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SV Babelsberg 03

  • 28.08.2015
  • von Tobias Gutsche

Vor dem Spiel: SV Babelsberg 03 gegen Nordhausen: Wenig Zeit zum Verdauen

von Tobias Gutsche

Babelsberg 03 verschenkt Derbysieg gegen Luckenwalde in den Schlusssekunden der Partie und trifft am Samstag auf Nordhausen.

Eine halbe Minute, maximal noch 60 Sekunden. Mehr hatten die Fußballer des SV Babelsberg 03 am Mittwochabend nicht mehr zu überstehen, dann wäre der Regionalligist auch im fünften Saisonspiel ohne Gegentor geblieben, hätte seinen dritten Erfolg in diesem Spieljahr eingefahren. Doch statt mit voller Entschlossenheit auch den letzten Angriff des FSV 63 Luckenwalde abzuwehren, stand die Nulldrei-Hintermannschaft in der 92. Minute nur Spalier für Tiago Sprenger. Der zog unbedrängt in zentraler Position aus 25 Metern ab und erzielte das 1:1.

„Alles oder nichts“ habe sich der eingewechselte Luckenwalder gedacht, dem damit ein Schuss in die FSV-Geschichtsbücher gelang. Sein Treffer war zwar bereits der zweite in der noch jungen Regionalligahistorie des Aufsteigers, aber es war der erste, der einen Punktgewinn auf das Konto transferierte. Deshalb sorgte Sprenger im mit 1266 Zuschauern gefüllten Werner-Seelenbinder-Stadion für eine regelrechte Explosion der Emotionen.

Erdal Akdari: "So etwas darf uns nicht passieren"

Während die Hausherren ihrer Freude freien Lauf ließen, brach aus Cem Efe die Wut heraus wie Lava aus einem Vulkan. „Da müssen wir den Schützen besser stellen“, meckerte der SVB-Trainer über das harmlose Verteidigen seiner Truppe. Dabei war doch gerade sie, die Defensive, im bisherigen Saisonverlauf das Prunkstück der Filmstädter. Clever organisiert und mit starker Zweikampfführung hielt Babelsberg viermal die Null. „Da haben wir brutal gut gearbeitet. Umso enttäuschender ist es, dass wir hier in den letzten Momenten die Linie verlieren. So etwas darf uns nicht passieren“, ärgerte sich Erdal Akdari, der sich als Neuverpflichtung inzwischen zum Abwehrchef gemausert hat.

Lediglich in der Anfangs- und Schlussphase der Partie hatten er und seine Neben- sowie Vordermänner Probleme mit dem druckvollen Anrennen des bis dato am Tabellenende liegenden FSV. Dazwischen hatten die Gäste weitestgehend alles im Griff, erspielten sich trotz lahmender Angriffsbemühungen mehrere gute Torchancen.

Am Samstag gegen Wacker Nordhausen

Und gingen folgerichtig auch in Führung: Ugurtan Cepnis Flanke von der linken Außenbahn köpfte Matthias Steinborn in der 49. Minute mustergültig ins Netz. Wie schon beim 2:0-Derbysieg am vergangenen Freitag gegen Rathenow traf der Neuzugang, sein zweiter Saisontreffer. Für drei Punkte reichte es diesmal aber nicht. Die waren gegen den Liganeuling ohne Zweifel fest eingeplant. Mit neun von möglichen 15 Punkten können die auf Tabellenrang fünf zurückgefallenen Babelsberger zum jetzigen Zeitpunkt entsprechend nur bedingt zufrieden sein. Schließlich zählen die bisherigen Kontrahenten – wie ein Blick ins Klassement verdeutlicht – momentan eher zur mittelmäßigen oder gar unteren Qualitätsstufe der Regionalliga Nordost.

Dem ersten richtigen Belastungstest muss sich der SVB am morgigen Samstag unterziehen, dann gastiert ab 13.30 Uhr das drittplatzierte Team von Wacker Nordhausen im Karl-Liebknecht-Stadion. Den späten Wirkungstreffer in Luckenwalde müsse man daher nun „ganz schnell verdauen“, sagte Innenverteidiger Erdal Akdari.

Fassungsloser Cem Efe

Das trifft aber nicht nur auf die Kicker zu, sondern auch auf Coach Cem Efe, dem der Mittwochabend mächtig zugesetzt hatte. Einige Minuten nach Abpfiff saß er immer noch fassungslos am Spielfeldrand, starrte entweder in die Leere oder ließ sich zu Schimpftiraden über die Abwehrarbeit seiner Elf in den Schlusssekunden hinreißen.

Und dann war da noch dieser Jugendliche, der biertrinkend neben der Nulldrei-Bank stand und Cem Efe mehrfach während der Partie verbal attackierte. Auf demWeg zur Pressekonferenz kam vor lauter Frust schließlich der Pädagoge in dem gereizten Fußballtrainer hervor. Mit eindringlichen Worten forderte Efe den Teenager auf, künftig Anstand und Respekt zu wahren. Der Angesprochene zeigte sich davon unbeeindruckt, lächelte nur süffisant. Dieser Appell schien seine Wirkung verfehlt zu haben. Wichtiger wird es aber ohnehin sein, dass der SVB-Coach in der Kürze der Zeit seine Akteure bis zum Nordhausenspiel auf den rechten Weg führt. In sportlicher Hinsicht.

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