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SV Babelsberg 03

  • 15.02.2016
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03 gegen Budissa Bautzen: Bekannte Babelsberger Sorge

von Peter Könnicke

Er hatte es sicher und gut im Griff. Nulldrei-Kapitän Christian Schönwälder zeigte bei seinem Startelf-Debüt in dieser Saison ein starkes Spiel in der Innenverteidigung und ließ Bautzens Top-Stürmer Paus-Max-Walther kaum Entfaltungsmöglichkeiten. Foto: Jan Kuppert

Am Freitagabend kam der SV Babelsberg 03 in der Fußball-Regionalliga Nordost nicht über ein 0:0 gegen Budissa Bautzen hinaus. Die Partie ließ an die schwachen Rückrunden des SVB der vergangenen Jahre erinnern.

So mancher Anhänger des SV Babelsberg 03 spürt ein Trauma. Jenes, das den Fußball-Regionalligisten seit Jahren nach der Winterpause einholt: Einer guten und hoffnungsvollen Hinrunde folgt eine schwache und punktarme Rückserie. „Diesmal nicht“, beschwört zwar SVB-Stürmer Andis Shala, doch nach zwei Unentschieden und einer Niederlage in der bisherigen Rückrunde sind die unguten Erinnerungen geweckt. Das 0:0 vom vergangenen Freitag gegen Budissa Bautzen hat dazu beigetragen.

Allerdings war es nur zur Hälfte die spielstarke Babelsberger Mannschaft vom vergangenen Herbst, die gegen Bautzen auf heimischen Platz stand. Mit Enes Uzun (Knieprobleme), Severin Mihm (Bronchitis), Erdal Akdari (fünfte Gelbe Karte) und Ugurtan Cepni (Rotsperre) fehlten von Beginn an vier Stammspieler. Nach nur 22 Minuten musste zudem Innenverteidiger Laurin von Piechowski vom Platz, den 21-Jährigen plagen seit Längerem Rückenprobleme, sodass sein Einsatz ohnehin fraglich war. Für ihn kam der junge Antonin Henning. Und es fehlte – wie schon gegen Meuselwitz – Trainer Cem Efe (Darmreizung) an der Seitenlinie, wo ihn Enrico Große vertrat.

Gute Leistung der Babelsberger "B-Abwehr"

Vor allem die Vierer-Abwehrkette musste Große also umbauen. Es schien, als würde sich die neue SVB-Formation erst einen zehnminütigen Sicherheits- und Belastungstest unterziehen: In der Anfangsphase konnten sich die Bautzener offensiv ausprobieren, während die Viererkette des SVB Stellungsspiel und defensives Miteinander probte. Um es vorweg zu nehmen: Es klappte ausgezeichnet. Innenverteidiger Christian Schönwälder, der im bisherigen Saisonverlauf nicht an Akdari und von Piechowski vorbeikam, machte einen äußerst souveränen und abgeklärten Job. Der etatmäßige Kapitän avancierte in der zweiten Halbzeit zum besten Mann auf dem Platz. Philipp Saalbach, der zunächst Mihm auf der rechten Abwehrseite vertrat und mit Hennings Einwechslung in die Innenverteidigung rückte, machte das solide. Tobias Grundler, eigentlich Offensivspieler, hatte die linke Außenbahn zunehmend im Griff und gefiel mit Flanken aus dem Halbraum. Und Henning holte sich in zwei, drei Aktionen Mut und spielte dann eine beherzte Regionalliga-Partie. Dass die Budissa-Offensivaktionen gefahrlos blieben, lag sehr wohl an dieser aus der Not geborenen SVB-Viererkette. Gäste-Coach Thomas Hentschel lobte später: „Zu dieser klasse B-Abwehr kann man nur gratulieren.“

Das erste Kompliment nach Spielschluss machte Hentschel aber seiner eigenen Mannschaft, da sie ebenfalls kaum Torchancen zugelassen hatte. Tatsächlich war es eine äußerst überschaubare Anzahl an Möglichkeiten, die sich der SVB in seinen wenigen guten Szenen erspielte. Als nach gut einer Viertelstunde die Platzherren vom Beobachtungs- auf Aktivmodus schalteten und vor allem Leon Hellwig die Regieführung übernahm, ergab sich eine der besten Chancen des Spiels. Hellwig brachte mit feinem Pass Onur Uslucan in Szene, der den Ball an Budissa-Keeper Jakub Jakubov vorbei-, aber nicht über die Torlinie schob, da ein Bautzener Abwehrspieler noch klären konnte. Viel mehr Torraumszenen gab es nicht und auch in der zweiten Halbzeit dauerte es bis zur Schlussviertelstunde, ehe Nulldrei Offensivdrang entwickelte. Vor allem der fleißig ackernde Shala hatte drei Szenen, in denen er mit dem Kopf zur Stelle war – in der 87. Minute lenkte Jakubov seinen Kopfball noch an die Latte.

Nun folgen die beiden Brandenburg-Derbys

„Es hat nicht am Willen gelegen“, sagte Kapitän Schönwälder nach Abpfiff und zollte den Bautzenern Respekt: „Die haben gut gestanden und es vernünftig gemacht.“ Eine Erfahrung, die auch schon Spitzenteams wie der BAK gemacht haben, die gegen Budissa Punkte abgaben.

Frei von Personalsorgen wird der SVB auch in den kommenden Wochen nicht sein. Uzun wird weiter fehlen, Cepni muss weiter seine Rotsperre absitzen, von Piechowskis Einsatz ist fraglich und Mihm wird nicht im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Zudem zog sich Matthias Steinborn eine Fleischwunde am Fuß zu. Doch gerade die beiden Derbys in Rathenow am kommenden Sonntag und dann Zuhause gegen Luckenwalde werden zeigen, ob der SVB ein Rückrunden-Trauma hat.

SVB: Otremba - Saalbach, von Piechowski (22. Henning), Schönwälder, Grundler; Hellwig, Sindik, Cubukcu, Uslucan; Steinbach (90. Kwatu), Shala

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