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  • 01.03.2014

Das „Archiv“ kann wieder öffnen Bauamt gibt gesperrtes Kulturzentrum frei

Templiner Vorstadt – Es ist vollbracht: Nach einigen Rückschlägen kann das alternative Kulturzentrum „Archiv“ nun doch wieder öffnen. Das teilte der Betreiberverein des Hauses am Freitag mit: „Wir haben die Bauabnahme für den Veranstaltungsbereich und eine vorläufige Betriebserlaubnis.“ Eine Stadtsprecherin bestätigte, dass es am Freitag im „Archiv“ in der Leipziger Straße einen Termin mit der Bauaufsicht gegeben habe. Vorraussetzung sei gewesen, alle noch nötigen Unterlagen vorzulegen: „Die Freigabe wird erteilt.“

Das „Archiv“ gilt als einer der wichtigsten Treffpunkte für Alternativkultur in Potsdam, neben einer Bar gab es regelmäßig Konzerte und Partys. Vom Trägerverein hieß es, man benötige nun noch einige Tage, um alles für den Betrieb vorzubereiten. „Bitte habt noch ein wenig Geduld.“

Das „Archiv“ hatte vor mehr als einem Jahr nach Auflagen der Bauaufsicht wegen Brandschutzmängeln schließen müssen. In der Folge hatten die Stadtverordneten ein Erbbaurecht für den Verein genehmigt, ebenso wurden 625 000 Euro für die Sanierung bereitgestellt. Zugleich hatte der Verein in einer Spendenkampagne knapp 55 000 Euro gesammelt und mithilfe von zahlreichen ehrenamtlichen Helfern mit der Sanierung des Gebäudes begonnen. Allerdings hatte sich die Wiedereröffnung mehrfach verzögert. Im vergangenen Dezember folgte ein weiterer Rückschlag: Nach Darstellung der Stadt verlangte die Bauaufsicht bei einer Begehung den Nachweis, dass die Blitzschutzanlage funktionsfähig ist. Dieser sei nicht erbracht worden – daher konnte laut der Bauaufsicht keine vorzeitige Nutzung gestattet werden. Bis jetzt.

Allerdings gibt es auch noch ungelöste Probleme. Mitte Februar hatten Vertreter der Stadtverwaltung wie berichtet im nicht-öffentlichen Teil des Hauptausschusses erklärt, das von dem Verein für Ende des vergangenen Jahres versprochene Sanierungs- und Betreiberkonzept sei zu spät abgegeben worden und inhaltlich weder ausgereift noch vollständig. Durch die verspätete Abgabe könnte die Stadt die bereits geschlossenen Verträge mit dem „Archiv“ theoretisch sogar kündigen, hieß es – da die Konzepte die Bedingung für das Erbbaurecht und den teilweise bereits in Anspruch genommenen 625 000-Euro-Topf gewesen seien. Ein Stadtsprecher hatte den PNN gesagt, man werde mit dem Träger nach einer konstruktiven Lösung suchen. Weiterhin geht es nach PNN-Informationen auch darum, wann der Verein noch ausstehende Pachtzahlungen – es geht um eine vierstellige Summe – begleichen soll. Über den Verhandlungsstand soll demnächst wieder im Hauptausschuss informiert werden, hieß es am Freitag. HK

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