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SV Babelsberg 03

  • 25.09.2015
  • von Peter Könnicke

SV Babelsberg 03: Die Serie der Ungeschlagenen

von Peter Könnicke

Der geht richtig ab. SVB-Linksverteidiger Ugurtan Cepni blüht derzeit in seiner Rolle als Führungsspieler auf. Heute trifft er mit Nulldrei auf seinen Ex-Verein Berliner AK. Foto: Jan Kuppert

Nulldrei hat als einziges Team der Regionalliga Nordost noch nicht verloren und tritt selbstbewusst beim Berliner AK an

Fußball ist bekanntermaßen ein schnelllebiges Geschäft. Da kann innerhalb von neun Minuten ein einziger Spieler fünf Tore schießen, wie am Dienstag in der Bundesliga zu erleben war. Oder ein paar Tage zuvor und einige Etagen tiefer in der Regionalliga: Da wechselten sich bei den Anhängern des SV Babelsberg 03 beim Spiel gegen Hertha BSC II Schwärmen und Fluchen und finaler Jubel über den 3:2-Sieg innerhalb zweier Halbzeiten ab.

Im ersten Durchgang sah Nulldrei-Trainer Cem Efe seine Mannschaft nah am Qualitätslimit. Im zweiten Durchgang sorgte der Gegner mit seiner aggressiven Spielweise dafür, „dass wir etwas die Bindung verloren haben“, so Efe. Seine Spieler waren sich einig, dass für das siegreiche Ende etwas Glück Pate stand, das man sich aber auch in der vorherigen Spielen verdient hatte. Somit steht der SVB als nunmehr einziges Team der Nordost-Staffel nach neun Spieltagen ungeschlagen da.

Dass auch Serien schnell zu Ende gehen können, hat der Berliner AK, der heutige Gegner des SVB, in der Vorwoche erfahren. Der Klub aus dem Wedding war neben Nulldrei bis zu seinem Gastspiel in Neugersdorf ohne Niederlage – und verlor beim bislang starken Aufsteiger 0:1. So reist der SVB mit alleiniger weißer Weste ins Poststadion. „Das muss rein in die Köpfe, dass wir weiter ungeschlagen bleiben wollen“, sagt Co-Trainer Enrico Große.

Es ist eine spannende Frage und es wird am heutigen Abend interessant zu sehen sein, was der Last-Minute-Sieg gegen die Hertha-Reserve vom vergangenen Freitag mit dem Selbstbewusstsein der Spieler gemacht hat. Bereits der Spielverlauf sei wichtig für die Entwicklung gewesen, meinte Innenverteidiger Erdal Akdari nach dem Abpfiff. Denn nach den souverän geführten ersten 45 Minuten mit zahlreichen Torchancen, musste der SVB zweimal den Ausgleich hinnehmen und einen Rollentausch registrieren: Denn Hertha war spielbestimmend und besser, Nulldrei sah sich in die Defensive gedrängt. „Da mussten wir den Schalter umlegen“, sagte Akdari. Dass dies letztlich gelungen ist, war ein wichtiger Gewinn an Erkenntnis und Selbstvertrauen. Trainer Efe betonte letzteres später so: „Wir glauben an uns. Hier ist jeder willkommen mitzuspielen, aber wir entscheiden, wer gewinnt.“

Einer, der das in den vergangenen Wochen auf dem Platz ausgestrahlt hat, ist Ugurtan Cepni. Der 32-jährige Linksverteidiger ist der aktuell älteste Spieler im Kader – und nimmt mit seiner Erfahrung, aber auch seiner leidenschaftlichen Art, Fußball zu spielen, eine Führungsrolle in der Mannschaft ein.

Sinnbildlich eine Szene aus der Vorwoche: Trotz zwei, drei Meter Rückstand gewann Cepni gegen den sieben Jahre jüngeren Tony Fuchs ein Laufduell auf der linken Außenbahn und jagte dem Hertha-Kapitän rechtzeitig den Ball ab. Von den Rängen gab es Szenenapplaus, Cepni meinte später nach Spielschluss auf das Sprintduell angesprochen: „Das müssen die jungen Leute noch lernen.“ Das klingt nach Überzeugung, etwas zurückhaltender ist der Routinier vor der heutigen Begegnung gegen seinen Ex-Verein: „Ich hoffe, dass wir da nachlegen können“, sagt er.

In der Tat wird der BAK ein harter Prüfstein. Der Athletikklub gehört zu jenen Vereinen der Nordost-Staffel, die ihre Aufstiegsambitionen nicht verhehlen. Die jüngeren Auftritte hatten durchaus spielerische Qualität. Und nach dem Dämpfer in der Oberlausitz wird das Bestreben nach drei Punkten besonders ausgeprägt sein. Der Derby-Charakter tut sein Übriges für eine spannende Partie. Nicht zuletzt gibt es immer dann eine weitere pikante Note, wenn Akteure auf ihren Ex-Verein treffen. Neben Cepni war für Nulldrei-Kapitän Bilal Cubukcu und Onur Uslucan der BAK die letzte Adresse vor ihren jeweiligen Wechseln nach Babelsberg. Bei den Berlinern wiederum hat Karim Benjamina eine Babelsberger Vergangenheit.

Berliner AK - SV Babelsberg 03, Freitag, Anstoß 17 Uhr, Poststadion, Lehrter Straße

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