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  • 24.08.2004
  • von Erhart Hohenstein

Sonnenlaube in Grün und Gold

von Erhart Hohenstein

Restaurierung des Gartenpavillons wurde durch die Dr. Jörg-Thiede-Stiftung ermöglicht

Restaurierung des Gartenpavillons wurde durch die Dr. Jörg-Thiede-Stiftung ermöglicht Die Sonnenlaube nahe dem Freundschaftstempel im Park Sanssouci hat ihre grün-goldene Schönheit zurück gewonnen. Die Hofschmiede der Domäne Dahlem und der Berliner Kunstschlosser Helmich restaurierten das Gitterwerk und die aus Kupfer getriebenen Sonnen über den Durchgängen. Der Schirrhof sorgte für frische Farben. Von den Festons, die Musikinstrumente und Blumen zeigen, wurden nur die beiden auf der Südseite erneuert. Die Kunstschmiede konnten dabei auf erhaltene Fragmente zurückgreifen. In Gold strahlen auch wieder die imitierten Säulenkapitelle und Balkenköpfe. Vier halbrunde Holzbänke auf Steinsockeln laden zum Verweilen ein. Damit ist, wie Chefrestaurator Hans-Christian Klenner erläuterte, ein wichtiges Denkmal der Gartenarchitektur im18. Jahrhundert wiederhergestellt worden. Die Arbeiten wurden durch die 1998 gegründete Potsdamer Dr. Jörg-Thiede-Stiftung ermöglicht, die die Berufsbildung Jugendlicher und die Restaurierung von Kunstdenkmalen unterstützt. Die von dem in Babelsberg in der ehemaligen Saltzmann-Villa ansässigen Systemberater Prof. Dr. Jörg Thiede 1998 ins Leben gerufene Stiftung spendete einen größeren Betrag. Hinzu kamen Eigenmittel der Schlösser-Stiftung. Zur Einweihungsfeier am 28. August wird Prof. Thiede einen Vortrag zum Thema „Damals war''s – Antimachiavell – ein Traum“ halten. Zu der um 14.30 Uhr beginnenden Eröffnungsfeier ist die Öffentlichkeit eingeladen. Den Treillage(Gitterwerk)-Pavillon hatte Friedrich II. 1770 südöstlich des Neuen Palais aufstellen lassen. Die Gestaltung folgte den ein Vierteljahrhundert zuvor durch Knobelsdorff am Schloss Sanssouci errichteten Pavillons. Die hölzernen Bauten waren zu diesem Zeitpunkt bereits stark verfallen, so dass der König das Gitterwerk der Laube am „Neuen Schloss“ aus Eisen ausführen ließ. Im Jahre 1767 war südlich der Hauptallee im Rehgarten ein so genannter „Englischer Gang“ angelegt worden. Das Konzept dieser Gartenpartie, zu dem auch die Sonnenlaube gehörte, stand in starkem Gegensatz zur barocken Regelmäßigkeit der Sanssouci-Umgebung. Die natürliche, malerische und unregelmäßige Gestaltung nahm Ideen des Landschaftsgartens voraus. Ihr endgültiges Bild erhielt sie Anfang des 19. Jahrhunderts durch Lenné. 2002 wurden die sehr reizvollen Wege der Lennézeit wieder hergestellt. Den 2002/2003 erfolgten Baum- und Strauchpflanzungen kam der Glücksumstand zu Hilfe, berichtet Gartenkustos Gerd Schurig, dass im Parkbestandsplan Gustav Meyers von 1846 dünn mit Bleistift Gehölznamen vermerkt waren. Die durch Gehölze verdeckte Sonnenlaube ist vom Neuen Palais kommend von der Hauptallee oder vom Ökonomieweg aus etwa 100 Meter westlich des Freundschaftstempels zu erreichen. Erhart Hohenstein

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