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  • 14.05.2014

Warten auf die Götter

Die Rückkehr der Attikafiguren des Stadtschlosses ist weiter unsicher. Stadt plant öffentliche Debatte

Innenstadt - Der Streit um die Rückkehr der Attikafiguren aus Berlin nach Potsdam wird wohl bis nächstes Jahr dauern. Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) kündigte am Montagabend im Stadtparlament an, zum Thema werde es 2015 eine öffentliche Diskussion im Stadtforum geben. Darauf habe er sich nach Gesprächen mit dem Land Berlin und der Schlösserstiftung verständigt.

In dem Konflikt geht es um acht Figuren antiker Helden und Sagengestalten, die ursprünglich zusammen mit 68 weiteren Figuren auf dem Dachrand des Stadtschlosses standen. Fast alle wurden bei einem Luftangriff im Zweiten Weltkrieg oder bei der Sprengung des Schlosses 1959/60 zerstört. Wenige gerettete Exemplare gingen sechs Jahre nach der Sprengung als Leihgabe nach Berlin. Dort schmücken sie seitdem das Hauptgebäude der Humboldt-Universität Unter den Linden. Bisher lehnt die Berliner Denkmalschutzbehörde jedoch eine Entfernung der Figuren ab. Jakobs hatte zuletzt erklärt, er sehe keine rechtliche Möglichkeit, die Rückkehr der Figuren durchzusetzen. Am Montag sagte er, bei den Verhandlungen seien die unterschiedlichen Auffassungen erläutert worden.

Dabei sei zumindest Verständnis für die Potsdamer Position geäußert worden. Priorität habe vorerst die Aufstellung von 17 weiteren Figuren aus den Beständen der Schlösserstiftung. Diese sollten auf Kosten des Vereins Potsdamer Stadtschloss saniert und aufgestellt werden, so Jakobs.

„Unser Angebot steht“, sagte Hans-Joachim Kuke, Vereins-Vize vom Stadtschlossverein, am Dienstag dazu. Die weitere Verzögerung sieht er gelassen: „Hauptsache ist, dass die Figuren irgendwann zurückkommen.“ Kuke regte zudem eine öffentliche Fachdebatte zu dem Thema an: „Das wird Zeit brauchen.“

Die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten sieht dagegen nach wie vor keinen Anlass für einen Umzug der Figuren nach Potsdam. Die angestrebte Aufstellung der Figuren auf dem Landtagsschloss sei „keine Verwendung in einem sinnvollen Denkmalzusammenhang“, sagte Stiftungssprecher Frank Kallensee am Dienstag. Einen solchen Denkmalzusammenhang gebe es aber in Berlin: „Wir haben keinen Grund, den Leihvertrag von 1966 zu kündigen.“ Es gebe bislang auch keine offizielle Anfrage zur Kündigung des Vertrags. Priorität müsse die Restaurierung der vorhandenen 17 Figuren haben. Er rechnet je nach Erhaltungszustand mit Kosten im fünfstelligen Bereich pro Figur. HK/jaha

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