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  • 24.03.2016
  • von Christian Bark

Betriebliches Gesundheitsmanagement: Yoga in der Mittagspause

von Christian Bark

Yoga im Büro. Dies zählt zu einer beliebten Entspannungsmethode im Joballtag. Foto: dpa

Früher hieß es Betriebssport, heute sind es Gesundheitsangebote. Fakt ist: Unternehmen werden aktiv und begreifen das betriebliche Gesundheitsmanagement als große Chance.

Fußballspielen mit Kollegen nach Feierabend oder Entspannungskurse im Job – es gibt ihn noch, den Betriebssport in Brandenburg. Besonders größere Unternehmen schätzen ihn als Gesundheitsmaßnahme und für die Teambildung.

Eine wachsende Zahl Arbeitgeber in Brandenburg setzt auf Betriebssport und Gesundheitsangebote für ihre Beschäftigten. Damit wollen sie für diese attraktiver werden. Zudem sollen krankheitsbedingte Ausfälle vermieden werden, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur (dpa) vor einigen Monaten ergab. „Wir nehmen regelmäßig auch selbst mit Teams an Sportereignissen teil“, sagt der Sprecher der Industrie- und Handelskammer (IHK) Potsdam, Detlef Gottschling.

Betriebliches Gesundheitsmanagement bei einem Drittel der deutschen Firmen

Die Kammer empfehle ihren fast 76 000 Mitgliedsbetrieben, ebenfalls aktiv zu sein. „In Zeiten unbesetzter Ausbildungsplätze und knapper werdender Fachkräfte ist neben dem Gesundheitsaspekt der Werbeeffekt enorm“, stellt Gottschling fest. Gesundheitsfördernde Maßnahmen seien wichtige Bausteine in der Unternehmensführung. Besonders größere Unternehmen ergreifen nach Angaben des Sprechers angesichts zunehmender Probleme nach und nach die Initiative. Bereits ein Drittel der deutschen Firmen habe ein betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) integriert, Tendenz steigend. Betriebssport sei aber nur ein Aspekt gesundheitsfördernder Maßnahmen.

„Einige große Unternehmen in Westbrandenburg wie Rolls-Royce in Dahlewitz haben ein umfangreiches Leistungspaket für ihre Mitarbeiter erstellt“, berichtet Gottschling. Kleine und mittelständische Unternehmen hätten dagegen häufig nicht die Kapazitäten, sich damit zu beschäftigen.

"Gesundheitstag" in Potsdam und der Mittelmark

Inzwischen betrachteten immer mehr Betriebe sowie regionale Anbieter der Gesundheitsbranche das betriebliche Gesundheitsmanagement als Chance. Noch zu selten nutzen Arbeitgeber allerdings Gottschling zufolge den steuerlichen Freibetrag von jährlich 500 Euro pro Mitarbeiter dafür. Mit dem Präventionsgesetz ab 2016 hätten sich die Leistungen der Krankenkassen zur Prävention und Gesundheitsförderung um mehr als das Doppelte erhöht.

Kommunen und Kreisen liegt die Gesundheit der Mitarbeiter ebenfalls am Herzen. So bieten die Stadt Potsdam und der Landkreis Potsdam-Mittelmark einmal im Jahr einen „Gesundheitstag“. „Der findet bei uns meist an einem Mittwoch statt, wenn die Sprechzeiten sowieso verkürzt sind“, erzählt Kreissprecherin Andrea Metzler. Von den rund 1100 Mitarbeitern nehmen jährlich mehr als die Hälfte daran teil. Seit zehn Jahren gehe es dann entweder auf einen Wanderausflug, in die Therme Bad Belzig oder zu einer Gesundheitsberatung. Die Kosten dafür übernehme der Kreis ebenso wie für Angebote zwischendurch.

Betriebssportvereine sind inzwischen meist offen für jedermann und -frau

„Aktuell gibt es einen Yoga-Kurs in Teltow“, sagt Metzler. Die Kurse fänden zum Teil während der Arbeitszeit statt und würden entsprechend angerechnet.Die Handwerkskammer (HWK) Potsdam bietet Lehrlingen ebenfalls einen Gesundheitstag an. „Es gibt mehrere Termine“, sagt eine Sprecherin. Auch die Unternehmerfrauen würden angesprochen. Beim letzten Gesundheitstag im September ging es zum Yoga nach Caputh.

Auch einige große Betriebssportvereine gibt es noch im Land, doch die Mitglieder sind nicht nur Angestellte der Firma. So hat die BSG Pneumant Fürstenwalde fast 2800 Mitglieder, die Belegschaft in dem in der Stadt ansässigen Reifenwerk ist jedoch nur etwa ein Drittel so groß. 

"Die Firma läuft" - eine Initiative der Lauf- und Fitnessschule gotorun, der Gesundheitskasse AOK Nordost und der Potsdamer Neuesten Nachrichten - geht in die nächste Runde. Lesen Sie hier mehr dazu >>

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