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Turbine Potsdam

  • 12.07.2017
  • von Rainer Hennies

Abreise in das EM-Quartier: Speedy Gonzalez auf Busfahrt nach Holland

von Rainer Hennies

Sie ist mittendrin. Svenja Huth vor dem Testspiel gegen Brasilien. Foto: U. Anspach/dpa

Im EM-Aufgebot der deutschen Frauen-Nationalmannschaft befinden sich mit Tabea Kemme und Svenja Huth auch zwei Kickerinnen von Turbine Potsdam. Für alle im Kader befindenden Spielerinnen gab es vor der Abfahrt in das Mannschaftsquartier von Trainerin Steffi Jones Spitzenamen von Comicfiguren. Mit Schweden wartet gleich zu Beginn ein alter Bekannter.

Der Countdown für die Frauenfußball-Europameisterschaft (EM) läuft. „Von jetzt an werden die Tage gezählt“, hat Potsdams Nationalspielerin Tabea Kemme am vergangenen Freitag in ihrem Twitter-Account vermerkt. Das war der letzte Tag des EM-Vorbereitungslagers in Heidelberg. Vier freie Tage, um wieder locker zu werden, den Kopf frei zu bekommen, zu entspannen. Gleichwohl die EM in Holland fest im Kopf verankert ist. Die Abreise in das deutsche EM-Quartier in Sint-Michielsgestel erfolgt am heutigen Mittwoch von Düsseldorf aus mit dem Mannschaftsbus.

Neuauflage des Olympiafinales von Rio zum Auftakt

Die Generalprobe vergangene Woche gegen Brasilien (3:1) in Sandhausen ist im Großen und Ganzen positiv verlaufen und hat zumindest einen kleinen Vorgeschmack auf das erste EM-Gruppenspiel gegeben. Am 17. Juli geht es in Utrecht gegen Schweden. Neuauflage des letztjährigen Olympiafinales. Kurz erinnert: Gold für Deutschland mit den beiden Turbine-Spielerinnen Tabea Kemme und Svenja Huth. Schwedens Trainerin Pia Sundhage freut sich darauf, dass es gleich im ersten Spiel zu diesem finalwürdigen Topduell in der Gruppe kommt. „Deutschland ist eine typische Turniermannschaft, die sich von Spiel zu Spiel steigert.“ Das könne sich also zum Vorteil entwickeln; man wolle den Titel nach Schweden holen. „Das Finale ist unser Ziel“, so Sundhage.

Svenja Huth kontert, man sei ebenfalls froh über diese Ansetzung „So ist man von der ersten Sekunde des Turniers an hellwach.“ Man müsse die „Konzentration hochhalten, zügig spielen, aber nicht hektisch werden.“ Huth warnt auch davor, die beiden anderen Gruppengegner Italien und Russland auf die leichte Schulter zu nehmen. „Das wird nicht einfach. Das sind defensive und sehr robust agierende Mannschaften. Die werden um jeden Zentimeter kämpfen.“ Zu den Mitfavoriten zählt Huth neben Schweden auch Frankreich und England. Aber auch Algarve-Cup Sieger Spanien steht bei ihr hoch im Kurs. „Vielleicht gibt es auch eine Überraschungsmannschaft, die man nicht auf dem Zettel hat.“

Huth: "Wir müssen nicht, wir wollen es allen zeigen"

Dennoch: Deutschland ist der selbsterklärte Topfavorit. Das hat Bundestrainerin Steffi Jones am vergangenen Wochenende beim Besuch im ZDF–Sportstudio nochmals klar gemacht. „Wir wollen den Europameistertitel. Hopp oder topp, ganz oder gar nicht.“ Schließlich sei man Titelverteidiger, mit acht Erfolgen sogar Rekordmeister. Zuletzt übrigens wurden die DFB-Frauen 1993 in Italien nicht Europameister. Doch übermächtigen Druck gibt es nicht. „Wir müssen nicht, wir wollen es allen zeigen“, sagt Svenja Huth und betont: „Ich bin fit.“

Keine Frage: Speedy Gonzales freut sich auf die EM. So nämlich heißt Svenja Huth seit dem Lehrgang in Heidelberg. Dort hatte Trainerin Steffi Jones ihren Spielerinnen charakteristische Namen von Comicfiguren verpasst. „Wir sind wohl alle zufrieden mit den Namen, die wir bekommen haben“, sagt Huth zu dieser ungewöhnlichen Idee. Dass Speedy Gonzalez durchaus passend ist, hat die Potsdamerin nicht nur jüngst beim Testspiel der DFB-Elf gegen Brasilien gezeigt. Räume zu schaffen, war ihre Aufgabe. Enorme Laufbereitschaft ist ohnehin eine der Stärken der Turbine-Stürmerin. Als schnellste Maus von Mexiko will sie nun im Dress des Nationalteams zum EM-Titel stürmen.

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