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SV Babelsberg 03

  • 25.04.2016
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03 gegen FSV Zwickau: Klare Verhältnisse auf dem Platz

von Peter Könnicke

Babelsbergs Torwart Kevin Otremba kassierte das zwischenzeitliche 0:2 durch einen direkt verwandelten Eckball von Zwickaus René Lange. Foto: Frank Kruczynski

Der SV Babelsberg 03 verlor am vergangenen Wochenende in Zwickau. Am Rande gab es erneut unschöne Szenen.

Zwickau/Potsdam - Ihr Programmheft zum Regionalliga-Punktspiel zwischen dem FSV Zwickau und dem SV Babelsberg 03 hätten die Verantwortlichen des Gastgebers am vergangenen Samstag durchaus großzügiger verteilen können. „Gute und faire Gastgeber“ wolle man sein, nachdem sich die Zwickauer vor allem nach ihrem Gastspiel in der Hinrunde in Babelsberg schlecht behandelt und zu Unrecht angeprangert fühlten.

Dass sich SVB-Trainer Cem Efe nach dem damaligen Spiel wegen wiederholter Beleidigungen seiner türkisch-stämmigen Spieler von der Zwickauer Bank Luft machte und danach in mehreren Medien – unter anderem in einem Interview mit der renommierten Wochenzeitschrift „Die Zeit“ – um mehr Respekt und Toleranz auf deutschen Fußballplätzen warb, quittierten die Zwickauer Zuschauer mit Buhrufen und Pfiffen, als der 37-jährige deutsch-türkische Trainer vor Spielbeginn über den Rasen zur Trainerbank schritt. Aus welcher Leidenschaft sich auch immer so mancher Zuschauer von seinem schwarz-rot-goldenen Sitzkissen erhob, um Efe teilweise unflätig zu beschimpfen – Fairness und Gastfreundschaft klingen anders. Allerdings wussten sich auch einige mitgereiste Babelsberger Fans, nicht als gute Gäste zu benehmen: Es bleibt ihr Geheimnis, was sie bekunden wollten, als sie auf einem Transparent das städtische Bild Zwickaus mit Bukarest der 1980er-Jahre verglichen.

Zwickau zeigte sich als ambitionierter Spitzenreiter

Was dann auf dem Rasen passierte, gab indes keinen Anlass für Diskussionen oder Missdeutungen. Das 4:2 (2:1) der Zwickauer „war der hochverdiente Sieg für das Spiel meiner Mannschaft, das über 90 Minuten absolut sauber war“, wie FSV-Trainer Torsten Ziegner nach Abpfiff befand. Damit hatte er absolut recht: Zwickau präsentierte sich als spielstarker Spitzenreiter, der über 90 Minuten lang seine Aufstiegsambitionen unterstrich. Stark im Pressing, präzise im Passspiel, zielstrebig beim Abschluss und flexibel in der Taktik.

Das inkonsequente Abwehrverhalten der Babelsberger nutzten die Gastgeber in der elften Minute das erste Mal gnadenlos aus: Auf der linken Seite hatte Christoph Göbel alle Zeit für eine Flanke in den Strafraum, bei der sich SVB-Innenverteidiger Erdal Akdari verschätzte und Davy Frick eiskalt zum 1:0 vollstreckte. Neun Minuten später führte wiederum eine schlampige Abwehraktion zu einer Zwickauer Ecke, die René Lange – wie schon einmal in dieser Saison – direkt verwandelte.

Die Babelsberger machten es ihrem Gegner leicht

„Mit den einfachen Gegentoren haben wir uns selbst geschlagen“, haderte SVB-Trainer Efe später. Denn auch beim dritten und vierten Gegentreffer machten es seine Spieler dem Tabellenführer einfach. Vor seinem verwandelten Strafstoß ließ sich Aykut Öztürk auch durch die doppelte Gegenwehr von Nils Fiegen und Severin Mihm nicht aufhalten – im Strafraum stellte sich Akdari dem Zwickauer Angreifer nicht gerade geschickt in den Weg: Referee Oliver Lossius zeigte zurecht auf den Elfmeterpunkt (33.). Und als nur elf Minuten nach Wiederanpfiff ein Eckball in den Nulldrei-Strafraum segelte, konnten gleich drei Zwickauer nahezu unbehelligt hochsteigen – der wuchtige Sebastian Mai tat das am zielstrebigsten und markierte per Kopf den vierten Treffer.

Es mag die Babelsberger wenig trösten, dass ihre beiden Tore die schöneren waren. Enes Uzuns Schlenzer aus gut 22 Metern von halbrechter Position zum kurzzeitigen 1:2 in der 24. Minute war sehenswert, hatte aber letztlich nur den Wert eines Hoffnungsschimmers, der schnell verblasste. Und das 2:4 des eingewechselten Onur Uslucan, der gleichfalls mit feinem Distanzschuss den etwas zu weit aufgerückten ehemaligen SVB-Keeper Marian Unger überraschte, blieb nur kosmetischer Natur (71.). Denn die Zwickauer zogen sich mit der sicheren Führung zurück, standen kompakt, ließen die Gäste zwar gewähren, aber nichts mehr zu. So lief der Ball zwar gewohnt ansehnlich durch die Babelsberger Reihen, allerdings ohne Ertrag.

Enttäuschung beim SVB

Wie schon nach dem 0:1 in Auerbach am vergangenen Mittwoch resümierte Efe: „Wir sind enttäuscht, denn wir wollten unbedingt etwas mitnehmen.“ Doch durch den kurzfristigen Ausfall von Leon Hellwig fehlte dem SVB in der Zentrale neben Bilal Cubukcu ein wichtiger Kreativposten und dem SVB-Spiel die gewohnte Doppelsechs, da auch Lovro Sindik wie schon in den Vorwochen nicht einsatzfähig war. Weil Zwickau die – erneuten – Defensivschwächen des SVB resolut ausnutzte und die Babelsberger Offensivbemühungen weitgehend unterband, blieb Cem Efe nichts weiter übrig, als fair zu gratulieren und den Zwickauern für ihre Ambitionen viel Glück zu wünschen.

 

SV Babelsberg 03: Otremba – Mihm, von Piechowski, Akdari, Cepni – Saalbach, Fiegen, Cubukcu, Uzun – Steinborn (72. Grundler), Shala (60. Uslucan).

 

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