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SV Babelsberg 03

  • 02.05.2016
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03: Trotz Sieg deutlich unter Niveau

von Peter Könnicke

Erneut erfolgreich.

Mit dem 1:0-Heimsieg gegen Germania Halberstadt erfüllt der Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 eine Pflicht, aber keineswegs seine eigenen Ansprüche. Daher hat SVB-Coach Cem Efe auch weiterhin Grund zum Hadern.

Als die Nordkurve nach gut einer Stunde sang, dass ein Tor her muss, klang das schon fast wie ein Flehen. Wieder einmal spielte der SV Babelsberg 03 im Karl-Liebknecht-Stadion am vergangenen Freitag besser als der Gegner, aber Tore fielen nicht. Nicht schon wieder ein Unentschieden. Es wäre das 14. dieser Fußball-Regionalligasaison gewesen. Doch Enes Uzun erlöste die Fans in der 69. Minute mit dem goldenen Treffer zum verdienten 1:0 (0:0)-Sieg gegen Germania Halberstadt.

Auch für die Mannschaft war es ein Befreiungsschlag nach zuletzt sechs Spielen ohne Sieg. „Das hat die Jungs belastet, sodass einfache Dinge nicht mehr funktionieren“, meinte SVB-Trainer Cem Efe nach dem Schlusspfiff. „Nach so einer Durststrecke ist es egal, ob du 1:0 oder 5:0 gewinnst“, sagte Bilal Cubukcu. „Da zählt nur der Sieg. Und das Wichtigste ist, dass wir zu null gespielt haben“, ergänzte der Kapitän. Vor allem das war in den vergangenen Spielen nicht gelungen, im Gegenteil: Frühe Gegentore brachten da den SVB immer wieder in Schwierigkeiten.

Cem Efe: „Phasenweise hat heute die Spielart wehgetan“

Darauf hatte auch Gästetrainer Thomas Waldow gehofft: „Wir wollten einen schnellen Zugriff auf das Spiel bekommen und früh ein Tor schießen.“ Doch bis auf einen Kopfball nach einem Freistoß von Hassan Salhab, der knapp am Pfosten vorbeiging (68.), hatte die Germania keine nennenswerte Chance. „Daher hatten wir es letztlich auch nicht verdient zu gewinnen“, gestand Waldow ein.

Glücklich mit dem Spiel seiner Elf war Efe indes nicht, denn es war in der Tat für die 1789 Zuschauer wenig ansehnlich. „Unser Anspruch ist ein anderer, wir wollen etwas anderes ausstrahlen“, betonte der SVB-Coach. Nur selten zeigten seine Spieler den schnellen Pass- und Kombinationsfußball, der sie in der Hinrunde ausgezeichnet hatte. „Phasenweise hat heute die Spielart wehgetan“, formulierte Efe seine Kritik recht heftig.

Es gibt Rede- und Handlungsbedarf bei den Nulldreiern

Ein fußballerischer Lichtblick führte schließlich zum Tor des Tages: Leon Hellwig hatte mit einem schönen Pass in die Tiefe Uzun in Szene gesetzt, der bei seinem Solo schließlich gegen Germania-Keeper Samuel Aubele die Nerven behielt. Zehn Minuten vor Abpiff hatte der gewohnt fleißig ackernde Andis Shala in ähnlicher Situation die Chance zum 2:0 – diesmal war der Gäste-Schlussmann Sieger. Nach schönem Zuspiel von Shala hatte kurz danach auch Tobias Grundler die Möglichkeit zum zweiten Treffer, agierte bei der Verarbeitung des Balls aber zu umständlich.

Gemessen an der Zahl der Möglichkeiten hätte sich der SVB für die 1:5-Heimniederlage aus der vergangenen Saison gegen Halberstadt deutlich revanchieren können. Das dafür souveräne und selbstbewusste Auftreten fehlt derzeit. „Wir müssen ein paar Sachen intern klären, warum das so ist“, deutete Efe Rede- und Handlungsbedarf an. Kapitän Cubukcu setzt auf die Wirkung des Erfolges: „Ich denke, dass wir mit dem Sieg auch wieder zu unserer Stärke zurückfinden.“ Die braucht der SVB auch für den Saison-Höhepunkt – das Landespokalfinale Ende Mai gegen den FSV Luckenwalde. Der hat mit dem 2:0 gegen Optik Rathenow seinen dritten Sieg in Folge verbucht, die Abstiegsplätze verlassen und weiter Selbstvertrauen getankt.

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