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  • 12.03.2015
  • von Marco Zschieck

Schadstoffbelastung in Potsdam: Es liegt mehr Schmutz in der Luft

von Marco Zschieck

Die Schadstoffbelastung ist in einigen Straßen sehr hoch. Setzt sich der Trend fort, drohen Strafzahlungen. Foto: dpa

Die Luft in den Hauptverkehrsstraßen in Potsdam weist eine hohe Schadstoffbelastung auf. Im Februar waren die Werte in der Zeppelinstraße und in der Großbeerenstraße besonders hoch. Wenn es so weitergeht, muss die Stadt Potsdam Strafen zahlen.

Potsdam - Die Luft an Potsdams Hauptverkehrsstraßen war im Februar wieder schmutziger. Wie aus den Daten des Landesumweltamts hervorgeht, lag die Belastung mit giftigem Stickstoffdioxid in der stark befahrenen Zeppelinstraße im Februar im Durchschnitt bei 42 Mikrogramm je Kubikmeter. In der Großbeerenstraße waren es sogar 49 Mikrogramm. Im Januar lag die Belastung mit dem Gas, das vor allem durch den Autoverkehr freigesetzt wird, noch zehn beziehungsweise 13 Mikrogramm geringer.

Setzt sich der Trend fort, wird es für die Stadt schwierig, den Jahresmittelwert von 40 Mikrogramm nicht zu überschreiten. Dieser Wert ist seit Jahresbeginn als Grenzwert europaweit verbindlich. Wird er überschritten, drohen Strafzahlungen an die Europäische Union. Nach Angaben des Landesumweltamtes kann es sich dabei um bis zu fünfstellige Beträge täglich handeln. Außerdem haben Anwohner belasteter Straßen seit Jahresbeginn ein Klagerecht, falls die Grenzwerte nicht eingehalten werden. Die Potsdamer Grünen hatten in der vergangenen Woche angekündigt, klagende Anwohner zu unterstützen, sollte der Grenzwert in diesem Jahr überschritten werden.

5000 weniger Autos sollen unterwegs sein

Die Stadtverwaltung sieht sich durch die Entwicklung in ihren Plänen zum Umbau der Zeppelinstraße bestätigt. „Die Werte zeigen, dass das Prinzip Hoffnung bei der Frage der Schadstoffreduzierung nicht ausreicht“, hieß es auf PNN-Anfrage. Im Februar waren Pläne der Verwaltung bekannt geworden, die Zeppelinstraße zwischen Geschwister Scholl-Straße und Kastanienallee auf nur noch eine Fahrspur für Autos einzuengen. Dazu sollen ein Radfahrstreifen und eine wechselseitige Linksabbiegerspur kommen. Durch den Umbau sollen nur noch etwa 22.000 statt derzeit 27.000 Autos täglich durch die Zeppelinstraße fahren.

Die Pläne sind in der Stadtpolitik umstritten. Am Dienstagabend wurden im Bau-Ausschuss Anträge mehrerer Fraktionen debattiert. Meist ging es dabei um die Prüfung weiterer Alternativen, die Beteiligung der Bürger und ein abschließendes Votum der Stadtverordneten. Entscheidungen wurden am Dienstagabend nach langer Diskussion nicht getroffen. „Alle Vorschläge, die die Verkehrsmenge nicht begrenzen, sind nicht geeignet“, so Potsdams Baubeigeordneter Matthias Klipp (Grüne). Nach einem Referat von Verkehrsplaner Axel Dörrie über die von der Verwaltung bereits geprüften Alternativen stimmte der Bauausschuss mehrheitlich für eine Vertagung des Themas. „Wir müssen jetzt erstmal nachdenken“, sagte der Stadtverordnete Wolfhard Kirsch (Bürgerbündnis).

Gedrosselte Geschwindigkeit = weniger Fahrzeuge

Der hohe Wert in der Großbeerenstraße liegt laut Stadtverwaltung noch im Bereich monatlicher Schwankungen. „Am Ende zählt bei der Bewertung der Jahresmittelwert“, so Stadtsprecher Jan Brunzlow. In der Großbeerenstraße konnte durch die Geschwindigkeitsreduzierung die Anzahl der täglichen Fahrzeuge reduziert werden, dadurch sei in den vergangenen Jahren auch die Schadstoffbelastung gesunken.

Auch beim Feinstaub lag die Zeppelinstraße brandenburgweit in der Spitzengruppe. An sieben Tagen wurde im Februar der Wert von 50 Mikrogramm überschritten. In der Großbeerenstraße waren es vier Tage. Zulässig sind im Jahr 35 Überschreitungen. 

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