19.10.2017, 15°C
Themenschwerpunkt:

SV Babelsberg 03

  • 07.11.2016
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03 gegen BFC Dynamo: Erst frontal, dann eiskalt erwischt

von Peter Könnicke

Aus dem Weg geräumt. BFC-Keeper Bernhard Hendl kannte kein Pardon gegen SVB-Stürmer Andis Shala, der nach diesem Foul mit gebrochener Rippe vom Platz musste. Der Dynamo-Schlussmann durfte weitermachen, sein Einsatz wurde mit Gelb bestraft. Foto: J. Kuppert

Der Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 erlitt beim 1:2 gegen den BFC Dynamo einen zweifachen Knockout. Und derweil durfte im Duell mit den Berlinern ein erst kurz zuvor unter Vertrag genommenes Offensivtalent gleich von Beginn an ran.

Es war René Rydlewicz zwar nicht wirklich unangenehm, als er am gestrigen Sonntagnachmittag kurz nach 16 Uhr den 2:1 (0:1)-Sieg des BFC Dynamo beim SV Babelsberg 03 kommentieren sollte. „Aber glücklich war es schon“, befand der BFC-Coach, um ehrlich zu sein. Mit einem Doppelschlag in der 83. und 85. Minute hatten die Berliner die meisten der 2851 Zuschauer im Karl-Liebknecht-Stadion eines Besseren belehrt, die bis dato der Meinung waren, dass sie an diesem Tag auch zwei Stunden hätten spielen können, ohne ein Tor zu schießen. Doch mit seinem abgefälschten Schuss zum 1:1 und seinem Torinstinkt zum 2:1 zeigten Otis Breustedt und Dennis Srbeny, dass dem BFC letztlich zwei Chancen genügten. „Da sind sie eiskalt“, musste Matthias Steinborn anerkennen.

Der SVB-Stürmer selbst hatte kurz vor dem Ausgleich das 2:0 und damit sicherlich die Entscheidung auf dem Fuß: Von Bilal Cubukcu wunderbar freigespielt hatte der Torjäger nur noch BFC-Keeper Bernhard Hendl vor sich – und setzte das Leder an den Pfosten. „Den muss ich machen“, bekannte Steinborn später. So wurde es eines jener Fußballspiele, dessen Ausgang von den Beteiligten schwer zu erklären ist. 80 Minuten lang habe er durchaus Freude gehabt, meinte SVB-Trainer Cem Efe.

Unbelohnt für das wohl beste Saisonspiel

Wozu er allen Grund hatte: Seine Mannschaft bot ihr bislang wohl bestes Saisonspiel. Tempo, präzises und schnelles Direktspiel, Zug zum Tor. „Wir haben kämpferisch und läuferisch alles gegeben. Mehr kann man nicht tun“, befand Spielmacher Cubukcu. Mit drei Großtaten in den ersten 20 Minuten verhinderte Hendl die Babelsberger Führung, ehe in der 21. Minute die Hausherren jubelten. Ein Distanzschuss von Erdal Akadari ging an die Latte, den zurückspringenden Ball brachte Steinborn per Kopf über die Linie. Der BFC erhöhte in der Folge die Schlagzahl und in der zweiten Halbzeit vor allem die Zweikampfintensität, doch war die Defensivarbeit des SVB an diesem Tag von guter Qualität. „Ich hatte nicht das Gefühl, dass die ein Tor machen können“, meinte Cubukcu. „Umso enttäuschter sind wir, dass der hohe Aufwand unbelohnt blieb“, gestand Efe. „Die Chance, oben dranzubleiben, ist somit vertan“, ärgerte sich SVB-Torhüter Marvin Gladrow. Mit 19 Punkten rangiert Babelsberg im Mittelfeld der Regionalliga Nordost.

Getrübt wurde Efes Freude über das Auftreten seiner Mannschaft indes nicht nur durch die Niederlage, sondern von einem rüden Foul des Gäste-Torwarts Hendl gegen Andis Shala. Es war die 44. Minute, als der BFC nach einem Kopfball den Ball hinter der Torlinie sah und die Anerkennung des Treffers forderte, während SVB-Keeper Gladrow das Leder weit nach vorn schlug und Shala aussichtsreich in Position brachte. Hendl stürmte aus seinem Kasten und rammte den Nulldrei-Angreifer aus dem Weg. Shala blieb ausgeknockt liegen, fünf Sanitäter begleiteten ihn – sichtlich benommen – vom Platz. Mit Verdacht auf Rippenbruch droht der 27-Jährige auszufallen. Dass Hendl für sein hartes Einsteigen nur mit Gelb bestraft wurde, erstaunte nicht nur Nulldrei-Coach Efe: „Das war klar Rot!“

El-Jindaoui "wird den Verein nach vorne bringen"

Als Versprechen für die Zukunft sieht Efe eine kurzfristige Neuverpflichtung beim SVB. Das 19-jährige Offensivtalent Nader EL-Jindaoui trainiert seit vier Wochen am Babelsberger Park, „hat sich dabei super präsentiert“ und als er nach einer Perspektive fragte, bot ihm der Verein einen Zweijahresvertrag an. In der Jugend kickte der gebürtige Berliner bei den Bundesliga-Junioren des Chemnitzer FC und FC Energie Cottbus. Durch eine Verletzung schaffte er jedoch nicht den Sprung in den Männerbereich und blieb vereinslos. Efe attestiert EL-Jindaoui ein Riesen-Potenzial und bot ihn gegen den BFC sofort in der Start-Elf auf. „Der Junge wird den Verein nach vorn bringen“, schwärmte Efe.

SV Babelsberg 03: Gladrow - Eglseder, von Piechowski, Akdari, Cepni - Fiegen (83. Stang), Sindik - Steinborn, Cubukcu, El-Jindaoui (69. Hoffmann) - Shala (49. Knechtel)

Social Media

Umfrage

Soll die Biosphäre abgerissen werden, wie es die Grünen-Fraktion im Stadtparlament nun fordert? Stimmen Sie ab!