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  • 04.03.2014
  • von Guido Berg, Marco Zschieck

Kulturstadt Potsdam: Kaum Platz für Künstler

von Guido Berg, Marco Zschieck

Potsdams Künstler auf der Straße. Foto: Andreas Klaer

Probenräume oder Ateliers sind rar. In der Alten Brauerei ist bald Schluss, andere Häuser stehen infrage - und die Bands und Künstler vor dem Aus.

Potsdam - Für Potsdams Künstler wird es eng: In der Stadt steht neben der Alten Brauerei am Brauhausberg auch die Nutzung weitere Häuser infrage, die bisher von freischaffenden Künstlern als Ateliers, Arbeits- oder Bandprobenräume genutzt werden. Betroffen sind beispielsweise das Kunsthaus Sans Titre in der Innenstadt oder die Scholle 51 in Potsdam-West. Aktuell sorgt vor allem die bevorstehende Räumung der Alten Brauerei für Aufsehen. Mehr als 100 Kreative und über 25 Bands nutzen die Räume in dem alten Gemäuer, Ende April sollen sie das Gebäude räumen. Dann will die Nürnberger Immobiliengesellschaft Terraplan die Alte Brauerei sanieren. Im Januar hatten die Künstler deshalb die Kündigungen bekommen. Zunächst sollte sogar ein Teil von ihnen Ende Februar ausziehen. Das ist mittlerweile vom Tisch. Der Investor stimmte zu, dass alle bis Ende April bleiben können.


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Mittlerweile haben sich die Betroffenen in einer Initiative organisiert. Am Samstag machten sie mit einer Art Flashmob in der Brandenburger Straße auf ihre Not aufmerksam. Mehr als 100 Künstler waren gekommen, viele hatten Instrumente mitgebracht. Zur Melodie von Bob Marleys Klassiker „Exodus“ sangen sie die Zeile „Schick essen gehen und teuer wohn', das ist uns zu monoton“. Nach etwa zwei Minuten war es plötzlich still. So still, wie es in Potsdam wäre, wenn es keine Musiker gebe. „Wir möchten damit zeigen, was der Stadt verloren gehen kann“, sagte André Tomczak, der Sprecher der vom Rauswurf bedrohten Kulturschaffenden. Die Aktion soll kein Einzelfall bleiben: Ab der kommenden Woche wollen die Künstler zwei- bis dreimal in der Woche an verschiedenen Stellen öffentlich proben, um auf den Raummangel aufmerksam zu machen.

 

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