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  • 29.12.2013
  • von Marco Zschieck

Jugendkultur in Potsdam: Streit um Auflagen für das „Archiv“

von Marco Zschieck

Potsdam ist mehr als Barock und schöne Mitte. Doch die Wiedereröffnung des alternativen Kulturzentrums "Archiv" wird immer weiter hinausgezögert. Foto: Andreas Klaer

Potsdams Linke kritisiert die Stadtverwaltung: Dass die Wiedereröffnung des "Archiv" in der Leipziger Straße erneut verschoben worden sei, ist in ihren Augen Schikane.

Potsdam - Mit deutlichen Worten kritisiert die Potsdamer Linke die Stadtverwaltung. Um das von den Stadtverordneten mit großer Mehrheit beschlossene Ziel des Erhalts des alternativen Kulturzentrums in der Leipziger Straße zu erreichen, müssten ernsthafte und verlässliche Absprachen zwischen Archiv und Stadtverwaltung getroffen werden, hieß es in einer Erklärung. „Es ist unglaublich, wie die Verantwortlichen der Stadt das Engagement von jungen Leuten, die in Eigenleistung ihr Haus und ein Stück kultureller Vielfalt in Potsdam retten wollen, im Nachgang mit zusätzlichen Forderungen schikanieren“, hieß es in der vom Potsdamer Linke-Chef Sascha Krämer und dessen Stellvertreter Ronny Besançon verfassten Erklärung. Besançon ist selbst langjähriges Mitglied des Archiv-Vereins. Um die schnellstmögliche Wiedereröffnung zu gewährleisten, müsse notfalls kurzfristig Bauhilfe und Hilfe in Form von Geldern zur Verfügung gestellt werden.

Die geplante Wiedereröffnung des Kulturzentrums hatte sich weiter verzögert, nachdem die Bauaufsicht neue Mängel entdeckt hatte. Kurz vor Weihnachten forderte sie deshalb die Installation einer neuen Blitzschutzanlage. Die Installation war nach Vereinsangaben erst zu einem späteren Zeitpunkt vereinbart gewesen, weil bei späteren Sanierungsarbeiten am Dach des Gebäudes die neu aufgebrachte Anlage wieder abgerissen und dann erneut aufgebaut werden müsste. Aus dem Umfeld des Archiv-Vereins hieß es, dass zu den Begehungen des Gebäudes keine schriftlichen Protokolle vorhanden seien.

Das „Archiv“ hatte zu Jahresbeginn wegen Mängeln beim Brandschutz schließen müssen. Es gilt als einer der wichtigsten Treffpunkte für Alternativkultur in Potsdam. Nach der Schließung sanierten ehrenamtliche Helfer weite Teile des Gebäudes, der Trägerverein sammelte dafür mehr als 52 000 Euro Spenden. Zudem hat der Verein mit der Stadtverwaltung einen Erbaupachtvertrag für das Haus geschlossen, für die Sanierung hat die Stadt 625 000 Euro reserviert.

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