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  • 26.10.2015
  • von Tobias Gutsche

SV Babelsberg 03 gegen VfB Auerbach: Babelsberg bleibt oben dran

von Tobias Gutsche

Wie aus dem Lehrbuch. Nulldrei-Stürmer Andis Shala trifft mustergültig per Kopfball zum 1:0 gegen den VfB Auerbach. Foto: Jan Kuppert

Der SV Babelsberg 03 siegt mit 1:0 gegen den VfB Auerbach und hält damit Kontakt zur Tabellenspitze der Fußball-Regionalliga Nordost. Die Spielleitung hat Schiedsrichter Bastian Dankert, der eine Woche zuvor für einen Bundesliga-Aufreger sorgte.

Potsdam - Mit dem Megafon in der Hand stand Andis Shala am Sonntag auf dem Zaun vor der Nordkurve des Karl-Liebknecht-Stadions. Der Siegtorschütze beim 1:0 (0:0)-Heimerfolg gegen den VfB Auerbach war von den Fans des SV Babelsberg 03 auserkoren worden, den Vorsänger bei den Feierlichkeiten zu geben. Wieder einmal. „Das war schon das dritte Mal in dieser Saison, das ich das machen durfte“, erzählte der Stürmer später. Hundertprozentig textsicher habe sich der Regionalliga-Fußballer jedoch noch nicht gefühlt. Daher ließ er sich die Schlachtrufe lieber ins Ohr flüstern, ehe er sie gut gelaunt und stimmgewaltig in Richtung der Anhängerschaft brüllte, die das Ganze inbrünstig zurückdonnerte.

In Minute 75 des gestrigen Spiels hatte der 26-Jährige den Lautstärkepegel im SVB-Fanblock bereits ebenfalls mächtig in die Höhe getrieben. Denn: Eine maßgenaue Flanke von Ugurtan Cepni hatte er zum umjubelten 1:0 in die Maschen des Auerbacher Tores geköpft. Nach dem Abpfiff fragte Andis Shala mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen: „Sah es gut aus?“ Und ob! Ein Kopfball wie aus dem Lehrbuch. Mustergültig.

Shala: "Wir haben es viel zu spannend gemacht"

Shalas fünftes Saisontor sorgte für den fünften SVB-Heimsieg der laufenden Spielzeit. „Wir haben es aber viel zu spannend gemacht“, fand der 1,91 Meter große Angreifer, dessen Team das Geschehen zwar von Beginn an diktierte, dies jedoch lange Zeit nicht zu nutzen wusste. Einige gute Chancen wurden ausgelassen: Matthias Steinborn vergab freistehend per Lupfer (10.), Enes Uzun scheiterte an VfB-Torhüter Maik Ebersbach (46.), Andis Shala setzte einen Seitfallzieher über den Querbalken (69.), den Onur Uslucan drei Minuten später traf. Zogen die Gastgeber ihr temporeiches Direktspiel auf, wurde es für Auerbach gefährlich. Allerdings wechselten sich diese druckvollen Phasen in stetiger Regelmäßigkeit mit trägen Momenten ab, in denen Nulldrei mit leicht zu verteidigenden hohen Flugbällen agierte und somit wenig Zug zum Tor entwickelte.

Nahezu gar keine offensiven Impulse setzten derweil die Gäste, was SVB-Trainer Cem Efe insbesondere auf die konzentrierte und zweikampfstarke Abwehrarbeit seiner eigenen Mannschaft zurückführte. „Wir haben es zu keiner Sekunde zugelassen, dass sich der Gegner entfalten konnte“, sagte Efe und war darüber froh, dass im Duell mit dem Verfolger der siebte Tabellenrang verteidigt und zugleich der Kontakt zu den Spitzenplätzen des Klassements gewahrt wurde. Neuer Tabellenführer ist der FSV Wacker Nordhausen, der sechs Punkte vor Babelsberg liegt und den FC Oberlausitz Neugersdorf auf dem Thron ablöste.

Otremba stand für Gladrow im Tor

Gegen jene Neugersdorfer hatte Nulldrei in der Vorwoche 1:1 gespielt. Im Vergleich zu dieser Partie nahm Coach Cem Efe gestern zwei Veränderungen in seiner Startformationen vor: Philip Saalbach ersetzte den mit Knöchelproblemen aussetzenden Lovro Sindik im defensiven Mittelfeld – und Kevin Otremba stand überraschend anstelle von Marvin Gladrow im Tor, der vorige Woche keine gute Figur beim Gegentreffer gemacht hatte. Dies sei eine Entscheidung aus Leistungsgründen gewesen, die aber nicht nur an Gladrows letztem Auftritt festgemacht wurde, erklärte Efe. Er führte zudem weiter aus: „Kevin hat sich einfach seine Chance erarbeitet.“

Otremba freute sich über die Belohnung für hohes Trainingsengagement. Nach den drei Einsätzen im Landespokal war es für den Neuzugang gestern die Premiere in der Liga, die er als „guten Einstand“ verbuchte, wenngleich er nicht wirklich viel zu tun hatte. „Ich hoffe, dass ich mich jetzt auch weiterhin beweisen kann“, sagte der 21-Jährige nach dem Spiel, das von Schiedsrichter Bastian Dankert geleitet wurde.

Dankert unterlief kein Fauxpas

Dankert? Da war doch was! Der Rostocker Referee hatte vor einer Woche für einen großen Aufreger in der Bundesliga gesorgt, als er ein mit der Hand erzieltes, spielentscheidendes Tor von Hannover 96 in Köln gab. Nun pfiff er vierte statt erste Liga. Wohl eher eine Schutzmaßnahme als eine Degradierung. Die Partie vor 1810 Zuschauern zwischen Babelsberg und Auerbach brachte er ohne Fauxpas über die Bühne. Sonderlich viele strittige Szenen gab es aber auch nicht. Vor allem war Andis Shalas Siegtor eine klare Angelegenheit: Nur der Kopf war im Spiel, nicht die Hand.

SVB: Otremba – Mihm, von Piechowski, Akdari, Cepni – Saalbach (63. Uslucan), Hellwig – Uzun (90. Schönwälder), Cubukcu, Steinborn (80. Fiegen) – Shala. Tor: 1:0 Shala (75.).

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