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  • 16.01.2017
  • von Peter Könnicke

Potsdamer Stadtsportball: Olympioniken in neuer Mission

von Peter Könnicke

Ehre, wem Ehre gebührt. Die Potsdamer Medaillengewinner der olympischen Sommerspiele von Rio haben am vergangenen Samstag ihre Stele auf dem Potsdamer „Walk of Fame“ am Luftschiffhafen einweihen dürfen. Lediglich Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel konnte nicht dabei sein. Foto: Johanna Bergmann

Viele Ehrungen gab es beim Stadtsportball: Potsdams Rio-Medaillengewinner wurden auf dem „Walk of Fame“ verewigt, Nachwuchsathleten ausgezeichnet - und ein Erfolgstrainer durfte sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen. Durch den Abend führten Rio-Helden höchstpersönlich.

Der Ruhm wächst: Potsdams sportlicher „Walk of Fame“ am Luftschiffhafen ist viele Erfolge und zwei Stelen reicher. Am Samstagabend wurden die neun olympischen und paralympischen Medaillengewinner der Sommerspiele von Rio mit einer Stele, auf der ihre Namen zu lesen sind, geehrt. Zudem wurde eine Stele enthüllt, die die Namen derjenigen trägt, die zur Umsetzung des vor einem Jahr eröffneten „Walk of Fame“ beigetragen haben. Geehrt werden dort alle Medaillengewinner bei Olympischen und Paralympischen Spielen, die für einen Potsdamer Verein an den Start gingen – das sind mittlerweile mehr als 50.

Der aktuelle feierliche Akt, begleitet von einem Feuerwerk, bildete den Auftakt des diesjährigen Potsdamer Stadtsportballs. Rund 500 Gäste waren der Einladung des Stadtsportbunds in die festlich dekorierte MBS-Arena gefolgt. Oberbürgermeister Jann Jakobs, sein Sozialbeigeordneter Mike Schubert (beide SPD), ProPotsdam-Chef und Stadtwerke-Interimschef Horst Müller-Zinsius zählten zu den prominenten Gesichtern des Galaabends.

Hohe Wertschätzung für Kanucoach Ralph Welke

Geehrt wurde beim Stadtsportball auch Ralph Welke, seit 35 Jahren Kanu-Trainer in Potsdam. Er trug sich ins Goldene Buch der Landeshauptstadt ein. Oberbürgermeister Jakobs hielt die Laudation auf den Mann, der in seiner Laufbahn Sportler betreute, die bislang 18 olympische Medaillen, davon 13-mal Gold, sowie 80 Welt- und 91 Europameisterschaftsmedaillen sowie 34 Medaillen bei Junioren-WM und -EM holten. Welke sei „ein Aushängeschild für die Landeshauptstadt Potsdam. Und ich kann sagen, dass wir stolz darauf sind, ihn bei uns im Luftschiffhafen zu haben“, so Jakobs.

Im Mittelpunkt des Programms standen außerdem noch einmal die erfolgreichen Olympia- und Paralympicsteilnehmer – und zwar in besonderer Mission: Die Kanuten Franziska Weber und Ronald Rauhe sowie die beiden Fußballerinnen Tabea Kemme und Svenja Huth führten als Moderatoren durch den Abend. Als Paten fungierten die Rio-Starter Patrick Dogue, Conny Waßmuth, Christian Diener, Maike Naomi Schnittger, Jan Vandrey und Hans Gruhne. Sie gaben den am Abend gewählten besten Potsdamer Nachwuchssportlern 2016 Tipps für eine weiterhin erfolgreiche sportliche Karriere.

Die Liste der Potsdamer Nachwuchserfolge ist lang

Auf bestem Wege ist Kanutin Ophelia Preller, die für ihre Erfolge bei der Junioren-Weltmeisterschaft 2016 – gemeinsam mit Annika Loske gewann sie zweimal Bronze – als international erfolgreiche Nachwuchsathletin geehrt wurde. Die Spiele 2020 in Tokio „sind ein realistisches Ziel, dass sich Ophelia und auch Annika vornehmen sollten“, befand ihre Trainerin Petra Welke. Aus der Erfolgsschmiede des Kanu Clubs Potsdam kommt auch der ebenfalls ausgezeichnete Leonard Busch.

Bereits 2016 bekam Teresa Zurek (SC Potsdam) den Nachwuchspreis verliehen. Auch in diesem Jahr wurde die junge Geherin für ihren deutschen U20-Rekord über zehn Kilometer und für den Gewinn der deutschen Nachwuchsmeisterschaft geehrt. Als jüngste Athletin wurde die zwölfjährige Margarita Kolosov ausgezeichnet. Die Rhythmische Sportgymnastin wurde 2016 deutsche Schülermeisterin und gewann mehrfach bei internationalen Altersklassen-Turnieren. Friedemann Fischer vergnügte sich noch am Dessert des reichhaltigen Gala-Buffets, als er als bester U15-Nachwuchssportler auf die Bühne gerufen wurde. Der Zwölfjährige vom OSC Potsdam gilt als vielversprechendes Fecht-Talent mit ersten nationalen Erfolgen. Er sei frech, meint seine Mutter, während sein Trainer sagt: „Frech ist gut, wenn die Balance stimmt.“ Wie selbstbewusst der junge Fechter ist, ließ er mit seiner Antwort auf die Frage erahnen, ob er ein sportliches Vorbild habe: „Ich bin mein eigenes Vorbild.“ 

UJKC-Jungs sind Nachwuchsmannschaft des Jahres

Bei den Jugendlichen unter 19 Jahren wurde der hörgeschädigte Sprinter Jonas Marok geehrt, der bei der Jugend-Europameisterschaft der Gehörlosen im vergangenen Jahr Silber gewann. Sein großes Ziel ist die Teilnahme an den Deaflympics 2017, die seit 1924 immer ein Jahr nach Olympischen Spielen als Wettbewerb im Gehörlosensport ausgetragen werden. Zum besten Potsdamer Nachwuchsteam wurden die Judo-Jungs des UJKC gekürt, die 2016 die deutsche Mannschaftsmeisterschaft gewannen.

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