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SV Babelsberg 03

  • 05.10.2015
  • von Peter Könnicke

Jubel im Karl-Liebknecht-Stadion in Babelsberg: Richtige Antwort vom SV Babelsberg 03

von Peter Könnicke

In Feierlaune. Die Babelsberger Spieler Onur Uslucan (l.) und Andis Shala jubeln über den Sieg.

Auf die erste Saisonniederlage gegen den Berliner AK reagierte Fußball-Regionalligist SV Babelsberg 03 nun. Und siegte mit einem 2:0-Heimerfolg gegen RB Leipzig II.

Potsdam - Text und Melodie des Klagelieds, das Tino Vogel nach der 0:2 (0:1)-Niederlage seiner U23 des RB Leipzig beim SV Babelsberg 03 anstimmte, kannte sein Gegenüber Cem Efe nur allzu gut. „Wir sind auswärts gute Gäste und zu Hause gute Gastgeber, bekommen viel Lob für unsere Spielweise, aber am Ende ist es frustrierend, weil wir Woche für Woche leer ausgehen“, resümierte Vogel. Mehrmals ging es Efe in der Vergangenheit ähnlich. Am Freitagabend hingegen konnte er recht zufrieden bilanzieren, dass seine Mannschaft die richtige Antwort auf das 0:3 der Vorwoche beim Berliner AK, der ersten Saisonniederlage überhaupt, gefunden hatte.

„Dabei ist uns der Einstieg in das Spiel schwergefallen“, gab Efe zu. Gut 20 Minuten schafften es die „Jung-Bullen“ vor 2102 Zuschauern, die Hausherren fern vom eigenen Tor zu halten. „Die haben uns früh unter Druck gesetzt und es uns schwer gemacht“, reflektierte Philipp Saalbach, der für den erkrankten Severin Mihm auf der Rechtsverteidigerposition sein erstes Saisonspiel über volle 90 Minuten absolvierte. RB-Trainer Vogel lobte später: „Wir waren richtig gut in der Balleroberung.“

Die Stürmer Shala und Steinborn erzielen die Tore

Ab Mitte der ersten Halbzeit fand der SVB aber besser ins Spiel – vor allem Matthias Steinborn avancierte zum Babelsberger Aktivposten. Der Stürmer war es auch, der in der 29. Minute die Führung vorbereitete, nachdem er an der rechten Seitenlinie mit hohem Tempo seinen Gegenspieler stehen ließ und präzise auf den wartenden Andis Shala ablegte, der gekonnt mit der Innenseite vollendete.

„Mit der Führung im Rücken hatten wir es dann etwas leichter“, meinte Saalbach nach Spielschluss. In der zweiten Halbzeit zog sich der SVB etwas zurück und überließ den Gästen mehr Spielfläche, sodass sich eigene Kontersituationen ergaben. „Die müssen wir aber besser ausspielen“, befand später Onur Uslucan, der nach gut einer Stunde für den fleißigen, aber glücklosen Enes Uzun eingewechselt wurde. Der Neuzugang kam nach einem Bänderriss aus der Vorbereitung zu seinem zweiten Saisoneinsatz, sorgte mit seiner Dynamik und seinem Zug zum Tor für frischen Wind, sodass er ein Extra-Lob von Nulldrei-Präsident Archibald Horlitz bekam. Eine dieser Szenen führte schließlich auch zum 2:0. Nach Zuspiel von Lovro Sindik setzte sich der 22-jährige Uslucan stark über links außen durch und bediente Steinborn, der die mustergültige Hereingabe zu seinem vierten Saisontreffer verwertete.

SVB ist durchschlagskräftiger als Leipzig

Dass mit Steinborn und Shala beide SVB-Stürmer trafen, belegt den Unterschied zu den vergangenen beiden Spielzeiten der Babelsberger und den Fortschritt, den das Team macht, „auch wenn wir uns den jeden Spieltag neu erarbeiten müssen“, wie Cem Efe konstatierte. Die Treffsicherheit des blau-weißen Sturmduos war am Freitag zudem der Unterschied zur RB-Offensive. „Vorn fehlt uns die Durchschlagskraft“, klagte Leipzigs Trainer Vogel. Auch diese Textzeile dürfte Efe bekannt vorkommen. Eher selten kommt es vor, dass seine Spieler aus der eigenen Abwehr den Ball auch einfach mal raus und nach vorn schlagen. Am Freitagabend indes grüßte der ein oder andere Ball das Flutlicht aus Nahdistanz.

„Bei spielerisch starken Mannschaften wie der RB-Reserve muss man den Ball auch mal eklig rausschlagen“, bemerkte schließlich Philipp Saalbach, der mit seiner körperlichen Präsenz zudem die richtige Antwort auf die technisch versierten Leipziger war. Auch dieser Optionen kann sich der SVB in dieser Saison besser bedienen als in der Vergangenheit – und Efe zeigte sich erfreut, dass er dies auch anwenden konnte: „Es macht mir viel mehr Spaß gegen Mannschaften, die mitspielen wollen.“ Tino Vogel nahm das Kompliment mit bitter-süßem Lächeln entgegen. Efe kennt das.

SVB: Gladrow – von Piechowski, Saalbach, Cepni – Hellwig, Sindik – Cubukcu (86. Fiegen), Uzun (59. Uslucan), Steinborn – Shala. Tore: 1:0 Shala (29.), 2:0 Steinborn (64.)

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