• 04.09.2013

Potsdamer Medienforum M100: Stehender Mann“ Erdem Gündüz in Potsdam eingetroffen

Alles offen: Gündüz auf der Glienicker Brücke. Foto: dpa

Ikone des friedlichen Widerstandes: Erdem Gündüz demonstrierte auf dem Taksim-Platz - und bekommt am Mittwoch in Potsdam den Medienpreis M100 verliehen. Der Tänzer und Choreograph kämpft gegen alle Mauern dieser Welt.

Potsdam - Der Preisträger des internationalen Potsdamer Medienforums M100, der als „stehender Mann“ bekanntgewordene Erdem Gündüz (34), ist am Mittwoch in der brandenburgischen Landeshauptstadt eingetroffen. Kurz nach seiner Landung in Berlin-Tegel besuchte er mit der Glienicker Brücke ein Symbol der deutschen Teilung und Wiedervereinigung. „Ich fühle eine starke persönliche Nähe zu diesem Ort“, erklärte der Tänzer und Choreograph.

Gündüz sieht sich selbst nicht als Held. Dass ihm in Deutschland der Preis des internationalen Potsdamer Medienforums M100 verliehen werde, sei eine große Ehre. Jedoch gehöre die Auszeichnung nicht ihm, sondern den vielen mutigen Türken, die auf dem Taksim-Platz im vergangenen Juni und Juli für ihre Menschenrechte auf die Straße gegangen seien. Er sei nur ein Teil dieser Bewegung gewesen, sagte Gündüz am Mittwoch in Potsdam.

Er habe in seiner Heimat 2007 an einer Performance mit dem Titel „Die Wand“ mitgewirkt. Es war eine Aufführung gegen alle Mauern der Welt wie die Berliner Mauer oder die Grenzlinie um den Gaza-Streifen.

Das M100-Medienforum würdigt den Einsatz des 34-jährigen Tänzers als mutiges Engagement für freie Meinungsäußerung und Menschenrechte. „Mit seinem stillen Protest wurde er zur Ikone des friedlichen Widerstandes und fand weltweit Nachahmer“, erklärte der Beirat des Forums. Zu den bisherigen Preisträgern zählen unter anderen der Musiker und „Live Aid“-Organisator Bob Geldof, der dänische Karikaturist Knut Westergaard und der chinesische Blogger Michael Anti. Im vergangenen Jahr wurde der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, ausgezeichnet. (dpa)

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