Dresden und der Veltener RC dabei.

Verändert hat sich auch das Gesicht des USV Potsdam. Spielmacher Jan Krauzig ist aus dem Herrenbereich zurückgetreten, womit den Adlern eine erhebliche Portion Erfahrung verloren geht. Der 37-Jährige spielt bereits seit 1986 Rugby, unter anderem in Irland und Neuseeland, er kämpfte sich bis in die deutsche Nationalmannschaft hoch. Kompensieren soll den Wegfall von Krauzig, der seine Karriere bei den Potsdamer Old Boys ausklingen lassen möchte, Robert Westphal. Der 30-Jährige ist ein USV-Eigengewächs und gilt in Brandenburgs Landeshauptstadt als größtes Rugbytalent seiner Generation.

Es soll wieder ein Top-Drei-Platz werden

Kein adäquater Ersatz steht derweil für Punktegarant Christian Schubert bereit. Er wird künftig nur noch sporadisch für das Zweitligateam zur Verfügung stehen. Sein Fokus liegt nunmehr auf dem Potsdamer Frauenmannschaft, das er vor Jahresfrist aufgebaut hat und seitdem erfolgreich trainiert. Außerdem hat Schubert für den Herrenbereich eine Berlin-Brandenburg-Liga im olympischen Siebener-Rugby initiiert – als Mitglied des Organisationsteams ist er hierbei ebenfalls umfangreich gefordert.

Somit sieht sich Cheftrainer Robby Lehmann mit einer großen Herausforderung konfrontiert, muss er noch stärker als ohnehin schon junge Spieler einbinden. Sie gilt es, zu einem Kaliber, wie Schubert es war, zu entwickeln. Doch das braucht Zeit, weshalb das perspektivische Ziel der Erstliga-Rückkehr auf rund drei Jahre nach hinten verschoben werden muss, wie es von Clubseite heißt. Für die aktuelle Saison bleibt die Vorgabe – nicht zuletzt wegen der geringer gewordenen Konkurrenz – jedoch gleich der des Vorjahres: ein Top-Drei-Platz. 2016 und 2017 stand jeweils die Vizemeisterschaft in der Zweitliga-Oststaffel zu Buche.

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