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  • 25.01.2016
  • von Peter Könnicke

18. Potsdamer Stadtsportball: Ehre und Ansporn

von Peter Könnicke

Es wird Zeit für eine Ehrung. Hans Grodotzky war einer der ersten Potsdamer, der bei Olympischen Spielen erfolgreich war. 1960 gewann der Langstreckenläufer in Rom über 5000 und 10 000 Meter jeweils Silber. Jetzt erinnert der Walk of Fame an seine Leistungen. Fotos: M. Thomas

40 olympische Medaillengewinner kamen am Freitagabend zur Eröffnung ihres Walk of Fame im Luftschiffhafen. Beim anschließenden Stadtsportball wurden dann in der MBS-Arena die besten Potsdamer Nachwuchssportler des vergangenes Jahres geehrt. Sie träumen davon, selbst mal einen Platz auf dem Walk of Fame zu bekommen.

Der Potsdamer Stadtsportball erstrahlte in diesem Jahr in einem ganz besonderen Licht. Zum blauen Entree vor der MBS- Arena geriet der Walk of Fame, der am vergangenen Freitagabend eingeweiht wurde. Im eleganten LED-Licht strahlen 17 Stehlen, auf denen die Namen aller 103 bisherigen olympischen Medaillengewinner aus Potsdam verewigt sind. Der Boulevard des Erfolges führt vom historischen Eingangstor des Luftschiffhafens auf das Gelände des Sportparks. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) nannte die Fertigstellung des Walk of Fame einen würdigen Abschluss des Themenjahres „Potsdam bewegt“, das 2015 mehrfach den Breiten- und Leistungssport der Landeshauptstadt in den Fokus gerückt hatte. Als dauerhafter Blickfang erinnert der Walk of Fame an die erfolgreichsten Potsdamer Athleten seit 1920.

Wie so oft in Potsdam wurde auch bei der Frage nach einer angemessenen Würdigung der Olympiasieger und olympischen Medaillengewinner aus der Stadt lange diskutiert, sodass Oberbürgermeister Jakobs sagte: „Schade, dass wir erst jetzt darauf gekommen sind.“ Die „zündende Idee“, wie Stadtsportbund-Chef Lutz Henrich es nannte, hatten schließlich drei Nachwuchsspielerinnen des 1. FFC Turbine Potsdam: Sie brachten von einer Turnierreise in den USA, wo jede Highschool oder Universität ihre erfolgreichen Sportler huldigt, die Frage mit, was eigentlich Potsdam für seine weltweit erfolgreichen und bekannten Athleten tut. Die Antwort ist nun der Walk of Fame, der gemeinsam mit Schülern der Sportschule, der Luftschiffhafen GmbH und einer Arbeitsgruppe des Stadthauses entstanden ist. Finanziert wurde das 60 000-Euro-Projekt durch Spenden von Potsdamer Unternehmen, aber auch von vielen Einwohnern der Stadt. „Das zeigt, dass das Herz der Sportstadt schlägt“, sagte Henrich.

Potsdam braucht mehr Sportflächen

40 olympische Medaillengewinner waren gekommen, um ihren Walk of Fame einzuweihen und beim anschließenden Stadtsportball bei der Ehrung der besten Potsdamer Nachwuchsathleten des vergangenen Jahres zu sehen, wer möglicherweise ihr Erbe antreten kann. Eine 18. Stele ist bereits angefertigt, die nach den diesjährigen Olympischen und Paralympischen Spielen in Rio auf ihre Beschriftung wartet. Die Bedingungen für eine leistungssportliche Karriere waren am Luftschiffhafen, der Kader- und Medaillenschmiede des Potsdamer Sports, nie besser als heute, befanden viele der erfolgreichen Olympioniken unisono. Doch zeichnet sich die Sportstadt Potsdam nicht nur durch ein ideales Umfeld für Spitzenathleten aus. Vielmehr steht sie auch in Verantwortung für den Freizeit- und Breitensport, der seinen Charme auch auf dem Stadtsportball zeigte – durch die Hip-Hop-Tänzer des RokkaZ e.V. oder das Meister-Tanzpaar Viktoria Abilov und Daniel Jach vom Elegance Potsdam e.V.

Als wachsende Stadt stehe Potsdam vor der Herausforderung, „für mehr Sportflächen zu sorgen“, wie Rathauschef Jann Jakobs sagte. Zugleich betonte er: „Wir tun da eine ganze Menge.“ So würden mit jeder neuen Schule auch neue Schulsportflächen entstehen. Wie immens der Bedarf allerdings ist, illustriert der Sportstättenentwicklungsplan der Stadt vom Oktober 2013, in dem ein Defizit von 17 Sporthallen und 17 Freisportflächen beschrieben ist. Jakobs würdigte den Stadtsportbund bei der zu bewältigenden Aufgabe als kritischen Begleiter und Sachverständigen bei der Bewertung von Fördermaßnahmen und Investitionen.

Diesjähriges Highlight für Potsdams Sportfamilie: Eröffnung des neuen Bades am Brauhausberg

Wie nah Spitzen- und Breitensport in Potsdam beieinanderliegen, zeigte sich an diesem Abend unter anderem mit der Ehrung der männlichen A-Jugend-Schwimmer des Potsdamer SV als bestes Nachwuchsteam. Beim Gewinn der deutschen Meisterschaft absolvierten die Youngster die schnellste jemals geschwommene Zeit in diesem Wettbewerb, der fünf Staffelrennen umfasst, deren Ergebnisse addiert werden. Und während das Team auch für dieses Jahr seine Meisterschaftsambitionen betonte, freut sich Potsdams große Schwimmfamilie auf ein anderes Highlight: Die Eröffnung des Sport- und Freizeitbades auf dem Braushausberg, die laut Oberbürgermeister Jakobs Ende des Jahres zu erwarten ist.

Beim Stadtsportball wurden außerdem geehrt: Lena Grulich - Theresa Zureck - David Junge - Mirko Eichstedt - Bodo Thiel.

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