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SV Babelsberg 03

  • 12.08.2016
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03 gegen FC Oberlausitz Neugersdorf: Strahlen nach dem Regenbogen

von Peter Könnicke

SVB-Spieler Andis Shala und Bilal Cubukcu (l.) freuen sich über den Sieg. Foto: M. Thomas

Der SV Babelsberg 03 macht beim 5:2 gegen Neugersdorf dem Publikum Freude. Und gerade Bilal Cubukcu spielte wie befreit nach den Wirren um einen möglichen Wechsel in die Türkei. Doch es gibt auch kritische Töne.

Potsdam - Zunächst strahlte am Mittwochabend ein Regenbogen über Babelsberg, später das Publikum im Karl-Liebknecht-Stadion. 1605 Zuschauer hatten zwischen dem SV Babelsberg 03 und dem FC Oberlausitz Neugersdorf eine äußerst unterhaltsame und attraktive Regionalliga-Partie gesehen – mit einem 5:2 (1:0)-Sieg des Gastgebers.

Bilal Cubukcu war Dreh- und Angelpunkt

Gegen den Vorjahres-Fünften aus der Oberlausitz, den SVB-Trainer Cem Efe auch in dieser Spielzeit zu einem Spitzenteam der Liga zählt, habe seine Mannschaft verdient gewonnen. Daher wollte er über die „schlechten Sachen“ auf der anschließenden Pressekonferenz auch gar nicht so ausführlich reden. Das hatten seine Spieler kurz nach Abpfiff ohnehin schon selbstkritisch getan. „Wir müssen uns nicht anlügen“, mahnte etwa Ugurtan Cepni, „das Ergebnis ist deutlicher als das Spiel tatsächlich war.“ Natürlich sei es hilfreich gewesen, dass Bilal Cubukcu mit einem traumhaften Schuss aus 18 Metern in den Torwinkel schon in der sechsten Minuten das frühe 1:0 markierte. Überhaupt Cubukcu: Wie befreit spielte der Regisseur nach seinen Wechselwirren in die Türkei und seiner Entscheidung, in Babelsberg zu beiben, auf. Der 29-Jährige war Dreh- und Angelpunkt des SVB-Spiels, leitete mit einem überragenden Pass das 3:0 durch Andis Shala ein und deutete im Duett mit dem jungen Emre Stang nach dessen Einwechslung an, welch Kreativpotenzial das Duo entfalten könnte.

Dass Cepni, der auf seiner linken Abwehrposition sowie bei seinen offensiven Vorstößen eine starke Leistung bot, den Ball flach hielt, lag an den Phasen des Spiels, in denen der SVB nicht clever agierte. Nach einer halben Stunde hatte Nulldrei das Spiel den Gästen nahezu komplett übergeben. Zu leicht und zu schnell ging der Ballbesitz verloren, sodass die Neugersdorfer zuweilen ein spielerisches Übergewicht schafften. Allerdings gelang ihnen kaum eine erste schnelle Angriffswelle, weil die Babelsberger diese sofort unterbanden. „Dieses aggressive Attackieren hat uns beeindruckt“, meinte Gäste-Trainer Vragel da Silva, der mit seiner Elf äußerst hart ins Gericht ging. „Offensiv und defensiv hat nichts funktioniert.“

Der Ärger und Groll über die deutliche Niederlage dürfte bei Vragels Resümee das Wort geführt haben. Denn sein Kollege Efe habe „selten eine Gastmannschaft im Karl-Liebknecht-Stadion gesehen, die so gut den Ball laufen lässt und so hervorragend im Spielaufbau ist“. Genau dieses Gefühl hatte auch Cepni, weshalb er betonte: „Da müssen wir viel mehr gegenhalten und viel mehr laufen.“ Auch Nulldrei-Innenverteidiger Laurin von Piechowski befand: „Wir haben gut gekontert, aber weniger gut verteidigt.“

Cem Efe: "Die zwei Gegentore tun mir weh"

In der Tat konterte der SVB – in ansehnlicher Manier – in der zweiten Halbzeit auf eigenem Platz. Shalas Doppelpack (52.,62.) hatte nach gut einer Stunde für eine sichere 3:0-Führung gesorgt. Doch Neugersdorf steckte nie auf, betrieb weiterhin viel Aufwand und forderte die Nulldrei-Defensive. „Wir haben viel zugelassen und hätten viel besser verteidigen können“, gab Efe seinen selbstkritischen Spielern recht. Und: „Die zwei Gegentore tun mir weh.“ Auch deshalb, weil der zuvor überragende SVB-Schlussmann Marvin Gladrow zweimal patzte. Beim 1:3 ließ er nach einer Ecke den Ball direkt vor die Füße von Milan Matula fallen, auch das 2:4 resultierte aus einem Fehler des Nulldrei-Keepers, der zuvor aber mit tollen Reaktionen und Paraden gute Möglichkeiten der Gäste vereitelte.

„Wir sind auf einem guten Weg“, befand SVB-Trainer Efe nach dem alles in allem verdienten Sieg. Vieles habe ihm sehr gut gefallen, vor allem die Vielzahl an Chancen, die sich seine Elf herausgespielt hatte, sodass es sogar mehr als fünf Tore hätten werden können. Doch auch diese reichen, um am kommenden selbstbewusst zum bislang ungeschlagenen Tabellenführer nach Jena zu fahren.

 

SV Babelsberg 03: Gladrow – Saalbach, v. Piechowski, Akdari, Cepni – Koch (46. Knechtel), Sindik (53. Stang), Cubukcu – Hoffmann, Steinborn (73. Eglseder), Shala. Tore: 1:0 Cubukcu (6.), 2:0, 3:0 Shala (52.; 62.), 3:1 (67. Matula), 4:1 Stang (83.), 4:2 Marek (90.+2) 5:2 Stang (90.+4)

 

Der MDR überträgt am Sonntag, 14. August, das Spiel FC Carl Zeiss Jena gegen SV Babelsberg 03 live ab 14.05 Uhr

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