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  • 22.09.2014

Neue Nachbarschaften

Die Stadt Potsdam vergab zum 10. Mal den Integrationspreis. Bester Lehrer ist die Praxis

Wie kommen sich Potsdamer und asylsuchende Ausländer am besten näher? Durch ganz praktische Zusammenarbeit. Das fängt schon bei den Kindern an, die sich im Fröbel-Kindergarten und dem Hort „Sausewind“ in Zentrum-Ost als „Neugierige Feinschmecker“ entpuppen. Erwachsene der unterschiedlichsten Nationen bereiten gemeinsam mit den Kindern Speisen zu und das wird dann – natürlich auch gemeinsam – aufgenascht. Mit dabei war auch Oxana Ronis, die am Sonntag im Treffpunkt Freizeit einen der Integrationspreise (3. Platz), den die Stadt Potsdam nun schon zum 10. Male vergab, entgegennahm. 1000 Euro sind für die drei Integrationspreise insgesamt ausgelobt und in den zehn Jahren haben ihn vom internationalen Chor bis zum Erforscher jüdischer Geschichte, von der Hochhaus-Gemeinschaft bis zur Lehrstätte schon die unterschiedlichsten Engagierten erhalten.

Den 1. Platz belegte diesmal das Stadtteilnetzwerk Potsdam-West e.V., das die neuen Nachbarn vorbildlich zu integrieren versucht. Seit Ende 2013 sind 50 bis 60 Flüchtlinge dort in Wohnungen untergebracht worden. Als sie einzogen, gab es noch reichlich Vorbehalte und auch jetzt läuft sicher nicht alles reibungslos, meint Robert Segner, der den Preis stellvertretend für die vielen Helfer und Unterstützer im Kiez entgegennahm. Er leitet die Koordinierungsstelle des Vereins. Beim Stadtteilfest „Plattenspieler“ seien die Neuen schon aktiv mit dabei gewesen und vor allem unter den jungen Familien mit Kindern hätten sich so manche Gemeinsamkeiten ergeben, sagt Segner.

Den zweiten Preis konnte das Projekthaus „Integration+“ in der Rudolf-Breitscheid-Straße nach Hause tragen. Es bietet Flüchtlingen Qualifikationskurse an – von der Gartenpflege über Fahrradreparatur bis hin zur digitalen Mediennutzung. Dabei wird natürlich auch Deutsch gelernt. Die Kurse sollen den Teilnehmern den Einstieg in Ausbildung und Beruf erleichtern und sie so in den Alltag einbinden. Der mit 500 Euro dotierte Sonderpreis des Wohnungsunternehmens Pro Potsdam ging an die Stadtteilschule Drewitz und die Kammerakademie, die gemeinsam einen musikalischen Europa-Festtag organisierten.

Ins Goldene Buch der Stadt trug sich bei der Veranstaltung im Treffpunkt Freizeit Davyd Rozenfeld ein, der verschiedene Projekte zur Auseinanersetzung mit der Stadtgeschichte während des Nationalsozialismus initiert hat. dif

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