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  • 09.07.2014
  • von Steffi Pyanoe

Singen zur Weltmeisterschaft

von Steffi Pyanoe

Der Schulchor des Helmholtz-Gymnasiums nimmt an den World Choir Games in Riga teil

Das WM-Endspiel werden die Sänger wohl vom Reisebus aus verfolgen müssen. Auch während das Halbfinale läuft, sind die 46 Schüler des Helmholtz-Gymnasiums unterwegs. Kein Problem, sagt Lehrer und Chorleiter Helgert Weber. Für ihn und den Schulchor haben demnächst ganz andere Dinge Priorität. Der Chor nimmt in dieser Woche an einem der größten internationalen Chorwettbewerbe teil. Am gestrigen Dienstag machten sich die Schüler auf den Weg in die lettische Hauptstadt Riga, die in diesem Jahr Austragungsort der World Choir Games, eine Art Chor-WM, ist.

Etwa 350 Chöre aus 60 Ländern haben sich dafür angemeldet. Die Helmholtz-Sänger sind der einzige reine Schulchor aus Deutschland. Im vergangenen Jahr konnten sie sich bei einem Wettbewerb in Venedig für die Teilnahme qualifizieren. Zum fünften Mal nehmen sie nun an den Chor-Weltmeisterschaften teil. Dreimal gewannen sie zuvor Bronze, einmal Silber. Helgert Weber hofft, dass die von der Jury vergebene Punktzahl auch in diesem Jahr für eine Medaille reicht.

Von den 19 Stunden Busfahrt können sie sich am Mittwoch in ihrem Hotel in Jurmala, einer Kleinstadt an der malerischen lettischen Ostseeküste unweit von Riga, kurz erholen, bevor sie am Freitag vor Publikum und der Jury auftreten. Das Programm für die Kategorie Gemischte Jugendchöre ist zum Teil vorgegeben: Zeitgenössisches und Älteres muss dabei sein, Musik aus einem anderen Kulturkreis und ein Stück nach freier Wahl. Die Schüler entschieden sich für ein Stück von Heinrich Schütz und Rolf Lukowski, einen Chorsatz aus dem Baltikum und eine Variation über ein französisches Volkslied. Alles wird a capella gesungen.

Wer zum Chor gehören will, muss bei einer kleinen Aufnahmeprozedur zeigen, was er kann. „Er muss stimmlich überzeugen, über grundlegene Notenkenntnisse verfügen – und Spaß haben an der Sache. Er muss Lust haben auf die wöchentlichen Proben – aber auch die Auftritte“, so Chorleiter Weber. Die Fahrkosten für den Ausflug ins Baltikum brachten die Schüler selbst auf, teilweise wurden sie dabei vom Förderverein des Chores unterstützt.

Die Sänger aus den Klassen sechs bis zwölf wollen sich in Riga auch die Konzerte der Mitstreiter anhören – schauen, was die so draufhaben, sagt Weber. Natürlich werden sie sich auch Riga ansehen, außerdem soll es – mit zwei weiteren Chören – ein Freundschaftskonzert im Botanischen Garten von Riga geben. In Potsdam war der Chor bisher auch gemeinsam mit Bands und Orchester zu erleben – beispielsweise bei Auftritten mit der Kammerakademie Potsdam und dem Babelsberger Filmorchester.Steffi Pyanoe

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