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VfL Potsdam

  • 17.07.2017
  • von Peter Könnicke

VfL Potsdam: Auf höherer Ebene

von Peter Könnicke

Traditionell bestritten die Handballprofis der Füchse Berlin ihren Saisonauftakt beim Kooperationspartner VfL Potsdam. Es war ein Heimspiel für beide Seiten. Der Potsdamer Drittligist verlor zwar deutlich gegen die spielerisch und körperlich überlegenen Füchse, zeigte aber gute Ansätze.

In den ersten zwei zurückliegenden Trainingswochen haben sich die Drittliga-Handballer des VfL Potsdam viel mit Abwehrarbeit beschäftigt. „Wir wollen defensiv aggressiv agieren und dem Gegner die Abschlüsse aufzwingen“, verrät der neue Cheftrainer Daniel Deutsch ein klein wenig von seinem Konzept für die kommende Saison. Gegen den Gegner am gestrigen Nachmittag konnten seine Spieler gleich das Geübte beweisen und sich regelrecht an der Konkurrenz abnutzen. Denn es waren die Bundesliga-Profis der Füchse Berlin, die traditionsgemäß zum Saisonauftakt in die MBS-Arena nach Potsdam gekommen waren, zum freundschaftlichen Vergleich mit dem Kooperationspartner.

Ein Vergleich auf Augenhöhe ist das allein wegen der Körpergröße nicht. „Das ist schon eine andere Dimension“, meinte dann auch VfL-Neuzugang Joe Boede nach Spielschluss und meinte damit nicht nur den Zwei-Klassenunterschied. Auch körperlich spielen die Füchse in einer anderen Liga. 38:25 (16:9) gewann der amtierende Vereins-Weltmeister, der diesen Titel in wenigen Wochen in Japan nur zu gern verteidigen möchte. Der Start der Vorbereitung ist für die Füchse mit dem gestrigen Spiel nunmehr vollzogen. Er habe nach der Sommerpause das erste Mal wieder den Ball in den Händen gehabt, sagte Nationalspieler Fabian Wiede nach der Schlusssirene. Natürlich habe er das Handballspielen in den Ferien nicht verlernt und verzückte die mit 1350 Zuschauern gut gefüllte MBS-Arena mit einigen Kostproben seines Könnens. „Ich freue mich immer wieder, hier zu sein“, sagte Wiede, der an der Potsdamer Sportschule ausgebildet wurde, ehe er zu den Füchsen ging. „Viele Spieler kenne ich noch aus meiner Schulzeit hier“, erzählte Wiede.

Neues VfL-Torwartgespann gibt Vorgeschmack

Angelo Grunz zum Beispiel. Der Torhüter kehrte gleichfalls nach Potsdam zurück – aber um zu bleiben. Gemeinsam mit dem Schweizer Junioren-Nationaltorhüter Fabian Pellegrini teilt sich Grunz in der kommenden Saison die Arbeit im VfL-Gehäuse. Mit etlichen Paraden gaben beide Keeper am gestrigen Nachmittag einen Vorgeschmack, was das Potsdamer Handball-Publikum künftig erwarten kann – erstmals am 2. September zur heimischen Saisonpremiere gegen DHK Flensborg.

Die gestrigen Gegenspieler waren weitaus namhafter, als es die Konkurrenten im Drittliga-Alltag sein werden: Neben Fabian Wiede schickte Füchse-Trainer Velimir Petkovic seine gestandene Profi-Gilde mit Petar Nenadic, Mattias Zachrisson, Bjarki Elisson, Steffen Fäth oder Hans Lindberg auf die Platte.

Haase: „Die Mannschaft ist dabei, sich zu finden“

Von so viel Klasse gegenüber „kann man nur lernen“, meinte Joe Boede nach Spielende. Bei seinem zweiten Spiel in der MBS-Arena – in der vergangenen Saison gastierte er mit seinem damaligen Verein Grün-Weiß Werder im Luftschiffhafen – sei er „total geflasht gewesen“ von der Atmosphäre, sodass er sich „tierisch auf die neue Saison“ freue. Auf dem Weg dorthin habe Trainer Daniel Deutsch in der gestrigen Begegnung „schon einige gute Sachen und Ansätze gesehen“. Er sei zum jetzigen Zeitpunkt sehr zufrieden mit der Einstellung und dem Trainingseifer seiner Mannschaft. Dass Grunz und Pellegrini ein starkes Torhütergespann werden können und gut mit ihren Vorderleuten kooperieren, sei bereits zu erkennen.

„Die Mannschaft ist dabei, sich zu finden“, meinte Alexander Haase, sportlicher Leiter des VfL, während der Halbzeitpause und bezog sich damit sowohl auf die aktuelle Vorbereitung als auch auf das gestrige Geschehen auf dem Spielparkett. Und tatsächlich gelangen den Potsdamern – wie auch den Füchsen – nach dem Seitenwechsel mehr Abschlüsse und Tore als im ersten Durchgang. Dass dabei fast alle VfL-Spieler ihr Kreuz in der Torschützenliste machten, mag ein Ausdruck des homogenen Mannschaftsgefüges sein, dass den VfL in der kommenden Saison auszeichnen und stark machen soll. Gegen die Füchse-Profis jedenfalls hat der Drittligist als geschlossene Mannschaft respektabel gegengehalten. 

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