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SV Babelsberg 03

  • 16.10.2015
  • von Peter Könnicke

Schwere Aufgabe für SV Babelsberg 03: Den Stimmungsdämpfer spielen

von Peter Könnicke

Dranbleiben. Das ist die Devise von 03-Trainer Cem Efe für das Spiel in Neugersdorf und das Hinrunden-Finale. Foto: Jan Kuppert

Der SV Babelsberg muss am Sonntag zum Überraschungsteam der Fußball-Regionalliga Nordost, dem FC Oberlausitz Neugersdorf. Der sorgt als Aufsteiger für Furore und beeindruckt mit besonderen Typen auf und neben dem Platz.

Potsdam - Es ist das Überraschungsteam der Fußball-Regionalliga Nordost: Als Aufsteiger winkt der FC Oberlausitz Neugersdorf frech vom zweiten Tabellenplatz und hat am kommenden Sonntag (13 Uhr) die Chance, sogar die Staffelführung zu übernehmen. Denn der aktuelle Spitzenreiter FSV Zwickau hat sein vorgezogenes Punktspiel am vergangenen Mittwoch bei Aufsteiger RB Leipzig II mit 0:1 verloren. Die Aussicht der Neugersdorfer auf Platz eins macht die Aufgabe für den SV Babelsberg 03 in der Oberlausitz nicht einfacher.

Die Mannschaft von SVB-Trainer Cem Efe erwartet einen Gegner im Stimmungshoch. „Wir wollen nur Spaß haben“, sagte jüngst FCO-Präsident Ernst Lieb im MDR. Druck jedenfalls mache man sich nicht angesichts der verlockenden Tabellensituation. Die vierte Liga, in der Neugersdorf zu Beginn der 2000er schon einmal spielte, soll zunächst Spielwiese bleiben. An Aufstieg denke man nicht. Gleichwohl hat der gegenwärtige Erfolg Gründe, die für eine Fortschreibung gelten könnten. Da ist zum einen der Präsident selbst, dem „Der Spiegel“ mal ein eigenes Porträt widmete, als 2001 der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder Neugersdorf besuchte. Lieb gehört eine Maschinenbaufirma, die jährlich Millionenumsätze macht und die er nach der Wende in der Oberlausitz etablierte. „Der gute Mensch von Neugersdorf“, schrieb „Der Spiegel“ über Lieb, weil der sich nicht nur als Unternehmer engagiert, sondern auch für soziale Zwecke – und eben den FC Oberlausitz.

Neugersdorfs Stürmer Nezmar ist zugleich Sportdirektor von Slovan Liberec

Hinzu kommt die Nähe zur Grenze nach Tschechien, wo es bekanntermaßen gute Fußballer gibt. In den Reihen der Neugersdorfer spielen einige davon, der wohl bekannteste ist Stürmer Jan Nezmar. Der heute 38-Jährige wurde mit Slovan Liberec 2002 und 2012 tschechischer Meister. Steht Nezmar nicht für den FCO auf dem Platz, arbeitet er als Sportdirektor von Slovan Liberec, der in dieser Saison auch in der Europa League spielt. Seit Januar 2013 schnürt Nezmar für den Club aus der ostdeutschen Provinz die Schuhe und hat ihn mit seinen Toren von der Landesliga erst in die Oberliga und in der vergangenen Saison auch in die vierte Liga geschossen.

Nezmar wird die Abwehrreihe des SVB, die sich im bisherigen Saisonverlauf als nicht einfach zu knacken präsentierte, vor eine Herausforderung stellen. Tore hat er in seiner Karriere reichlich erzielt. Nicht nur in Liberec, auch 2006 beim MFK Ruzomberok verhalfen seine Treffer zum Titel in der Slowakei. Nezmar spielte in der Europa League und Champions League gegen Teams wie Liverpool, Mailand, Schalke und Dortmund.

Ein Ex-Bundesligaprofi ist FCO-Trainer

Und dann gibt es da noch Vragel da Silva – seit dieser Spielzeit Trainer beim FCO. Beim großen Bruder der Neugersdorfer, dem FC Energie Cottbus, hat der gebürtige Brasilianer bis 2009 acht Jahre als Innenverteidiger in der 1. und 2. Bundesliga gespielt und danach bis zu seinem Wechsel die U 23 betreut. Er lobt „Herz und Seele“, die der FCO habe und hat bislang ein gutes Händchen bewiesen, um eine starke Mischung aus Erfahrung und Talent auf den Platz zu schicken. Kampf und Leidenschaft nannte da Silva wiederholt als Zutaten der Mixtur. Der 41-jährige Ex-Profi hat auf dem Trainerposten Aufstiegscoach Manfred Weidner beerbt, der seitdem nunmehr als Manager für den sächsischen Verein arbeitet. „Mutig, aber nicht übermütig“, nannte er unlängst das Auftreten des Überraschungsteams.

Genauso wird es wohl auch gegen den SV Babelsberg 03 aussehen. Die Nulldreier haben ihrerseits die Möglichkeit, mit einem Erfolg den Anschluss ans obere Tabellenfeld zu schaffen und sich eine gute Ausgangsposition für das letzte Drittel der Hinrunde zu sichern. Denn dieses hat es in sich – unter anderem mit Spielen gegen den zuletzt starken VfB Auerbach sowie gegen Zwickau, Jena und den BFC. Die stehen alle vor Babelsberg im Klassement, würden aber in Reichweite bleiben, wenn es dem SVB gelingt, am Sonntag in Neugersdorf den Stimmungsdämpfer zu spielen. 

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