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  • 10.07.2013

INTERVIEW: „Die Stadtverordneten müssen die Kosten überdenken“

Herr Böhme, wenn es nach Ihnen geht – welchen der drei Entwürfe würden Sie am liebsten bauen?

Aus meiner Sicht den Siegerentwurf von GMP, weil er alle Bewertungskriterien am besten erfüllt – von der Architektur über die Funktionalität bis hin zur Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit. Der Entwurf, der den zweiten Preis gewonnen hat, gefällt mir von der Art und Weise, wie er die Hanglage des Brauhausbergs aufnimmt, zwar besser, aber dafür ist er bei der Funktionalität nicht so ausgereift wie der Siegerentwurf.

Egal, wer es am Ende wird – fest steht schon jetzt, dass das Bad am Ende teurer werden wird als die von den Stadtverordneten beschlossenen 23 Millionen Euro. Was ist die Folge?

Was die Architektur- und Planungsbüros abgeliefert haben, sind erste grobe Kostenschätzungen. Wir werden jetzt die Entwürfe aller drei Preisträger auf die Plausibilität ihrer Kostenkalkulationen hin prüfen. Das Ergebnis wird in etwa drei Wochen vorliegen. Aber der Kostenrahmen von 23 Millionen Euro wird nicht einzuhalten sein, das stimmt. Letztlich müssen dann die Stadtverordneten ihren damaligen Beschluss noch einmal überdenken. Für uns als Bauherr heißt das am Ende, dass wir einen höheren Baukredit aufnehmen müssen.

Drei Millionen Euro wollen Sie ja durch Grundstücksverkäufe im südlichen Teil des Grundstücks einnehmen, wo anstelle der alten Schwimmhalle und des früheren Terrassenrestaurants „Minsk“ Wohnungen gebaut werden sollen. Wann haben Sie das Geld auf dem Konto?

So bald nicht. Bevor die alte Schwimmhalle nicht abgerissen ist, kann dort auch nicht gebaut werden. Und die Schwimmhalle können wir erst abreißen, wenn das neue Bad fertig ist. Ich denke, ab 2017 können wir uns mit dem Thema Wohnungsbau am Brauhausberg befassen.

Wie sieht der Fahrplan zum neuen Schwimmbad aus?

Unser Ziel ist es, im September grünes Licht von den Stadtverordneten zu bekommen. Ende 2014 könnten wir den Bau ausschreiben und im Frühjahr 2015 loslegen. Bei geplanten 18 Monaten Bauzeit könnte das Bad wie vorgesehen eröffnen.

Die Fragen stellte Peer Straube

Wilfried Böhme, geboren 1951 in Potsdam, ist Geschäftsführer der Energie und Wasser Potsdam (EWP) und der Stadtwerke Potsdam.

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