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  • 06.07.2014
  • von Henri Kramer

NPD positioniert sich zu Garnisonkirche: Franck erhält Glückwünsche von rechts

von Henri Kramer

Streitplatz Garnisonkirche: Es nimmt kein Ende. Foto: dpa

Die Brandenburgische NPD applaudiert dem Stiftungsvorsitzenden Burkhard Franck - und bekennt sich erneut zur Garnisonkirche

Unerwünschte Unterstützung für Burkhard Franck, den Chef des Fördervereins zum Wiederaufbau der Garnisonkirche: Die rechtsextreme NPD beglückwünscht ihn ausdrücklich zu seiner Polemik, dass linksalternative Kulturzentrum „Archiv“ erhalte im Verhältnis zu dem Kirchprojekt prozentual deutlich mehr öffentliche Fördermittel – obwohl das laut Franck herabgewirtschaftete Haus in der Leipziger Straße Touristen abschrecke. Die NPD begrüße diese „mutigen Worte“ und wünschte Franck „viel Standkraft gegenüber den nun auf ihn einprasselnden Vorwürfen und Beschimpfungen“, teilte Brandenburgs stellvertretender NPD-Chef Ronny Zasowk jetzt mit.

Franck hatte seine in der Nacht zum vergangenen Donnerstag verfasste Erklärung auf der „Facebook"-Seite des Fördervereins veröffentlicht, wütende Reaktionen der Gegner aber auch deutliche Kritik aus den eigenen Reihen waren die Folge. Noch am Donnerstagabend hatte Franck erklärt, wenn sich jemand durch seinen Beitrag verletzt fühle, bitte er um Entschuldigung (PNN berichteten).
Dagegen erklärte der Cottbusser Zasowk, seine Partei spreche sich seit Jahren für den Wiederaufbau der Barockkirche aus, weil sie zur Potsdamer Stadtgeschichte gehöre und ein Touristenmagnet für die Region wäre: „Statt Gelder in linksextreme Projekte zu pumpen, die nicht selten zu Straftaten genutzt werden, sollte das Land Brandenburg besser den Wiederaufbau der Garnisonkirche fördern.“

Tatsächlich hat das Land Brandenburg den Wiederaufbau der Kirche bereits mit zwei Millionen Euro aus DDR-Vermögen und Lottomitteln unterstützt, auch die Bundesregierung hat 12 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Die 650 000-Euro-Förderung für das „Archiv“ kommt dagegen aus der Stadtkasse.

In der Vergangenheit hatte sich die Stiftung für den Wiederaufbau wiederholt und ausdrücklich von rechtsextremen Gedankengut distanziert. In der Stiftungssatzung ist die Förderung der Toleranz und des Völkerverständigungsgedankens festgeschrieben, Friedens- und Versöhnungsarbeit sollen das gewährleisten. Erst in der vergangenen Woche hatte die Stiftung Veranstaltungen für Jugendliche zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus durchgeführt.

Unterdessen wollen die Initiatoren des Bürgerbegehrens gegen den Wiederaufbau am heutigen Montag mehr als 15 000 Unterschriften an den den Potsdamer Wahlleiter Matthias Förster geben. Wenn die Initiative mehr als gültige 13 500 Unterschriften vorweisen kann, muss sich die Stadtverordnetenversammlung mit dem Bürgerbegehren beschäftigen – angesichts der Mehrheitsverhältnisse gilt ein anchließender Bürgerentscheid als wahrscheinlich. Die Initiatoren wollen, dass diese Abstimmung mit der Landtagswahl am 14. September gekoppelt wird.

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