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Themenschwerpunkt:

Stadtentwicklung

  • 18.09.2013
  • von Marco Zschieck

Potsdam wächst ungebremst

von Marco Zschieck

Potsdam wächst - nicht nur durch Zuzügler. Foto: dpa

Brandenburgs Landeshauptstadt verzeichnet einen Nachkriegsrekord bei Zuzügen im Jahr 2012. Mittlerweile leben 160 000 Menschen in Potsdam.

Potsdam - Potsdam wächst – im Rekordtempo, die Sogwirkung der brandenburgischen Landeshauptstadt ist ungebrochen: Noch nie in der Nachkriegsgeschichte zogen so viele Menschen nach Potsdam wie im Jahr 2012. Insgesamt waren es fast 10 250, wie aus dem am Dienstag vorgestellten statistischen Jahresbericht der Stadt hervorgeht. Zugleich zogen aber auch rund 8700 Menschen fort. Der Trend der wachsenden Einwohnerzahl hält damit seit 13 Jahren an. Die meisten Neu-Potsdamer kamen aus dem Umland oder Berlin. Zum Jahresende 2012 lebten in Potsdam 159 067 Menschen. Ende Juli wurde dann auch die Schwelle von 160 000 Einwohnern überschritten. Der Trend setze sich weiter fort, so Potsdams Oberbürgermeister Jann Jakobs (SPD) bei der Vorstellung des Berichts.

Der Geburtenüberschuss ist erneut gewachsen: 1729 Kinder wurden im Jahr 2012 in Potsdam geboren. Das waren 73 mehr als im Vorjahr und der zweithöchste Wert seit der Wiedervereinigung. Seit elf Jahren gibt es in der Landeshauptstadt zudem mehr Geburten als Sterbefälle. Die Geburtenrate hat in Potsdam den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung erreicht: Auf 1000 Einwohner wurden im Jahr 2012 10,9 Kinder geboren.

Im statistischen Jahresbericht gibt die Stadtverwaltung zum 22. Mal einen Überblick zu den demografischen, sozialen, kulturellen, geografischen und politischen Eckdaten.


HINTERGRUND

Zuzug und Wohnungsmarkt

Das anhaltende Bevölkerungswachstum beschert Potsdam einen angespannten Wohnungsmarkt. Dabei hat die Zahl der Wohnungen zugenommen: Zum Jahresende 2012 gab es in Potsdam 85 481 Wohungen. Das waren 700 mehr als ein Jahr zuvor. Die Anzahl der Gebäude wuchs um 140. Doch nur ein Prozent der Wohnungen stehen leer. 2001 war es noch jede zehnte. Bis zum Jahr 2025 schätzen Experten den Neubaubedarf auf 17 500 Wohnungen. Die hohe Nachfrage wirkt sich auf die Mieten aus. Zwar liegt die durchschnittliche Kaltmiete laut Mietspiegel bei moderaten 5,74 Euro, doch wer eine Wohnung neu mieten will, muss mehr bezahlen. 2011 und 2012 sind die Mieten um jeweils drei Prozent gestiegen. Rechnerisch kommt auf einen Potsdamer eine Wohnfläche von 37 Quadratmetern. Die Größe der Wohnungen nimmt seit Jahren zu: 2012 war eine Wohnung im 68,9 Quadratmeter groß. Dazu passt auch eine andere Entwicklung: Der Anteil der Mehrfamilienhäuser sank auf 39,6 Prozent. 1999 waren es noch mehr als 50 Prozent. (mar)


 

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